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28.05.2008
 

Nationalelf

Bundestrainer Löw streicht Marin, Jones und Helmes aus EM-Kader

Der endgültige Kader steht: Bundestrainer Löw hat Stürmer Patrick Helmes und die Mittelfeldspieler Marko Marin und Jermaine Jones aus dem vorläufigen Aufgebot für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz gestrichen.

Hamburg - Mit einer SMS informierte der Deutsche Fußball-Bund die Pressevertreter über die Entscheidung. Damit findet die EM ohne den Kölner Helmes, den Schalker Jones und den Gladbacher Marin statt. "Es war für mich eine tolle Sache, im 26-er-Kader dabei zu sein. Natürlich habe ich davon geträumt, auch für die Europameisterschaft nominiert zu werden. Es ist schade, dass ich nicht dabei bin", sagte Marin und blickte nach vorn: "Ich habe immerhin mein erstes Länderspiel bestritten und bin noch jung. Ich freue mich riesig darauf, wenn ich demnächst wieder eingeladen werde."

Nationalspieler Helmes, Jones und Marin (v.l.): Endstation Mallorca
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AP; Getty Images

Nationalspieler Helmes, Jones und Marin (v.l.): Endstation Mallorca

Kurz vor der Bekanntgabe war die DFB-Delegation vom Freundschaftsspiel gegen Weißrussland in Kaiserslautern (2:2) nach Mallorca zurückgekehrt. Nach dem Frühstück hatte Löw das Trio in persönlichen Gesprächen davon unterrichtet, dass sie nicht mit zur Europameisterschaft fahren werden. Bis Mittwoch um 12 Uhr musste der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sein endgültiges 23-köpfiges Aufgebot für die EM-Endrunde bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) benennen.

"Natürlich ist das eine Enttäuschung für mich, aber es geht trotzdem weiter. Ich habe die Tage mit der Nationalmannschaft genutzt, aber es hat leider nicht ganz gereicht. Für mich bricht keine Welt zusammen. Ich fahre jetzt zu meiner Familie", sagte Helmes. Auch Jones war traurig: "Die Europameisterschafts-Teilnahme war mein großes Ziel, das ich nun nicht erreicht habe. Ich habe im Training alles gegeben und habe mir nichts vorzuwerfen. Jetzt werde ich erst mal abschalten, alles sacken lassen und mit der Familie in Urlaub fahren."

Freuen können sich der Hamburger Mittelfeldspieler Piotr Trochowski, Außenstürmer David Odonkor (Betis Sevilla) und Angreifer Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), die ebenfalls als Wackelkandidaten galten. Auch Bremens Tim Borowski, der aufgrund eines grippalen Infekts in Mallorca nicht trainieren und damit auf sich aufmerksam machen konnte, war zuletzt als möglicher Heimfahrer diskutiert worden. Sie gingen beim "Casting" (Löw) aber als Sieger hervor.

"Die Entscheidung ist unserem Trainerteam sehr schwer gefallen. Es war eine Millimeter-Entscheidung, denn jeder der drei Spieler hätte es verdient gehabt, dem Kader anzugehören", sagte Löw. Dies sei keine Entscheidung "gegen ihre Qualität", fügte er an: "Sie haben im Trainingslager einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Sie haben gute Perspektiven, nach der EM wieder im Kreis der Nationalmannschaft dabei zu sein und eine gute Rolle zu spielen", machte der Bundestrainer den Spielern mit den Rückennummer 24, 25 und 26 Hoffnung auf eine Zukunft im Nationalteam.

Der 23er-Kader bereitet sich bis Freitag weiter auf Mallorca auf den EM-Auftakt am 8. Juni in Klagenfurt gegen Polen vor. Am Samstag steht für die DFB-Auswahl die EM-Generalprobe gegen Serbien in Gelsenkirchen (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf dem Programm. Am 3. Juni reist der DFB-Tross in die Schweiz, wo der dreimalige Welt- und Europameister in Ascona sein EM-Quartier bezieht.

Bis dahin soll auch der schwache Auftritt gegen Weißrussland vergessen sein. Löw ist sich in jedem Fall sicher, dass die Nationalelf bis zum Auftaktspiel gegen Polen ihre Form gefunden haben wird: "Wir werden in den nächsten Tagen intensiv mit dem Ball und an taktischen Dingen arbeiten. In zwölf Tagen werden alle besser in Form sein. Das kann ich versprechen."

Auch Kapitän Michael Ballack, der nach der Niederlage mit dem FC Chelsea im Champions-League-Finale in Kaiserslautern 45 Minuten zum Einsatz kam, war zuversichtlich, dass die DFB-Auswahl die Probleme schon bis zum Spiel gegen Serbien "in den Griff kriegt". Dabei strich der 31-Jährige schon einmal die Bedeutung der EM-Generalprobe heraus: "Da wollen wir unbedingt gewinnen, um mit einem Erfolgserlebnis und frischen Selbstbewusstsein in die EM zu starten. Wir brauchen ein gutes Ergebnis, das weiß jeder."

fpf/sid

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