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11.08.2008
 

Kurzpässe

Kompany kehrt doch zurück, Bremen verzichtet auf Klage

Machtprobe misslungen: HSV-Verteidiger Vincent Kompany wird die belgische Olympia-Mannschaft verlassen. Werder Bremen schließt sich der Klage von Schalke 04 im Streit um Olympia-Abstellungen nicht an. Ein englischer Nachwuchsspieler erhält Schadenersatz in Millionenhöhe.

Hamburg - "Ich werde am Dienstag die Nationalmannschaft verlassen und nach Hause fliegen", sagte HSV-Profi Vincent Kompany. Der Abwehrspieler hatte noch wenige Stunden zuvor nach Angaben des belgischen Verbandes "eigenmächtig beschlossen", in Peking zu bleiben. Die Hamburger hatten den 22-Jährigen nur für die beiden ersten Gruppenspiele gegen Brasilien und China abgestellt.

HSV-Profi Kompany: "Ein Jammer, dass ich mein Land im Stich lassen muss"
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AP

HSV-Profi Kompany: "Ein Jammer, dass ich mein Land im Stich lassen muss"

Nachdem HSV-Coach Martin Jol noch einmal deutlich die Rückkehr gefordert hatte, machte Kompany seiner Enttäuschung Luft. "Ich finde, es ist ein Jammer, dass ich mein Land im Stich lassen muss", sagte er. "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich keine Unterstützung von Seiten des Verbandes gefühlt habe. Ich habe mit allen in Hamburg gesprochen und mein Platz ist hier. Aber ich glaube, dass es zu riskant ist, hier zu bleiben." Damit spielte Kompany offenbar auf den nicht geregelten Versicherungsschutz an.

Werder Bremen wird im Streit um die Abstellung von Mittelfeldstar Diego mit dem Brasilianischen Fußball-Verband (CBF) keine weiteren Schritte einleiten. "Wir schließen uns der Klage nicht an. Es kann sein, dass wir das zu einem späteren Zeitpunkt tun werden", sagte Werder-Manager Klaus Allofs zum Vorgehen von Schalke 04. Werders Bundesliga-Konkurrent hatte zuvor den CBF beim Weltverband Fifa verklagt, seinen Abwehrspieler Rafinha nicht mehr bei den Olympischen Spielen in Peking einzusetzen. "Uns lag in erster Linie die Versicherungsfrage am Herzen, die bei einer möglichen Verletzung von Diego entsteht", sagte Allofs. Dies sei nun "durch Vermittlung des DFB geklärt".

Der CBF reagierte unterdessen nach eigener Darstellung "irritiert" über das Vorgehen der Gelsenkirchener. "Von Schalke hat der CBF überhaupt nichts erhalten", erklärte ein Verbandssprecher. Im Gegensatz zur Darstellung Schalkes sei es Rafinha "vom Verein erlaubt, hier zu sein - und deshalb hat er ja auch schon gespielt."

Mit 5,4 Millionen Euro wird ein früherer Nachwuchsspieler von Champions-League-Sieger Manchester United für sein vorzeitiges Karriereende durch ein Foulspiel entschädigt. Diese Summe sprach der Oberste Gerichtshof in England Ben Collett zu, der 2003 einen doppelten Beinbruch erlitten hatte und seine Laufbahn beenden musste. Collett, dessen Fähigkeiten ManU-Trainer Alex Ferguson als "außerordentlich" bezeichnete, hatte gegen seinen Gegenspieler Gary Smith und dessen Verein FC Middlesbrough geklagt, nachdem er in einem Spiel der ManU-Reserve gegen "Boro" gefoult worden war.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Collett ohne die schwere Verletzung einen Profivertrag erhalten hätte. "Die Summe zeigt, um was für ein Talent es sich bei Collett handelte", begründete das Gericht die Höhe des Schadenersatzes. Die Kosten werden von Middlesbroughs Versicherung übernommen.

Ruud Gullit ist nicht mehr Trainer von David Beckham beim Major-League-Soccer-Club Los Angeles Galaxy. Das gab Galaxy-Investor Tim Leiweke am Montag in Los Angeles bekannt. Neben Gullit, der seinen Job aus persönlichen Gründen aufgegeben haben soll, ist auch der bisherige Generalmanager und ehemalige US-Nationalspieler Alexi Lalas nicht mehr im Amt. Der Club ist seit sieben Spielen sieglos und liegt in der 14er-Liga auf dem elften Rang.

Der ehemalige niederländische Nationalspieler Marc Overmars (86 Einsätze) will vier Jahre nach seinem Rücktritt ein Comeback beim Zweitligisten Go Ahead Eagles Deventer geben. "Der Hauptgrund für meine Rückkehr ist, dass ich dem Verein helfen will. Ich will aber auch spielen", sagte der 35-Jährige. Er arbeitet bei Deventer derzeit auch als technischer Direktor. Overmars hatte 2004 nach einer Knieverletzung seine Karriere beendet.

Zum Abschluss der Hinrunde hat die brasilianische Liga einen Rekord bei den Trainer-Entlassungen aufgestellt. Der Rauswurf von Renato Gaucho beim Tabellenvorletzten Fluminense Rio de Janeiro nach dem 1:2 gegen Schlusslicht Ipatinga war bereits die 19. Trainer-Entlassung der laufenden Saison. Gaucho hatte Fluminense im vergangenen Jahr zum Pokalsieg und in dieser Saison bis ins Finale der Copa Libertadores geführt.

wit/sid/dpa

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