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08.12.2008
 

Bayern gegen Hoffenheim

"Linke Schauspieltruppe"

Das Spitzenspiel ist abgepfiffen, das Duell geht weiter - erst lästerte Bayern-Manager Uli Hoeneß über Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, jetzt schlägt 1899-Sportdirektor Bernhard Peters zurück: Hoeneß habe Hoffenheim nach dem Spiel als "linke Schauspieltruppe" bezeichnet.

Hamburg - Die Partie ist entschieden, doch die Wortgefechte gehen weiter: Das Top-Spiel der Bundesliga Bayern gegen Hoffenheim ( 2:1) sorgt weiter für Zwist zwischen den Vereinen. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick sagte am Montag zwar, er habe keine Lust auf weitere verbale Scharmützel mit dem FC Bayern. Dennoch legte er in der "Rhein-Neckar-Zeitung" nach: "Dazu sage ich nur: Ich lasse mich nicht auf das Niveau von Hoeneß herab."

Hoffenheimer Weis (17) gegen Ribéry: Konfrontation im Spitzenspiel
AP

Hoffenheimer Weis (17) gegen Ribéry: Konfrontation im Spitzenspiel

Hoeneß hatte am Sonntag über ihn gelästert: "Wenn ich mir eine Sorge machen würde, ist es die Besserwisserei von Ralf Rangnick. Er hat sich geoutet als einer, der alles besser weiß." Die Mannschaften Rangnicks hätten im ersten Jahr unter dessen Leitung meist gut gespielt, im zweiten sei er entlassen worden.

Bernhard Peters, Hoffenheims Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung, blieb ebenfalls nicht stumm. Nach seiner Aussage in der "Rhein-Neckar-Zeitung" ist der frühere Hockey-Bundestrainer in der Allianz-Arena nach dem Schlusspfiff von Hoeneß angepöbelt worden mit den Worten: "Das ist eine unglaubliche Sauerei, was ihr da macht! So eine linke Schauspieltruppe, Rangnicks linke Schauspieltruppe!"

Bundestrainer Joachim Löw, der das Spiel live im Stadion verfolgte, war im Gegensatz zu Hoeneß nicht von Hoffenheims Schauspiel, sondern vom Spiel des Aufsteigers beeindruckt. Er rechnet damit, dass der Aufsteiger bereits in der nächsten Saison in der Champions League spielt. "Hoffenheim wird bis zum Schluss oben dabeibleiben. Dieses Team lebt nicht von der Euphorie eines Aufsteigers, es hat Substanz, Konstanz und wird noch dazulernen", sagte der Bundestrainer über den derzeitigen Tabellenführer dem "Kicker". "2009/2010 kann ich mir 1899 sehr gut in der Champions League vorstellen."

Trotz des Höhenflugs ist zumindest ein Hoffenheimer unzufrieden. Mittelfeldspieler Sejad Salihovic äußerte öffentlich Unmut über seine aktuelle Reservistenrolle. Zudem deutete er trotz seiner Vertragsverlängerung vor einem Monat bis 2012 einen möglichen Abschied vom Spitzenreiter an.

"Viel darf nicht mehr passieren. Ich denke, ich habe es verdient, zu spielen", sagte der 24-Jährige dem "Kicker". Den Frust über seine späte Einwechslung gegen Bayern bezeichnete Salihovic als sehr groß. Mit Rangnick habe er noch nicht über die für ihn unbefriedigende Situation gesprochen. "Ich akzeptiere es. Noch", sagte Salihovic.

Bayern-Interesse an Olic

Unzufrieden ist beim FC Bayern Lukas Podolski, der gegen Hoffenheim wie so häufig nur auf der Bank saß. Als Nachfolger für Podolski, der den FC Bayern im Sommer verlassen will, hat der Club Ivica Olic vom Hamburger SV im Blick. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bestätigte das Interesse an Olic in einer Vorabmeldung der "Bild"-Zeitung.

"Wir sind überzeugt, dass Ivica wunderbar zu unseren beiden Stürmern Luca Toni und Miroslav Klose passt. Der angenehme Nebeneffekt ist dabei, dass sein Vertrag ausläuft. Wir werden alles tun, ihn für die nächste Saison zu holen", sagte Rummenigge.

Der kroatische Nationalstürmer steht in Hamburg noch bis zum 30. Juni 2009 unter Vertrag. Auch Juventus Turin, der FC Liverpool und der FC Valencia sind an einer Verpflichtung interessiert. Noch rechnen sich die Hamburger allerdings ebenfalls Chancen aus, mit Olic zu verlängern. Der HSV hat Olic ein Angebot gemacht, wonach der Angreifer rund drei Millionen Euro jährlich verdienen soll. "Ivica gehört schon zu den Spielern, die bei uns sehr gut verdienen. Wir haben ihm ein sehr gutes Angebot gemacht", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Olic wisse, was er an Hamburg habe.

ulz/sid/dpa

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