Hamburg - Karl-Heinz "Charly" Neumann starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren, wie der FC Schalke 04 bestätigte. Der gelernte Bäcker und Gastronom hatte seit Jahren gesundheitliche Probleme, vor allem mit dem Herzen. Zudem erlitt er mehrere Schlaganfälle.
Der gebürtige Bochumer Neumann war seit 1950 Vereinsmitglied bei den Gelsenkirchenern. Anfangs brachte er als Bäcker-Lehrling Brötchen zu Ernst Kuzorra, dem Schalke-Star der dreißiger Jahre. Später wurde er Jugendleiter und 1976 Mannschaftsbetreuer des Profiteams um Klaus Fischer und Rüdiger Abramczik. Sein Stellenwert für den Club wuchs ständig, vor allem bei den Fans war der erfolgreiche Gastronom sehr populär.
"Ich bin tief betrübt von der Meldung, wenngleich Charly schon seit längerer Zeit kränklich war. Er hat sich ohne Zweifel ungeheure Verdienste um den FC Schalke 04 erworben. Charly hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird", sagte Clubchef Josef Schnusenberg.
Weggefährten zeigten sich tief betroffen. "Das ist ein sehr trauriger Tag. Menschen wie Charly mit all ihren Stärken und Schwächen machen den Charme unseres Vereins aus. Ich werde ihn immer als liebenswürdigen Menschen in Erinnerung behalten", sagte Schalke-Geschäftsführer Peter Peters. Gerade in der Anfangszeit als Spieler sei "Charly" für ihn eine große Hilfe gewesen, sagte Manager Andreas Müller: "Er hatte immer ein Ohr für jeden Spieler. Er wird mir unheimlich fehlen. Er war einer der Menschen, die Schalke ein Gesicht gegeben haben. Leider gibt es solche Typen wie ihn immer weniger im Fußball."
Neumanns Aufgabe als Betreuer wurde nur durch einen Streit mit dem damaligen Manager Rudi Assauer unterbrochen, der ihn kurzzeitig den Job kostete. 1986 bewarb sich Neumann für das Amt des Präsidenten, zog aber seine Bewerbung zurück, damit Günter Siebert gewählt werden konnte.
Bei den Bundesliga-Abstiegen 1981, 1983 und 1988 galten die Bilder des weinenden Neumann als Symbol für den Niedergang des Traditionsclubs. Als Integrationsfigur und Sympathieträger verkörperte Neumann die nostalgische Art das alten Schalke aus der Ära der Glückauf-Kampfbahn.
In den vergangenen Jahren trat Neumann selten in der Öffentlichkeit auf. 2007 vermittelte er in einem Streit zwischen Assauer und dem einstigen Schalker Nationalspieler Olaf Thon.
Neumann hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.
all/sid/dpa
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