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Bayern München "Der Hamann hat alle verrückt gemacht"

Beim beliebtesten Fußballverein in Deutschland werden die Fans unruhig. Zum Pokalspiel in Mannheim wurden die Spieler per Spruchbänder als "Söldnertruppe" kritisiert, worauf sich Stefan Effenberg & Co. beleidigt zeigten. Doch Manager Ulli Hoeneß hat durchaus Verständnis für den Unmut der Anhänger.

Mannheim - Trotz des souveränen 3:0 (1:0)-Erfolgs beim SV Waldhof Mannheim im Achtelfinale des DFB-Pokals weht dem FC Bayern München ein eiskalter Wind um die Ohren. "Wenn Spieler davon sprechen, dass sie neue Herausforderungen suchen, dann meinen sie, dass sie mehr Geld verdienen wollen. Alles andere ist Heuchelei", kritisierte Hoeneß die Mentalität der Fußballer in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Vor dem Bundesliga-Schlager gegen Borussia Dortmund am Samstag und dem Champions-League-Spiel gegen Dynamo Kiew am Dienstag haben die Verantwortlichen derweil dem abwanderungswilligen Mehmet Scholl ein Türchen geöffnet.

Das Transparent, das für Unmut sorgte: "Ausgemacht nicht zu den Fans zu gehen"
AP

Das Transparent, das für Unmut sorgte: "Ausgemacht nicht zu den Fans zu gehen"

Einige Anhänger haben den Bayern die 0:1-Schmach im Derby gegen 1860 nicht verziehen. Auf Plakaten mit Aufschriften wie "Schämt euch ihr Söldner" griffen sie im Carl-Benz-Stadion ihre Stars an. Nach dem Abpfiff gingen nur Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic in die Kurve. Letzterer versuchte gar, ein Spruchband abzuhängen. "Innerhalb der Mannschaft war ausgemacht, dass wir nicht zu den Fans gehen", erklärte der beleidigte Stefan Effenberg. "Ich finde nicht okay, was da am Zaun hing. Man muss auch mal ein Spiel verlieren dürfen." Das sah sein Kollege Kahn allerdings anders. "Wir müssen die Fans verstehen. Die sind mit sehr viel Herzblut dabei. Wenn man im Derby verliert, wird's in den nächsten ein, zwei Wochen immer schwer für die Mannschaft", meinte der Nationaltorhüter.

Trainer Ottmar Hitzfeld bemühte sich am Donnerstag, die Proteste herunterzuspielen: "Das darf man nicht so ernst nehmen. Die Mehrzahl der Fans steht hinter uns." So schnell konnte er den Ärger jedoch nicht herunterschlucken. "Die Fans haben kein Recht, uns als Verräter, Söldner und Gauner hinzustellen", schimpfte er und verteidigte die Retourkutsche seiner Mannschaft nach dem Spiel: "Es war eine ehrliche Reaktion der Spieler. Sie wären eiskalte Roboter, wenn sie da hingegangen wären."

Während Hitzfeld um Verständnis für sein gestresstes Team warb, hatte Hoeneß kein Mitleid. "Allein für einen Sieg im Pokalspiel erhält jeder Profi 20.000 Mark, dafür müssen Arbeiter ein halbes Jahr arbeiten", rückte der Manager die Verhältnisse zurecht und sprach von einem Problem des Geldes. "Die Spieler kommen von der Nationalmannschaft zurück und fühlen sich oft unterbezahlt, weil sie bei den Lehrgängen mit ihren Kollegen gesprochen und den neuesten Gehaltsstand erfahren haben." Als Beispiel führte er den Ex-Münchner Dietmar Hamann vom FC Liverpool an, "der bei uns mit seinem Wechsel nach England doch alle verrückt gemacht hat".

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