Von Daniel Bouhs
Vor allem bei Premiere werden sie gejubelt haben - als die Deutsche Fußball-Liga dem angeschlagenen Bezahlsender mitteilte: Wer künftig die Bundesliga live sehen will, muss entweder ins Stadion pilgern – oder eben Euch anschauen. Für Premiere scheint damit das Überleben zunächst gesichert. Das ist gar nicht selbstverständlich: Fast wäre es anders gekommen.
Fußball-Übertragung: 412 Millionen Euro pro Jahr nimmt die Liga von den Sendern ein
Das Problem: Hätte ESPN den Zuschlag bekommen, wäre das wahrscheinlich der Tod für den Bezahlsender Premiere gewesen. Der hat es nämlich bislang nicht geschafft, in Deutschland eine Pay-TV-Kultur zu etablieren, wie sie in vielen anderen Ländern üblich ist. Mit der Bundesliga wäre für Premiere, das erst seit kurzem vom Medienmogul und Disney-Hauptkonkurrenten Rupert Murdoch gesteuert wird, deshalb zugleich das Kerngeschäft verloren gegangen.
Zwar ist über die Entscheidungsfindung der Liga bislang wenig bekannt. Durchaus möglich ist aber, dass die Bundesliga-Clubs ein Ende von Premiere nicht riskieren wollten. Denn bei einem Zuschlag für ESPN, einem möglichen Ende von Premiere und einem Ausstieg von ESPN 2013 hätte es plötzlich gar keinen großen Pay-TV-Anbieter mehr gegeben, der für die Folgerechte bietet.
Für ESPN wiederum ist mit dem verpassten Einstieg mindestens vorläufig ein großer Traum geplatzt. Der Sender strebt ohne Übertreibung die "Weltherrschaft" im Sportfernsehen an und bietet etwa derzeit in Großbritannien über einen anteilig zum Disney-Imperium zählenden Kabelnetzbetreiber für die Premier League. Europa scheint für ESPN, das in den USA einen 24-Stunden-Sportnachrichtenkanal samt einem Latino-Ableger betreibt, ein schwieriges Pflaster.
Während über die Motive der Liga für die am Freitag veröffentlichte Entscheidung wenig bekannt ist, müssen sich die deutschen Bundesliga-Fans jetzt in jedem Fall mit diesem Modell anfreunden: Wer Begegnungen der Ersten oder Zweiten Liga live sehen will, muss ins Stadion oder Premiere einschalten. Erste Spielberichte der Bundesliga laufen dann wie gewohnt samstags um 18.30 Uhr in der ARD-"Sportschau".
Ärgerlich für die ARD: Neu ist ein "Spiel der Woche", das parallel zu dieser Sendung angesetzt ist. Hardcore-Fans werden dann im Stadion sein oder Premiere sehen. Erste frei empfangbare Bilder dieser Top-Begegnung des jeweiligen Spieltags zeigt das ZDF dann in seinem "Sportstudio", das üblicherweise frühestens um 22 Uhr läuft. Damit zeigt die Samstag-"Sportschau" künftig nur noch fünf statt bisher sechs Spielberichte.
Weil Premiere so gegen die "Sportschau" sendet und die Zusammenfassung dieser sechsten Partie nicht mehr in der "Sportschau", sondern im "Sportstudio" zu sehen sein wird, sind der Bezahlsender und das Zweite die Gewinner des Bundesliga-Samstags. Die ARD kann sich allerdings in Gänze nicht beschweren, ist die zweite große Neuerung doch diese: Die ARD wird nun auch am Sonntag eine Zusammenfassung der Erstliga-Spiele des Tages zeigen, die in der laufenden Saison noch das DSF im Programm hat.
Die ARD darf von der nächsten Saison an also sonntags von 21.45 Uhr an über die Spiele des Tages reportieren. Völlig unklar ist aber noch, wie sie das tun will. Eine Sonntags-"Sportschau" würde den Stammsendeplatz von Talkerin Anne Will angreifen. Und ein späterer Start des Sportblocks – immerhin ist die ARD nicht gezwungen, die Liga pünktlich um 21.45 Uhr zu zeigen – wäre ohne Zweifel eine Vergeudung der Rechte.
Was also tun? In der ARD heißt es dazu vorsichtig, die Rechte würden ja auch für die Dritten Programme gelten - und Anne Will solle nicht angetastet werden. Andererseits wissen die Planer um den neuen Programmdirektor Volker Herres aber auch, dass eine Ausstrahlung der Bundesliga-Zusammenfassungen allein in den Dritten wiederum eine pure Verschwendung der Rechte wäre. Die ARD muss sich also wirklich etwas einfallen lassen.
Die Liga nimmt von den deutschen Sendern vom Sommer 2009 bis zum Sommer 2013 pro Jahr im Schnitt 412 Millionen Euro ein. Das sind gerade mal sieben Millionen Euro mehr als bislang der Fall. Für die Liga ist die Einigung aber trotzdem ein Erfolg: Premiere hatte seine Abonnentenzahlen erst in diesem Jahr um gut eine Millionen nach unten korrigieren müssen. Die Rechte für Premiere sind damit eigentlich künftig weniger Wert – der Bezahlsender zahlt dennoch mehr als zuvor. Die Clubs wird das freuen.
Und insbesondere Premiere kann dank des Zuschlags durchatmen: Schon in den vergangenen Tagen, als erste Gerüchte über die Entscheidung kursierten, schnellte der Aktienkurs des Münchner Unternehmens um bis zu 40 Prozent in die Höhe. Das ist für den Bezahlsender eine große Chance – mal wieder. Auch die Liga wird gespannt sein, ob die Münchner diese diesmal nutzen werden.
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Nöööö, aber mich fragt ja keiner.... Und die neuen Zeiten in der zweiten Liga sind eine Frechheit! Braun- Weisse Grüsse an den falschen Zwannie... mehr...
sind Sie etwas jünger wie ich, klar gabs damals nur 1x Fleisch in der Woche, wenn überhaupt, damals freute man sich auf Sonntag, heute sit halt normal, jeden tag Fleisch zu essen, daher fehlt halt auch der besonder Genuss, man [...] mehr...
Ich bin Jahrgang 1947 und ich erinnere mich das früher auch nur 1 x Woche Fleisch auf den Tisch kam. Oder wie war das mit der guten Butter und dem Bohnenkaffee. Zeiten haben sich zum Glück geändert. Heute gibt es auch die [...] mehr...
ist es so, dass man einfach vom Sport erdrückt wird, sag ich mal, früher gasb so ein CL Spiel, alle 2 Wochen, in etwa, heute finden praktisch wöchentlich zahlose, sag ich mal, Spiel statt usw mehr...
.... Köstlich, ja, das steht dann wohl zu erwarten, von den Zweit-, Dritt- und Viertverwertungsrechten mal ganz zu schweigen. Was nun nicht nur pervers, sondern aberwitzig ist. Man stelle sich vor, Bundes- oder [...] mehr...
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