SPIEGEL ONLINE: Herr Marin, Sie wurden am Montag mit Ihren Teamkollegen von der Bundeskanzlerin empfangen. Haben Sie mit ihr über die Finanzkrise oder Fußball geredet?
Marin: Es wurde auch über die Lage bei Opel gesprochen. Frau Merkel wusste aber, dass ich kürzlich zwei Tore in einem Spiel gemacht habe. Das fand ich schon beeindruckend.
SPIEGEL ONLINE: Das Gespräch war sicher entspannter als die lange erwartete Ansprache des Bundestrainers an die Mannschaft gleich danach.
Marin: Überhaupt nicht, die Ansprache des Trainers dauerte auch nicht besonders lange. Er hat eben ein paar Dinge angesprochen, gesagt, dass wir respektvoll miteinander umgehen sollen, einander vertrauen sollen.
SPIEGEL ONLINE: Das sind doch ziemliche Selbstverständlichkeiten.
Marin: Eben. Es kann aber nicht schaden, wenn jeder von uns sich da noch mal ein paar Gedanken drüber macht.
SPIEGEL ONLINE: Sie sind mit gerade 17 Bundesliga-Spielen als 19-Jähriger schon ein fester Bestandteil des DFB-Kaders. Fragen Sie sich manchmal, wie Sie leben würden, wenn Ihre Mutter 1991 nicht nach Deutschland gezogen wäre?
Marin: Klar, das frage ich mich oft. Als ich zweieinhalb Jahre war, sind meine Eltern mit uns nach Deutschland gekommen. Wer weiß, was aus mir geworden wäre, wenn es damals dieses Abkommen zwischen Jugoslawien und Deutschland nicht gegeben hätte und in Deutschland nicht gerade Klinikpersonal gefehlt hätte. Viele meiner Freunde in Bosnien haben es jedenfalls schwer.
SPIEGEL ONLINE: Und dann kommen Sie und erzählen von teuren Hotels und Angela Merkel.
Marin: Wobei sich meine Freunde und Verwandte mit mir freuen, wenn ich wie jedes Jahr in Bosnien Urlaub mache. Die schauen sich alles über mich im Fernsehen an und bewahren Zeitungsartikel auf, in denen über mich berichtet wird. Es ist ja aber auch nicht so, dass wir dann ständig darüber reden, wie das Leben in Bosnien ist. Wir haben jede Menge Spaß, und ich bin immer sehr traurig, wenn ich wieder weg muss – auch wenn man sich dann wieder schnell auf den Alltag freut.
SPIEGEL ONLINE: In dem spielen Ihre Eltern noch immer eine große Rolle.
Marin: Das stimmt. Meine Mutter hat mich früher zu jedem Spiel gefahren, mein Vater war eh überall dabei, auch bei meinen Auswärtsspielen in der Jugend. Und heute übernachten sie bei mir in Mönchengladbach, wenn wir ein Heimspiel haben. Meine Eltern sind mir sehr wichtig.
SPIEGEL ONLINE: Zuletzt gab es erstmals Kritik an Ihrer Spielweise. Angeblich übertreiben Sie das Dribbling und vernachlässigen die Defensivaufgaben.
Marin: Das wurde nach außen falsch dargestellt, ich bin auch nicht defensivschwächer als andere Offensivspieler. Unser Trainer Hans Meyer hat mir auch noch mal erklärt, dass ich mein Spiel nicht komplett ändern soll. Ich muss halt defensiv mitarbeiten wie jeder andere auch.
SPIEGEL ONLINE: Wie fast jeder andere. Bei Bayern hat Ribéry alle Freiheiten – sein Coach Jürgen Klinsmann sieht ihn als Künstler, dessen Kreativität man nicht in taktische Zwänge einpferchen darf. Beneidenswert, oder?
Marin: Ein 18- oder 19-Jähriger wird ja nie das Standing haben wie jemand, der schon viel erreicht hat. Es muss eben das Ziel sein, sich dieses Standing zu erarbeiten. Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass ich mit 25 Jahren nur noch vorne herumstehe und warte, bis mal ein Ball vorbeikommt.
SPIEGEL ONLINE: 2010 läuft Ihr Vertrag in Mönchengladbach aus. In München werden Sie bereits als potentieller Neuzugang gehandelt. Würden Sie Ihren Freunden in Bosnien einen Gefallen tun, wenn Sie für Bayern spielen?
Marin: Das weiß ich gar nicht. Viele meiner Bekannten sind Gladbach-Fans, das ist ein echter Name dort, schließlich hat die Borussia mal gegen Partizan und Roter Stern gespielt.
SPIEGEL ONLINE: Waren Sie selbst denn als Kind Bayern-Fan?
Marin: Nein, aber Mehmet-Scholl-Fan. Als wir vor zwei Jahren mal gegen Bayern gespielt haben, habe ich ihn schon vor dem Anpfiff gefragt, ob ich sein Trikot haben kann, damit es ja kein anderer bekommt. Ansonsten habe ich auch in der Freizeit im Trikot von Eintracht Frankfurt gekickt. Das war mein Verein.
Die Fragen stellte Christoph Ruf.
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Tegucigalpa - Honduras, Sie erinnern sich? Sie sollten keinen Fussballkrieg gegen El Salvador anzetteln, also kommen Sie schön wieder zurück nach Guatemala. Und Durban, ja das ist dieses Kaff in SA am Ind. Oz. Selbst schon dort [...] mehr...
Er meinte natürlich Guatemala-Stadt und Maputo. (Besserwiss :) ) Ganz schönes Reisepensum. Da keimt Neid. Aber es sei Dir gegönnt. mehr...
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