Tor
Lehmann (FC Arsenal):
Der Pfosten war sein Freund gegen Torres, bevor der Spanier doch noch traf. Hielt in der zweiten Hälfte klasse gegen Ramos' Kopfball und Iniestas Schuss - an Lehmann lag es nicht, dass das Finale verloren wurde. Die, die an seiner Klasse zweifelten, müssen nun Abbitte leisten.
Mittelfeld-Duo Podolski (l.) und Schweinsteiger: Final-Niederlage
Lahm (Bayern München):
War beim Rückstand der Leidtragende eines Abstimmungsfehlers in der Innenverteidigung. Hätte Metzelders Fehler aber durchaus ausbügeln können, entschied sich jedoch, Torres vor dem 0:1 zu sperren, anstatt den Ball wegzuschlagen. Konnte seinen Fehler in der zweiten Halbzeit wegen einer Fleischwunde am Fuß nicht mehr wettmachen.
Metzelder (Real Madrid):
Er war der Mann, der den Gegner in der ersten Hälfte aufweckte, als er die beste Chance für die Spanier hatte. Metzelder lenkte den Ball Richtung Lehmann ab, der aber aufpasste. Ließ sich an der Außenbahn von Torres tunneln, und als Metzelder einmal einen Ausflug nach vorn wagte, verlor er den Ball und trabte danach seelenruhig zurück, obwohl es schon wieder im Strafraum brannte. Vor dem 0:1 zu spät bei Torres. In der zweiten Hälfte auch zu spät bei anderen Spaniern.
Mertesacker (Werder Bremen):
Drei Fehlpässe in Halbzeit eins, vor allem aber ein verlorenes Kopfballduell gegen Torres, als dieser die Flanke von Ramos an den Pfosten setzte. Wirkte wackelig und langsam, gewann aber irgendwie doch Zweikämpfe. Deshalb nicht ganz so schlecht wie Metzelder.
Friedrich: (Hertha BSC):
Hatte sichtbare Schwierigkeiten mit Iniesta. Wirkte langsam, irgendwie mut- und kraftlos. Wann immer ein Laufduell anstand, Friedrich verlor es. Keine einzige Flanke im gesamten Spiel.
Jansen (Bayern München, ab 46. für Lahm):
Seine Einwechslung überraschte selbst die Spanier. Jansen? Bitte sehr: Stellte sich mit Tempoläufen vor, Grätschen, Pässen, Flanken - initiierte so etwas wie einen kleinen deutschen Sturmlauf zwischen der 60. und 65. Minute. Aber ein 22-jähriger Außenverteidiger kann kein EM-Finale drehen.
Mittelfeld
Schweinsteiger (Bayern München):
Hatte alle Freiheiten und nutzte wenige davon. Gewann immerhin viele Eins-gegen-eins-Duelle und flankte einmal gefährlich auf Friedrich. Trat aber grausame Standards. Sorgte mit einer Flanke und einer Ablage auf Ballack kurz für Druck in der zweiten Hälfte - dann ward er nicht mehr gesehen.
Hitzlsperger (VfB Stuttgart):
Ein paar schöne kurze Pässe, traf die Ablage von Klose nach zehn Minuten im Strafraum leider nicht richtig. Defensiv mit Mühe.
Ballack (FC Chelsea):
Tanzte einmal Ramos aus, bot sich immer wieder an. Er wollte sich in diesem Finale nicht verstecken, doch wo Ballack auch hinlief, Senna war schon da - auch bei einem Kopfball im Mittelfeld, bei dem sich der Kapitän die rechte Schläfe aufschlug. So martialisch der getackerte Ballack wirkte, er erschreckte die Spanier nicht. Auch nicht in der zweiten Hälfte, in der Ballacks Beiträge zum Spiel der Deutschen eine gefährliche Flanke und ein Schüsschen links vorbei waren. Der Mann, der sein Team zum Titel führen sollte, musste - er wollte, aber konnte nicht.
Frings (Werder Bremen):
Ein guter Pass in Hälfte eins, ein schöner Lauf in den gegnerischen Strafraum in der zweiten Hälfte - die offensive Bilanz von Frings las sich nicht so schlecht. Verlor aber in seinem eigentlichen Betätigungsfeld zu viele Zweikämpfe, spielte Fehlpässe und brachte sein Team so aus dem Rhythmus.
Podolski (Bayern München):
Lief, flankte, passte, hielt defensiv seine Position - ordentlich, was der Münchner in Hälfte eins ablieferte. In der zweiten merkte man, wie sehr er dem Spiel offensiv seinen Stempel aufdrücken wollte. Podolski war voller Adrenalin und zu Recht außer sich nach einem Kopfstoß von Silva. Aber er verschwendete dabei Energie, die ihm in seinen Laufduellen gutgetan hätte.
Sturm
Klose (Bayern München):
Obwohl er nicht einmal aufs Tor schoss, war Klose der beste Deutsche in der ersten Hälfte. Immer anspielbar, lief auf links Ramos davon und spielte Hitzlsperger an. Er lief auch einen Fehlpass des spanischen Rechtsverteidigers, legte sich den Ball aber zu weit vor. Tauchte in der zweiten Hälfte unter. Wenn wir ehrlich sind: just zu einem Zeitpunkt, als es darauf ankam, präsent zu sein.
Kuranyi (Schalke, ab 58. für Hitzlsperger):
Was macht ein Mittelstürmer ohne Flanken? Er sieht schlecht aus. So wie Kuranyi.
Gomez (Stuttgart, ab 79. für Klose):
Siehe Kuranyi. Nur dass Gomez nicht so lange warten musste.
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