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19.04.2008
 

DFB-Pokalfinale

Kahn träumt vom Titel-Rekord

Es soll ihr erstes Abschiedsgeschenk werden. Bayern Münchens Torwartlegende Kahn und Trainer Hitzfeld, die den Club am Saisonende verlassen, wollen am Abend den DFB-Pokal holen. In der Kritik steht der Coach von Außenseiter Dortmund. Ein Sportpsychologe hält Thomas Doll für ungeeignet.

Berlin - Natürlich ist der FC Bayern München nicht nur Rekordmeister, sondern auch Rekord-Pokalsieger. Sollte der Favorit am Abend (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) den Cup erneut gewinnen, so wäre das der 14. Titel in diesem Wettbewerb.

Doch so beeindruckend diese Zahl ist, noch beeindruckender ist das, was Oliver Kahn im Erfolgsfall erreichen könnte: Fünf Pokalsiege hat der Bayern-Keeper bereits feiern können, Titel Nummer sechs wäre deutscher Rekord und der Mann, der am Saisonende seine Karriere gern mit dem Triple beenden würde, hätte fast bei der Hälfte aller Münchner Cup-Siege im Tor gestanden. Ein Mal nur unterlag Kahn: 1999 gegen Werder Bremen.

Ob die Bayern gegen die kriselnde Borussia aus Dortmund mit der besten Mannschaft antreten können, ist aber noch fraglich. Stürmer Miroslav Klose ist ebenso angeschlagen wie Mark van Bommel. Während Klose Rückenprobleme plagen, klagte der Niederländer über Beschwerden an der Hüfte. Noch nicht klar ist auch, ob die Verletzten Marcell Jansen und Willy Sagnol im Kader stehen werden.

Auf jeden Fall dabei ist Trainer Ottmar Hitzfeld, der am Saisonende München verlässt und Schweizer Nationaltrainer wird. Er betreute, und so schließt sich für den Coach auf besondere Weise der Kreis, sowohl die Bayern als den heutigen Gegner Dortmund.

Der BVB, bisher zweimal Pokalsieger, muss auf den Schweizer Philipp Degen verzichten, der sich einen Abriss des Syndesmosebandes zugezogen hat und auch für den Rest der Saison ausfallen wird. Dafür absolvierte Torhüter Marc Ziegler nach seinem Bluterguss im Knie das Abschlusstraining ohne Probleme und wird damit am Samstagabend wohl auflaufen. Der Ersatz für den verletzten Stammtorhüter Roman Weidenfeller hatte sich die Verletzung am vergangenen Sonntag im Punktspiel bei den Bayern (0:5) zugezogen. Als Alternative würde der 20 Jahre alte Marcel Höttecke aus dem Regionalliga-Team des BVB parat stehen. Das Talent hatte am Mittwoch gegen Hannover 96 (1:3) sein Bundesliga-Debüt gefeiert.

Dortmunds Trainer Thomas Doll ist übrigens nach Ansicht des Sportpsychologen Ulrich Kuhl seiner Aufgabe als Trainer BVB nicht gewachsen. "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Trainer Thomas Doll völlig überfordert ist. Doll hat nach so vielen Niederlagen schon so viel gesagt, und dann ist es doch nicht eingetroffen. Die Spieler sagen sich: Mensch, das habe ich schon so oft gehört, daran glaube ich nicht mehr", sagte Kuhl der "WAZ". Eine Sensation im Finale gegen die Bayern traut der Sportpsychologe dem BVB nicht zu. "Eigentlich sehe ich für Dortmund nur eine Chance", so Kuhl: "Dass sich Oliver Kahn selbst drei Tore reinhaut."

Dreieinhalb Stunden bevor Doll Kuhl und seine Kritiker vom Gegenteil überzeugen kann, wird das Frauen-Finale angepfiffen. Auch dort trifft mit dem 1. FFC Frankfurt der Rekordpokalsieger und Favorit auf einen Außenseiter, den 1. FC Saarbrücken. Doch der Bestwert, den Tina Wunderlich vorweisen kann, ist selbst für Oliver Kahn nie in Reichweite gewesen: Zum zehnten Mal in Folge steht die Mittelfeldspielerin und Spielführerin der Frankfurter im Endspiel, und auch Wunderlich will ihren siebten Titel. "Ich hatte einfach immer das ganz große Glück, dass ich zum Zeitpunkt des Finales von Verletzungen verschont geblieben bin", sagte Wunderlich der dpa. "Dafür bin ich wirklich sehr dankbar."

goe/sid/dpa

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