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02.12.2008
 

Kurzpässe

Deutsche U-20-Frauen erreichen WM-Halbfinale

Brasilien geschlagen, nun warten die USA: Die deutschen U-20-Frauen sind bei der WM in Chile weiter auf Erfolgskurs. Wolfsburgs Coach Magath legt sich mit dem DFB an - dieser hat als Reaktion seine Schiedsrichterbeleidigung zitiert. Italien will seine Liga reduzieren.

Hamburg - Die deutschen Frauen haben bei der U 20-Weltmeisterschaft in Chile das Halbfinale erreicht. In der Nacht zum Dienstag setzte sich die Mannschaft von DFB-Trainerin Maren Meinert im Viertelfinale 3:2 (1:1) gegen Brasilien durch und trifft nun im Halbfinale am Donnerstag in Coquimbo auf die USA. "Ich muss meinem Team ein Kompliment machen. Wir haben Druck nach vorne gemacht und 90 Minuten lang sehr konzentriert gekämpft. Durch einige Fehler haben wir zwei Tore kassiert, aber die ganze Mannschaft hat eine starke Leistung gezeigt", sagte Meinert, die als Spielerin 2003 den ersten WM-Titel der deutschen Fußballfrauen gewann. "Das US-Team wird aber ein ganz anderer Gegner sein."

Torschützin Barnecki beim Kopfball: WM-Halbfinale erreicht
Getty Images

Torschützin Barnecki beim Kopfball: WM-Halbfinale erreicht

Vor 14.854 Zuschauern in Temuco ließ sich die DFB-Elf auch von einem Eigentor von Spielführerin Carolin Schiewe (38. Minute) zum 0:1 nicht aus dem Konzept bringen und drehte die Partie durch Sylvie Banecki (44.), Nathalie Bock (68.) und Nicole Banecki (82.). Adriane (88.) schaffte für Brasilien nur noch den Anschlusstreffer. Im zweiten Halbfinale treffen Frankreich und Titelverteidiger Nordkorea aufeinander. Das Spiel um Platz drei und das Finale finden am kommenden Sonntag in der Hauptstadt Santiago statt.

Nach seiner Verurteilung zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg Einspruch gegen das Urteil eingelegt. "Ich habe 13 Jahre als Trainer nichts gemacht, jede Fehlentscheidung fromm wie ein Lamm akzeptiert. Und jetzt greifen sie beim DFB eine einzige Entscheidung raus. Das halte ich für verfehlt", sagte der 55-Jährige den "Wolfsburger Nachrichten". Der Verband konterte die Vorwürfe umgehend: "Felix Magath bagatellisiert die massive Beleidigung des Schiedsrichters, will die seit jeher übliche sportgerichtliche Strafe nicht akzeptieren und macht Stimmung gegen den DFB und seine Schiedsrichter. Dies werden wir nicht hinnehmen", sagt der beim DFB für Rechtsfragen und das Schiedsrichterwesen zuständige Vizepräsident Rainer Koch.

Magath hatte Schiedsrichter Helmut Fleischer in der Halbzeitpause des VfL-Heimspiels gegen den VfB Stuttgart am 22. November (4:1) verbal attackiert und war von dem Unparteiischen anschließend auf die Tribüne verwiesen worden. "Ich habe etwas zu Herrn Fleischer gesagt, das nicht freundlich war", gestand Magath ein, kann das Strafmaß allerdings nicht nachvollziehen. "Ich bin doch schon bestraft worden, indem ich in der zweiten Halbzeit nicht mehr auf der Bank sitzen durfte. Warum soll ich dann ein zweites Mal bestraft werden und 10.000 Euro zahlen?" Koch offenbarte, dass Magath zu Fleischer "Ihre Spielleitung ist unter aller Sau" gesagt habe. "Die von Felix Magath gewählte Wortwahl gegenüber dem Schiedsrichter ist in hohem Maße respektlos und wird seiner besonderen Verantwortung als führender Repräsentant des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer nicht gerecht", so Koch.

Der FC Liverpool hat die Tabellenführung in der Premier League wieder übernommen. Allerdings kamen die "Reds" am Montagabend an der heimischen Anfield Road nicht über ein 0:0 gegen West Ham United hinaus. Liverpool hat in der Tabelle mit nunmehr 34 Punkten einen Zähler Vorsprung auf den FC Chelsea, der am Sonntag das Londoner Derby gegen den FC Arsenal 1:2 verloren hatte. Titelverteidiger Manchester United ist Dritter mit 28 Punkten und hat zudem ein Spiel weniger auf dem Konto.

Italiens Profiligen stehen offenbar grundlegende Reformen ins Haus. Laut Verbandspräsident Giancarlo Abete soll die Serie A ab 2010 - nach Ablauf des Fernsehvertrages - von 20 auf 18 Clubs reduziert werden. Eine Verkleinerung der Serie B ist sogar schon ab der kommenden Saison angedacht: im Unterhaus sollen dann nur 20 statt 22 Vereine spielen. "Dies ist der einzige Weg, um den Fußball zu retten. Wir haben keine andere Wahl. Eine Umstrukturierung der Meisterschaft ist für eine Erneuerung des italienischen Fußballs dringend notwendig", sagte Abete. In Italien gebe es 132 professionelle Fußballclubs. Man könne angesichts der Wirtschaftskrise nicht mehr mit so vielen Vereinen um die Verteilung der Ressourcen streiten.

fsc/sid/dpa

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