Hamburg - Es ist in letzter Zeit viel über die Stimmung im deutschen Team geredet worden. Doch egal, wie oft sich die Ballacks, Frings oder Kuranyis zu Wort melden oder eben nicht - größter Faktor nationaler Fußball-Befindlichkeiten bleiben Ergebnisse. Und kein Spiel hat dabei soviel Macht wie das letzte eines Jahres. Unter dem DFB-Weihnachtsbaum wird es nach der 1:2-Niederlage gegen England wenig Stimmungsvolles zu erleben geben.
Eine verdiente Niederlage vor 74.244 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegen eine vor allem taktisch übermächtige englische B-Elf trübt die Adventsstimmung. Ein bekanntes Gefühl unter Bundestrainer Joachim Löw ("War heute nicht unser Tag") - in den vergangenen beiden Jahren gab es gegen schwächere Gegner (Zypern, Wales) jeweils ein Unentschieden.
Dennoch ist das Ergebnis in erster Linie enttäuschend: So konnte Englands Coach Fabio Capello lediglich in Torhüter David James und Verteidiger John Terry Stammspieler aufbieten, im deutschen Team fehlten deren zwei (Michael Ballack, Philipp Lahm). Doch die DFB-Elf konnte aus diesem vermeintlichen Vorteil keinen Nutzen ziehen - die Partie gehörte weitestgehend dem Gast von der Insel, was nicht nur Löw anerkannte.
Die neu formierte Defensivabteilung um das Mittelfeldduo Simon Rolfes und Jermaine Jones und die Abwehrkette mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Heiko Westermann und Neuling Marvin Compper bekam mehr zu tun, als für eine saubere Eingewöhnung gut gewesen wäre.
Und auch wenn die Stärke der Engländer zunehmend aus der Schwäche der Deutschen aufgrund ihrer konfusen Spieleröffnung resultierte als aus eigenem Geschick, konnte sich das taktisch perfekt eingestellte Capello-Team über große Phasen des Spiels in der deutschen Hälfte austoben. Die DFB-Elf ließ sich verunsichern und die läuferisch starken Gäste wurden in ihrem Pressing-Spiel von Minute zu Minute mutiger. Zu guten Chancen kamen die Engländer dabei freilich lange nicht.
Die erste größere Möglichkeit verwandelten sie dann aber sofort. Nach einem Eckball nutzte Verteidiger Matthew Upson eine Unachtsamkeit von Torhüter René Adler, der im Fünfmeterraum leicht bedrängt wurde, und schoss aus kurzer Distanz ein (23.).
Erst danach wurde das deutsche Spiel nach vorne zwingender und genauer. Erst scheiterte Piotr Trochowski mit einem Freistoß an Englands Keeper David James (28.), dann köpfte Miroslav Klose über das Tor (31.), ebenso wie Heiko Westermann drei Minuten später.
Doch die wenigen stärkeren Minuten gingen wieder vorbei und so endete die erste Hälfte, wie sie auch begonnen hatte - mit besseren Engländern und einer Chance durch Stewart Downing (45.), die Adler in seiner letzten Aktion des Spiels, Tim Wiese stand ab Minute 46 im Tor, vereitelte.
Nach der Pause wurde es einer wacheres Spiel der deutschen Mannschaft, der Gegner wurde früher gestört, die Passquote und auch der Ballbesitz nahmen zu. Bis vor das Tor der Engländer reichten die Kombinationen indes nicht. So brandete erstmals Jubel auf, als Lukas Podolski ins Spiel kam (57.).
Und weil wieder einmal die Unterschiede der Kontrahenten in Bezug auf ihre Schlussmänner deutlich wurden, blieben die "Lukas Podolski"-Rufe nicht der emotionale Höhepunkt dieser Partie. Innerhalb von einer Minute rettete erst Deutschlands Torhüter Wiese bei seinem Nationalmannschaftsdebüt stark gegen Gabriel Agbonlahor. Dann produzierte Englands Keeper Scott Carson, der zur Halbzeit gekommen war, in Zusammenarbeit mit Verteidiger Terry eine gekonnte Slapstick-Nummer über ungeklärte Zuständigkeiten, die Patrick Helmes zum in der Folge verdienten Ausgleich nutzen konnte (63.).
Nun wurde das Spiel besser, da es sich mehr in Tornähe abspielte - gelungene Kombinationen und damit gute Einschussmöglichkeiten ergaben sich jedoch immer noch sehr selten. Der überzeugende Wiese rettete gegen Darren Bent (70.), Marko Marin prüfte Carson (75.), Shaun Wright-Philips traf den Pfosten (79.).
Und als dann das deutsche Team seine beste Phase im Spiel hatte, köpfte Terry einen Freistoß aus naher Distanz an Wiese vorbei ins lange Eck (84.). Ein trauriger Schlusspunkt eines zuvor freudig erwarteten Fußballklassikers, der sich über weite Strecken zu einem müden Kick zum Jahresausklang entwickelte.
Größtenteils Ruhe auf den Straßen Berlins
"Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt, aber England hat auch taktisch gut gespielt. Wir waren einfach nicht gut genug", sagte Bastian Schweinsteiger. Helmes konnte sich über seinen Treffer kaum freuen. "Das Tor war natürlich schön für mich, aber wir haben das Spiel verloren", sagte der Leverkusener, und ähnlich ging es Debütant Marvin Compper: "Natürlich hat es mich gefreut, von Beginn an gespielt zu haben, die Niederlage hat das Debüt aber natürlich getrübt."
Die Stimmung auf den Straßen Berlins trug erfreulicherweise nichts zur trüben Stimmung bei. Dort blieb es vor und während des Spiels größtenteils friedlich. So konnte die Berliner Polizei von einer überwiegend ruhigen Lage berichten. Es habe lediglich einige kleinere Zwischenfälle beim Anmarsch der Fans Richtung Olympiastadion gegeben. Die Polizei nahm drei Personen in Gewahrsam, damit erhöhte sich die Zahl der seit Dienstagabend vorübergehend Festgenommenen auf 15.
fpf
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hi schwab, was ist los mit dir?!... Es war doch Spaß... ;:) Sonst alles klar! mehr...
Danke! Aber Neid muß nicht sein... Sonnige Grüße -pst- mehr...
100% Zustimmung, Brieli! Gruß nach Italien.. ;:) mehr...
Tegucigalpa - Honduras, Sie erinnern sich? Sie sollten keinen Fussballkrieg gegen El Salvador anzetteln, also kommen Sie schön wieder zurück nach Guatemala. Und Durban, ja das ist dieses Kaff in SA am Ind. Oz. Selbst schon dort [...] mehr...
Er meinte natürlich Guatemala-Stadt und Maputo. (Besserwiss :) ) Ganz schönes Reisepensum. Da keimt Neid. Aber es sei Dir gegönnt. mehr...
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