Aus Helsinki berichtet Christoph Ruf
Im ersten Moment schien es, als wolle er am liebsten vorbeigehen an der wartenden Journalistenschar, die ihn da freudestrahlend erwartete. Dann blieb Miroslav Klose doch stehen, ein wenig widerwillig zwar, doch bereit, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass sie sich umsonst um ihn gesorgt hatte. "Ganz ehrlich, ich habe mich durch die ganzen Diskussionen nie anstecken lassen, denn ich wusste immer, was ich kann." Harte Arbeit werde eben irgendwann belohnt. Und im Training habe er sich nie hängenlassen: "Das seht Ihr Journalisten ja leider nicht, aber die Trainer haben es gesehen", sagte der 30-Jährige nach dem 3:3 (2:2) im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland.
"Für mich ist das weder ein Glückstag noch ein Befreiungsschlag. Ich war nur froh, dass wir für unsere Bemühungen noch belohnt worden sind. Deshalb habe ich mich so gefreut", erklärte er mit gewohnt leiser Stimme seine Reaktion auf dem Feld und fügte hinzu: "Das ist das Schöne und Traurige am Stürmer-Dasein."
Vielleicht - wer könnte es ihm verdenken - hatte Klose ein klein wenig geflunkert. Denn so frei von allen Selbstzweifeln, wie er gewesen sein will, wirkte der Kapitän der Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen nicht. In Liechtenstein, als es erneut nicht lief, sah man ihn zuweilen mit einer Körpersprache, die das genaue Gegenteil von trotzigem Selbstbewusstsein ausstrahlte.
Als er ausgewechselt wurde, wollte der Bayern-Angreifer schon vom Rasen, ehe der Vierte Offizielle überhaupt die Auswechslung angezeigt hatte. Und auch in der ersten halben Stunde im zugigen Olympiastadion von Helsinki sah es noch nicht danach aus, dass Klose schon bald seine Länderspieltore 42, 43 und 44 erzielen sollte.
Ganz im Gegenteil: In der 31. Minute vergab er völlig freistehend eine Kopfballchance. Und schien danach in sich zusammenzusacken. Doch nur sieben Minuten später klappte es endlich. Der 1:1-Ausgleich setzte bei Klose zusätzliche Kräfte frei - prompt ließ er die Treffer zum 2:2 (45.) und 3:3 (83.) folgen.
Drei Tore, die wichtig für ihn als kriselnder Stürmer waren, vor allem aber drei Tore, die sein Team dringend brauchte. Die Finnen, die mit ihrem couragierten Auftritt wohl alle Zuschauer im Stadion überrascht hatten, brachten das DFB-Team an den Rand einer Niederlage. Es wäre das erste Spiel gewesen, das Deutschland auswärts in einer WM-Qualifikation verloren hätte.
236 Minuten war Klose im DFB-Dress ohne Torerfolg geblieben. Auch die Mannschaft zeigte nach den Treffern überschwänglich ihre Freude über die wiedergefundene Treffsicherheit ihres routiniertesten Stürmers. Das spricht für sich. Klose steht beim Team und beim Trainerstab hoch im Kurs. Die Erleichterung, dass ihr Kapitän nun keine Schlagzeilen vom Typ "Psycho-Klose" mehr lesen muss, war bei vielen Mitspielern zu spüren. Und auch Bundestrainer Joachim Löw, der trotz aller Kritik an Klose festgehalten hatte, sah sich bestätigt: "Vertrauen zahlt sich im Leben aus."
Bestätigt fühlen kann sich neben Löw auch Jürgen Klinsmann, der in München ebenso stoisch an seiner Nummer 11 festgehalten hatte wie sein Nachfolger beim DFB. Dort ist vor Jahren einmal der allgemein als sehr gutmütig geltende Trainer-Ausbilder Erich Rutemöller hinter vorgehaltener Hand verspottet worden, weil er seinen Trainernovizen empfahl, erfolglose Stürmer einfach mal aufs leere Tor schießen zu lassen. Dass ihnen das - wie von Rutemöller behauptet - Selbstvertrauen verleihe, bestritt so gut wie jeder Trainer. Vielmehr würden sie sich veräppelt fühlen.
Am vergangenen Bundesliga-Spieltag, Jahre nachdem Erich Rutemöller in Ruhestand gegangen ist, griff Jürgen Klinsmann dann zu einem ähnlichen Psycho-Trick, indem er zustimmend zuschaute, als die etatmäßigen Elfmeterschützen des FC Bayern Miroslav Klose, der ansonsten nicht für Strafstöße vorgesehen ist, den Ball übergaben. Klose erzielte vom Punkt seinen ersten Saisontreffer zum 4:0 gegen Hertha BSC Berlin (Endstand 4:1). "Miro ist noch nicht da, wo er hin soll, aber er ist auf einem guten Weg", sagte Klinsmann nach dem Länderspiel.
Künftig können bei den Bayern also wieder die etatmäßigen Elfmeterschützen zur Tat schreiten. Seit Mittwochabend kann der Patient Klose als geheilt gelten.
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hi schwab, was ist los mit dir?!... Es war doch Spaß... ;:) Sonst alles klar! mehr...
Danke! Aber Neid muß nicht sein... Sonnige Grüße -pst- mehr...
100% Zustimmung, Brieli! Gruß nach Italien.. ;:) mehr...
Tegucigalpa - Honduras, Sie erinnern sich? Sie sollten keinen Fussballkrieg gegen El Salvador anzetteln, also kommen Sie schön wieder zurück nach Guatemala. Und Durban, ja das ist dieses Kaff in SA am Ind. Oz. Selbst schon dort [...] mehr...
Er meinte natürlich Guatemala-Stadt und Maputo. (Besserwiss :) ) Ganz schönes Reisepensum. Da keimt Neid. Aber es sei Dir gegönnt. mehr...
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