Hamburg – "Als Trainer hat man eine gewisse Vorbild-Wirkung. Ich glaube, dass ich das Geschäft mittlerweile ganz gut kenne, aber Thomas hat noch nicht richtig begriffen, von wem das alles gelenkt und geleitet wird", sagte Sammer bei Premiere, "die Medien reagieren immer nur auf das, was sie an Informationen bekommen." Der frühere Bundesliga-Coach führt die Medienschelte von Thomas Doll in einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch auch auf dessen mangelnde Erfahrung zurück.
"Inhaltlicher Natur ist der Wutausbruch nachzuvollziehen, da wir nicht vergessen dürfen, dass Thomas ein sehr junger Trainer ist und jungen Trainern so etwas eher passiert." Parallelen zur legendären Wutrede von Giovanni Trapattoni als Trainer von Bayern München sieht Sammer nicht. "Trapattoni ist damals auf seine eigene Mannschaft los, Thomas auf die Medien. Das ist ein großer Unterschied und überhaupt nicht zu vergleichen."
Bundestrainer Löw hat den an der Bandscheibe verletzten Nationalspieler Bernd Schneider noch nicht für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) abgeschrieben. "Man muss jetzt mal die nächsten zwei, drei Tage abwarten, davon hängt viel ab. Danach gibt es eine Untersuchung und man kann mehr sagen", sagte Löw. Der 34 Jahre alte Schneider war am Freitag in Hannover an der Halswirbelsäule operiert worden. Wie Bayer Leverkusen mitteilte, fällt Schneider damit für die restlichen Saisonspiele und auch für die EM-Endrunde aus. Frühestens Mitte Juli soll der Bayer-Profi wieder ins Training einsteigen, hieß es.
In Spanien ist ein Streik der Profis des Erstligisten UD Levante abgewendet worden. "Wir haben endlich eine Lösung. Ich denke, das ist für alle eine erfreuliche Nachricht", sagte Kapitän Luis Rubiales dem Radiosender Cadena Ser. Zuvor hatte der Club den Profis mit einem Tag Verspätung die geforderte Bankbürgschaft vorgelegt. Nach Angaben der lokalen Zeitung EMV soll der Tabellenletzte der Primera División seinen Profis insgesamt 18 Millionen Euro schulden, darunter auch noch Zahlungen aus der vergangenen Saison. Die Spieler hatten am Donnerstag erklärt, das Liga-Spiel gegen Huelva am Sonntag bestreiken zu wollen. Diese Partie kann nun stattfinden. Sollte Levante nicht gewinnen, wäre allerdings der sportliche Abstieg besiegelt.
Luka Modric, Spielmacher von Deutschlands EM-Gruppengegner Kroatien, wechselt in die Premier League zu Tottenham Hotspur. Nach englischen Angaben kostet der Mittelfeldspieler von Dinamo Zagreb, an dem im vergangenen Herbst auch Werder Bremen Interesse zeigte, 20 Millionen Euro. Somit ist er der teuerste Spieler seines Landes. Kroatische Medien berichten gar von 26 Millionen Ablöse. Auch der FC Arsenal, Chelsea, Newcastle United und Manchester City warben um den 22-Jährigen. Zagrebs Sportdirektor und ehemaliger Bundesliga-Spieler Zoran Mamic sprach von einem Fünfjahresvertrag bei Uefa-Cup-Teilnehmer Tottenham (Sieger des Ligapokals).
Reinhard Fabisch ist aus gesundheitlichen Gründen als Nationalcoach Benins zurückgetreten. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag unter Berufung auf das Sportministerium des afrikanischen Staates mit. "Herr Fabisch hat sich im März einer Operation unterzogen und erklärt, dass er nicht vor Juli wieder zur Verfügung stünde." Der seit Dezember 2007 amtierende Trainer war beim Afrika-Cup in Ghana mit seiner Mannschaft in der Vorrunde gescheitert. Vor seinem Engagement als Coach Benins war Fabisch auch schon in Simbabwe und Kenia tätig.
Der Wettskandal im malaysischen Fußball zieht weitere Kreise. Die Polizei des asiatischen Staates teilte mit, man gehe davon aus, dass ausländische Syndikate hinter dem Skandal stecken und offenbar auch Spiele anderer Ligen manipulieren würden. Die Ermittlungen im eigenen Land wurden von zwei auf fünf Vereine ausgeweitet. Der Präsident des nationalen Fußballverbandes, Khairy Jamaluddin, kündigte an, notfalls den Pokal-Wettbewerb im Juni sowie ein internationales U23-Turnier im Mai ersatzlos zu streichen, falls in den kommenden zwei Wochen weitere Fälle bekannt würden. "Wir werden alles tun, um die Korruption zu bekämpfen, notfalls mit drastischen Maßnahmen. Und wenn es die komplette Überarbeitung unseres Systems bedeuten würde", sagte Jamaluddin.
jar/sid/dpa
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