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16.04.2008
 

Bundesliga

Toni lässt Bayern jubeln, Pleiten für Bayer und BVB

Italienische Triumphgarantie: In Frankfurt tat sich der FC Bayern lange schwer - am Ende sorgte Luca Toni jedoch wieder für den Sieg. Dortmund und Leverkusen spielten schwach und blieben ohne Punkte. Besser machte es der VfB Stuttgart: Der Meister gewann souverän gegen Nürnberg.

Hamburg - Der FC Bayern steuert weiter auf den Meistertitel in dieser Saison zu. In Frankfurt siegten die Münchner nach 0:1-Rückstand letztendlich souverän 3:1. Der Vorsprung auf Werder Bremen beträgt somit weiterhin zehn Punkte. Der VfB Stuttgart schob sich durch einen 3:0-Sieg gegen Nürnberg an Leverkusen vorbei auf Rang fünf. Die Leverkusener verloren in Bielefeld 0:1.

Die Arminia verschaffte sich mit den drei Punkten ein wenig Luft im Abstiegskampf. Richtig tief steckt dort jedoch der MSV Duisburg, der zu Hause gegen den Karlsruher SC 0:1 verlor. Auch Borussia Dortmund zeigte sich vor dem Pokalfinale gegen die Bayern am kommenden Samstag (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) außer Form. Der BVB musste sich Hannover 96 1:3 geschlagen geben.

Dank Torjäger Luca Toni feierte hingegen der FC Bayern drei Tage vor dem Endspiel eine am Ende noch gelungene Generalprobe. Die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld gewann bei Eintracht Frankfurt dank Tonis Saisontreffern 19 und 20 (74./85.) glücklich 3:1 (0:1). Frankfurt muss nach der dritten Niederlage in Serie dagegen seine Europapokalträume wohl endgültig begraben. "Wir haben im Moment ein bißchen Glück, keine Frage. Wenn man einen Lauf hat, gewinnt man auch Spiele, die sonst nicht zu gewinnen sind. Jetzt sage ich: Wir werden deutscher Meister", verriet Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Die Eintracht war vor 51.500 Zuschauern in der Frankfurter Arena durch Benjamin Köhler (29.) nach einer schönen Flanke von Patrick Ochs in Führung gegangen. Bayerns Innenverteidiger Daniel van Buyten sorgte dann per Kopf (60.) zunächst für den Ausgleich, ehe Weltmeister Toni noch den Sieg sicherte.

Der VfB Stuttgart hat DFB-Pokalsieger 1. FC Nürnberg in Richtung 2. Liga geschossen. Der Meister verschärfte mit dem 3:0 die ohnehin schon kritische Situation beim Tabellenletzten. Der frühere Nürnberger Cacau (4.), Antonio da Silva (13.) und VfB-Kapitän Fernando Meira (32.) erzielten die Tore für den VfB.

Vor 45.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimer-Stadion starteten die Gastgeber, die ohne die deutschen Nationalspieler Mario Gomez (Muskelfaserriss) und Thomas Hitzlsperger (Knieverletzung) sowie U21-Auswahlspieler Sami Khedira (Oberschenkelverletzung) auskommen mussten, furios in die Partie. Cacau nutzte bei seinem achten Saisontor die Unordnung in der Gäste-Abwehr. Da Silva nach einem schönen Konter und Meira nach einer Ecke sorgten schon früh für die Entscheidung. Im Tor der Stuttgarter zeigte Raphael Schäfer eine solide Partie. Der ehemalige Nürnberger war für Sven Ulreich wieder zurück ins Team gerückt.

Neben Nürnberg hat auch der MSV Duisburg im Kampf gegen den Abstieg in einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Der MSV steht nach der zehnten Niederlage im 15. Heimspiel vor dem erneuten Sturz in die Zweitklassigkeit. Seit dem 2. Dezember (1:0 gegen Nürnberg) wartet der in der Tabelle auf den 17. Platz abgerutschte MSV auf einen Heimsieg und hat es erneut nicht geschafft, zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Der Gast aus Karlsruhe beendete durch das Tor von Spielmacher Tamas Hajnal (81.) hingegen eine Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg und holte den ersten Auswärtserfolg seit dem 6. Oktober (2:0 bei Schalke 04). Glück hatte zudem der Duisburger Blagoy Georgiew, der bei einem brutalen Foul mit dem Ellenbogen gegen Andreas Görlitz in der 78. Minute nur die Gelbe Karte sah.

Bayer Leverkusen hat im Kampf um die Champions-League-Plätze nach einer erschreckend schwachen Vorstellung und der vierte Niederlage in den letzten fünf Spielen nun weniger gute Aussichten. Die Arminia, die ihren erst zweiten Sieg in der Rückrunde schaffte, erkämpfte sich dagegen drei ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den siebten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte und blieb bereits in der vierten Saison nacheinander zu Hause ohne Gegentor gegen Leverkusen. Für den Siegtreffer sorgte Innenverteidiger Andre Mijatovic, der in der 50. Minute per Kopf sein zweites Bundesligator erzielte, aber später einen Foulelfmeter an den Pfosten schoss (86.).

Hans-Hermann Schwick zeigte sich dann auch erleichtert: "Das war unser Spieltag. Dass wir gegen Mannschaften von oben gewinnen können, ist gut bei unserem Restprogramm", sagte der Arminia-Präsident.

"Wir liegen am Boden"

Vier Tage nach dem 0:5-Debakel in München kassierten die Dortmunder nach einer abermals schwachen Vorstellung beim 1:3 (0:2) gegen Hannover 96 die vierte Heimniederlage. Ein Pfeifkonzert der enttäuschten BVB-Anhänger begleitete die Mannschaft von Trainer Thomas Doll nach dem Schlusspfiff in die Kabine. Arnold Bruggink (37.) sowie der eingewechselte Abwehrspieler Frank Fahrenhorst brachten die Niedersachsen vor 61.400 Zuschauern bis zur Halbzeit mit 2:0 in Führung, bevor der ebenfalls eingewechselte Schweizer Nationalspieler Alexander Frei (65.) lediglich noch den Anschlusstreffer erzielte.

"Man hat gesehen, dass wir das München-Spiel noch nicht verarbeitet hatten", sagte Borussia-Trainer Thomas Doll. "Es war eine große Verunsicherung zu spüren. Wir haben Hannover das Leben zu einfach gemacht. Für mich ist jetzt wichtig, das meine Mannschaft wieder aufsteht. Wir liegen am Boden", so Doll. Sein Kollege Dieter Hecking war anderer Stimmung: "Heute gibt es nichts zu kritisieren", sagte der Trainer der Gäste aus Hannover.

fpf/sid

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