Von Christoph Ruf, Vaduz
Tor
Robert Enke (Hannover 96): Dass er nicht viel zu tun bekommen würde, war vorher klar. Bei den wenigen gefährlichen Aktionen der Gastgeber aufmerksam und souverän. In der zweiten Hälfte nur noch als Greenkeeper beschäftigt.
Abwehr
Clemens Fritz (Werder Bremen): Er wirkt, als sei er mit einer Partie schon zufrieden, wenn ihm keine Fehler unterlaufen. In der 58. Spielminute die erste Offensivaktion. Gegen einen Gegner wie Liechtenstein reicht das nicht.
Philipp Lahm (Bayern München): Pech für Fritz, dass er unwillkürlich an seinem Pendant auf der linken Außenbahn gemessen wird. In Defensive und Offensive gleichermaßen souverän bestätigte er seine grandiose Form der vergangenen Wochen.
Serdar Tasci (VfB Stuttgart): Deutete seine Qualitäten als moderner Verteidiger an. Vor den Augen seines Trainers Armin Veh mit guten Szenen in der Spieleröffnung. Und einem dicken Lapsus vor dem eigenen Strafraum.
Heiko Westermann (Schalke 04): Defensiv wie erwartet wenig gefordert, nutzte seine Freiheiten durch einige gelungene Offensivaktionen. Bei der gelungensten köpfte Westermann köpfte kurz vor Schluss das sechste deutsche Tor - sein erstes Länderspieltor.
Mittelfeld
Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart): Eine ordentliche, allerdings nicht ganz fehlerlose Partie. Traf mit einem abgefälschten Freistoß zum 0:5.
Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): Unauffällig, vielleicht einen Tick zu passiv. Dafür ungeheuer zuverlässig. Einen Spieler, der saubere Pässe spielt und abolut fehlerresistent ist, braucht jedes gute Team. Als die Liechtensteiner zu lahmen begannen mit einem Tor.
Marko Marin (Borussia Mönchengladbach/ab 69.): Engagiert und quirlig, nach seiner Einwechslung wechselte Trochowski den Flügel.
Bastian Schweinsteiger (Bayern München): Über seine rechte Seite gingen deutlich weniger gefährliche Aktionen aus. Das lag auch, aber nicht hauptsächlich an Schweinsteiger. Schönes Tor zum 0:4.
Piotr Trochowski (Hamburger SV): Sichtlich bemüht, die Forderung des Trainers umzusetzen, selbstbewusster zu agieren. Trotz einiger Stockfehler zu Beginn: Wenn es schnell und damit gefährlich wurde, war der Hamburger oftmals die Gefahrenquelle.
Angriff
Miroslav Klose (Bayern München): Selbst das Spiel, das zum Bewährungshelfer in Sachen Trefferquote werden sollte, misslang. Zudem viele Abspielfehler. Das Engagement ist da, Klose kneift nicht, er sucht das Tor – aber er findet es einfach nicht. Eine fast schon tragische Partie.
Mario Gomez (VfB Stuttgart/ab 62.): Fügte sich gut ein. Es war allerdings auch zu erwarten, dass die letzte halbe Stunde für Deutschland die einfachste werden würde.
Lukas Podolski (Bayern München): Harmonierte überraschend gut mit Piotr Trochowski. Immer wieder mit gefährlichen Alleingängen und Flankenläufen. Eine überragende Partie eines Mannes, der ganz offensichtlich etwas beweisen wollte.
Kevin Kuranyi (Schalke 04/ab 76.): Kam für Podolski und fiel nicht weiter negativ auf.
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