Hamburg - Der VfB Stuttgart hat am Sonntag die Entlassung von Armin Veh bekanntgegeben. "Mit der Trennung wollen wir kein Alibi für die Spieler schaffen. Es muss nun ein Ruck durch die Mannschaft gehen", sagte VfB-Präsident Erwin Staudt auf der Internetseite des Vereins. Die Trennung von Veh sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen. Nach dem 1:4 in Wolfsburg am Samstag habe aber "Veränderungsbedarf" bestanden.
Manager Hort Heldt erklärte nach einem rund dreistündigen Gespräch am Samstagabend mit Veh, "dass wir uns in einigen Punkten nicht einig waren". Deshalb habe man nach einer "sehr erfolgreichen und intensiven Zeit" die Konsequenzen gezogen, zumal "wir schwere Aufgaben vor uns haben. Deshalb war der Punkt gekommen, an dem eine Entscheidung notwendig war."
Die Betreuung des Teams übernehmen vorerst der frühere Stuttgarter Nationalspieler Markus Babbel als Teamchef sowie der ehemalige VfB-Assistenzcoach Rainer Widmayer als Trainer.
Der VfB Stuttgart ist seit fünf Bundesligaspielen ohne Sieg und fiel nach der 1:4-Niederlage am Samstag beim VfL Wolfsburg auf den elften Tabellenplatz zurück.
Veh hatte das VfB-Team im Februar 2006 von Giovanni Trapattoni übernommen. 2007 führte der 47-Jährige Stuttgart überraschend zur Deutschen Meisterschaft. In der vergangenen Saison qualifizierte sich der VfB mit Platz sechs für den UI-Cup und erreichte später noch den Uefa-Pokal.
In dieser Saison sollte die direkte Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb geschafft werden. Doch bereits nach 14 Spielen beträgt der Rückstand auf Rang fünf, der zur Teilnahme am Uefa-Cup berechtigt, sechs Punkte. Bereits vor dem Spiel in Wolfsburg hatte Veh eine verfehlte Personalpolitik eingeräumt.
"Der entscheidende Fehler waren die Verpflichtungen nach der Meisterschaft 2007. Horst Heldt, Jochen Schneider und ich haben nicht die richtigen Leute geholt", hatte Veh am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel gesagt.
Der VfB hatte vor eineinhalb Jahren Gledson, Yildiray Bastürk, Ciprian Marica, Raphael Schäfer, Sergiu Radu und Ewerthon verpflichtet, keiner war eine echte Verstärkung. Inzwischen sind nur noch Bastürk und Marica beim VfB.
Nach Jos Luhukay, der Anfang Oktober bei Borussia Mönchengladbach entlassen worden war, muss Veh als zweiter Bundesliga-Trainer in dieser Saison seinen Stuhl räumen. Insgesamt ist es die 311. Trennung seit Gründung der höchsten deutschen Spielklasse im Jahre 1963.
ach/sid/dpa
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