Hamburg - Frings zog sich die Verletzung bei einem Zweikampf in der zweiten Halbzeit zu, ließ sich in der Partie gegen Österreich (1:0) aber nicht auswechseln. Anschließend klagte der 31-Jährige über Schmerzen im Rippenbereich und wurde zum Röntgen in ein Krankenhaus nach Lugano gebracht. Die dortige Untersuchung ergab einen Rippenbruch, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf seiner Homepage bekannt gab.
Ob Frings, der im zentralen Mittelfeld zur Stammformation gehört, im Viertelfinale gegen Portugal am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auflaufen kann, ist noch unsicher.
Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich besorgt: "Da Torsten für unser Team ein wichtiger Spieler ist, ist es selbstverständlich, dass unsere medizinische Abteilung alle Möglichkeiten ausschöpfen wird, damit er gegen Portugal einsatzfähig ist."
Werder-Profi Frings hat bislang 73 Länderspiele für die Nationalmannschaft absolviert und dabei zehn Tore erzielt. Er gilt neben Michael Ballack, Jens Lehmann und Miroslav Klose als Führungsspieler des Teams. "Er wird in den kommenden Stunden intensiv behandelt werden. Die Entscheidung, ob Torsten Frings gegen Portugal spielen kann, fällt erst kurzfristig am Donnerstag", so Löw weiter.
Als möglicher Ersatz stünden der zukünftige Bayern-Spieler Tim Borowski oder Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) bereit. Neben Frings droht jedoch auch Lukas Podolski auszufallen. Der Münchner, mit drei Toren bislang bester EM-Schütze der deutschen Elf, leidet an Wadenproblemen und musste im Training pausieren. Für Wirbel könnte zudem die Bekanntgabe des 23-Jährigen sorgen, dass der italienische Topclub Juventus Turin an ihm interessiert ist.
Die deutsche Mannschaft hatte sich am Montagabend durch ein 1:0 gegen Österreich für das Viertelfinale qualifiziert. Den entscheidenden Treffer erzielte Kapitän Ballack mit einem Freistoß aus 25 Metern.
Als Zweiter der Gruppe B (hinter Kroatien) trifft Deutschland in der Runde der letzten Acht auf Portugal, das mit sechs Punkten auf dem ersten Rang der Gruppe A landete. Das bislang letzte Duell beider Teams hatten Ballack und Co. für sich entschieden. Im Spiel um Platz drei der WM 2006 siegte Deutschland 3:1.
Damals erzielte Bastian Schweinsteiger zwei Tore, auch bei der Neuauflage soll der Bayern-Profi eine entscheidende Rolle spielen. "Ich gehe davon aus, dass er in die Mannschaft zurückkehrt. Er hat eine Bringschuld uns allen gegenüber", sagte Löw. Schweinsteiger war gegen Österreich gesperrt, weil er in der Partie gegen Kroatien (1:2) die Rote Karte gesehen hatte.
hut/sid
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