Von Christoph Ruf
Eintracht Braunschweig, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf - nur drei Vereine aus der Dritten Liga, die sowohl Fußballnostalgiker als auch Zweitliga-Manager lieber eine Klasse höher sähen als manchen Club, der dort tatsächlich spielt. Doch sie sind Teil der neu geschaffenen Dritten Liga, die am Freitag mit der Partie Rot-Weiß Erfurt gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in ihre Premierensaison geht.
Was die Zuschauerresonanz angeht, ist die Liga attraktiv. Denn neben Braunschweig, Dresden und Düsseldorf locken auch Clubs wie Erzgebirge Aue, Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt oder Union Berlin weit mehr Fans als mancher Zweitligist in ihre Stadien.
Fans von Dynamo Dresden: Anschreien gegen einen leeren Gästeblock
Als die Einführung der eingleisigen Dritten Liga 2006 beschlossen wurde, stimmte allerdings mancher Manager dafür, der sich heute bitter darüber beschwert, dass die Liga finanziell so schwach ausgestattet sei. Dabei war bereits damals klar, dass der aktuelle Fernsehvertrag bis 2009 gelten würde. Sobald er ausgelaufen ist, soll die Summe nun auf 825.000 Euro aufgestockt werden - nicht gerade ein Vorstoß in neue Dimensionen.
Auch Bernd Maas, Geschäftsführer von Dynamo Dresden, leidet unter der schwachen finanziellen Ausstattung der Liga. Dass der Letzte der Zweiten Liga "mehr als sechs Mal mehr Geld aus den Fernsehverträgen bekommt als ein Drittligist", erschwere die wirtschaftliche Planung, "die Kosten für Personal und Infrastruktur sind ja annähernd gleich." Man müsse nun alles dafür tun, dass die Liga bekannter werde, um sie für Sponsoren interessanter zu machen, sagt Maas. Er wäre im Gegenzug bereit, die Sender ohne zusätzliche Lizenzgebühren übertragen zu lassen. Erste Erfolge sind in Dresden bereits zu verzeichnen: Der neue Hauptsponsor kam nur, weil er die neue bundesweite Dritte Liga für deutlich attraktiver hält als die abgeschaffte zweigleisige Regionalliga.
Eintracht Braunschweig war in der vergangenen Saison genau eine halbe Stunde nicht auf einem Abstiegsplatz. Da es die letzte halbe Stunde der Spielzeit war, hat sich der Deutsche Meister von 1967 für die Dritte Liga qualifiziert. Im Gegensatz zum Lokalrivalen FC Magdeburg, der am letzten Spieltag scheiterte. Bernd Hofmann, Magdeburgs Manager, hofft nun auf den sofortigen Wiederaufstieg. Einen Drei-Millionen-Etat wird der Verein jedenfalls nicht dauerhaft auf die Beine stellen können: "Der Abstieg muss für uns ein Betriebsunfall bleiben."
Dem Club aus der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt trauert in Braunschweig nicht nur Geschäftsführer Sören-Oliver Voigt nach: "Die haben in den vergangenen Jahren 5000 bis 7000 Zuschauer mitgebracht." Voigt ist skeptisch, ob man sich bald in der Dritten Liga wiedersieht, schließlich muss sich der 1. FCM mit der Nachwuchsmannschaft des VfL Wolfsburg in einer Liga herumschlagen. Und die ist nicht nur spielerisch stark: "Deren Bundesliga-Mannschaft hatte zu Beginn der Vorbereitung einen Kader von 42 Mann", berichtet Voigt. "Wenn es da einer wie Mahir Saglik nicht schafft, spielt der schnell in der Vierten Liga. Und dafür ist er zu gut, der hat letzte Saison für Wuppertal 27-mal getroffen." Allerdings sei es zu einfach, die Misere der Traditionsvereine ausschließlich am privilegierten Status der Profi-Zweitvereine festzumachen, sagt Voigt: Alle Clubs mit großem Fanpotential stünden unter dem Druck, kurzfristig Erfolge vorzuweisen. Zu sehr hätten sie in der Vergangenheit versucht, den mit teuren Ex-Stars zu erzwingen. "Keiner von denen, die das probiert haben, hat Erfolg gehabt", so Voigt.
Unter den 20 Drittligisten sind nur drei Zweitvereine von Bundesligisten: VfB Stuttgart II, Bayern München II und Werder II. Maximal vier hätten sich qualifizieren dürfen. Doch ab der kommenden Saison können unbegrenzt viele Zweitvereine aufsteigen; deren Anzahl dürfte sich also sukzessive erhöhen. Schließlich sind in den drei neu geschaffenen vierten Ligen - den "Regionalligen"- 22 der 60 Vereine Zweitvertretungen. Darunter viele, die spielerisch und finanziell so gut dastehen, dass sie in ihren Ligen zu den Aufstiegsfavoriten zählen. Beim DFB hält man es nicht für problematisch, dass künftig unbegrenzt Zweitvereine in die Dritte Liga aufsteigen können. "Viele zweite Mannschaften fühlen sich in der Vierten Liga optimal aufgehoben", beschwichtigt der für die Dritten Liga zuständige DFB-Direktor Helmut Sandrock im "Kicker".
Doch auch bei den Fans von viertklassigen Traditionsvereinen wie Darmstadt 98 oder dem 1. FC Magdeburg sind die Spiele gegen den Nachwuchs von Hannover 96 oder Wehen Wiesbaden denkbar unbeliebt: Oftmals werden diese Teams von keinem einzigen Gästefan begleitet, selbst zu Hause haben sie nur wenige Zuschauer. "Wir sehen natürlich lieber Duelle mit direkten Nachbarn, mit Traditionsvereinen wie Halle oder Aue", sagt Christoph Bohne, der in der Magdeburger Fanszene aktiv ist. Außerdem sei es "Wettbewerbsverzerrung", dass Erstligaprofis in den unteren Ligen eingesetzt werden dürfen. "Martin Harnik hat für Österreich bei der EM gespielt. Jetzt wird er für Werder Bremen II auflaufen", wundert sich Bohne. "Da kann doch irgendwas nicht stimmen."
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Florenz! Und das zurecht! http://www.unesco-welterbe.de/de/pics/staedte/bilder_760/dresden.jpg <-- Dresden Altstadt http://www.italien-aktuell.info/images/florenz/gross/ponte-vecchio-florenz.jpg <-- Florenz mehr...
Elbflorenz. Vielleicht haben die ja auch einen schiefen Turm dort... :D mehr...
... oder muss es Elbflorenz heißen? Könnte jetzt nachsehen, tu's aber nicht. Das Ding zieh' ich durch! mehr...
Evtl. kann ich eine Dienstreise zur 2. Abfahrt machen... Verstehe, Dienstreisen führen zunehmend in die Neurottstraße 16. Bring die Golfschläger mit! mehr...
Aus Dresden. Habe aber gerade gelesen, dass wir erst am Mittwoch dem 13.05 2009 19:00 zu Euch kommen. Da ist es lange hell, und sicher kein Problem. Evtl. kann ich eine Dienstreise zur 2. Abfahrt machen, dann könnte man ja [...] mehr...
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