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04.11.2008
 

Champions League

Werder erlebt Debakel gegen Athen

Gellende Pfiffe im Weserstadion: Die katastrophale Leistung gegen Panathinaikos Athen offenbarte erneut Werder Bremens eklatante Schwäche in dieser Saison - die wackelige Defensive. Als derzeitiger Gruppenletzter ist das Erreichen des Achtelfinales in weite Ferne gerückt.

Hamburg - Die Fans machten ihrem Unmut nach drei Gegentreffern in nur 25 Minuten Luft: Pfiffe ertönten, einige Anhänger intonierten "Auf Wiedersehen!". Nach dem Schlusspfiff verließ Trainer Thomas Schaaf mit versteinerte Miene seine Bank. Nach einer katastrophalen zweiten Halbzeit hatte Werder Bremen nicht nur das Spiel verloren, sondern wahrscheinlich auch den möglichen Einzug ins Achtelfinale der Champions League verspielt. Nach zuletzt drei Remis in der Königsklasse in dieser Saison wurde Werder gegen Panathinaikos Athen im eigenen Stadion vorgeführt und verlor verdient 0:3 (0:0). Damit ist Werder Gruppenletzter und muss sogar um die Qualifikation für den Uefa-Pokal bangen. "Unsere Enttäuschung ist riesengroß", sagte Kapitän Frank Baumann im Anschluss: "Wir wollten hier unbedingt drei Punkte holen und unsere Ausgangsposition verbessern. Das ist gründlich in die Hose gegangen."

Vor 35.968 Zuschauern, unter ihnen auch Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehagel, gelang Stürmer Vangelis Mantzios in der 58. Minute der Führungstreffer für die Gäste. Der ehemalige Frankfurter narrte mit einer Körpertäuschung zwei Abwehrspieler und überwand Werders Torhüter Tim Wiese mit einem Flachschuss. Zwölf Minuten später war es Kapitän Georgios Karagounis, der den nicht optimal postierten Wiese ein zweites Mal überlistete. Alexandros Tziolis (83.) machte die Bremer Blamage perfekt.

Drei Tage nach dem überzeugenden 5:1-Kantersieg in der Bundesliga gegen Hertha BSC Berlin waren die Platzherren nicht wiederzuerkennen. Ohne den gelbgesperrten Torsten Frings fehlte es im Bremer Mittelfeld an der nötigen Ordnung, zudem hatte der Brasilianer Diego einen schwachen Tag erwischt und konnte den Aktionen seines Teams nur selten Impulse verleihen. Die Gäste hingegen, die bei einem Unentschieden oder einer Niederlage aus dem Rennen gewesen wären, agierten ballsicher im Mittelfeld und fuhren speziell in der zweiten Halbzeit immer wieder gefährliche Konter. Schon in der 13. Minute hätten sie in Führung gehen können, als ein Freistoß von Karagounis aus fast 30 Metern Entfernung an die Querlatte klatschte.

Unter dem ungeordneten Bremer Mittelfeldspiel litt auch die Offensive. Insbesondere der Peruaner Claudio Pizarro konnte sich überhaupt nicht in Szene setzen, sein Sturmpartner Markus Rosenberg war noch einer der bemühtesten Bremer, doch in den meisten Szenen fast völlig auf sich allein gestellt. Selbst nach dem zweiten Gegentreffer brachte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nur noch eine müde Schlussoffensive ohne klare Torchancen zustande.

Das Team des niederländischen Trainers Henk ten Cate hingegen konnte sich in den letzten Minuten darauf beschränken, die harmlosen Werder-Attacken abzuwehren und legte sogar noch nach. Das 80 Minuten lang erstaunlich genügsame Bremer Publikum verlor nach dem Schlusspfiff die Geduld und verabschiedete die Spieler mit schrillen Pfiffen in die Kabine.

"Die Enttäuschung ist groß. Wir brauchen nichts zu beschönigen. In keiner Phase ist es uns gelungen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben", sagte Trainer Schaaf.

jar/sid/dpa

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