Hamburg - Der Club bestätigte Schusters Entlassung auf einer Pressekonferenz am Dienstag. "Wir haben den Vertrag mit Bernd Schuster im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Wir sind freundschaftlich und kollegial auseinandergegangen. Der Club dankt Bernd Schuster für seine Arbeit", erklärte Mijatovic.
Trainer Schuster: Rauswurf bei Real
Nachfolger ist der Spanier Juande Ramos, der zuletzt den FC Sevilla und Tottenham Hotspur trainiert hatte. Laut Radio Marca habe Schuster nach einem 30 Minuten dauernden Gespräch mit Real-Sportdirektor Predrag Mijatovic um 13 Uhr das Stadion verlassen. Das für 17 Uhr angesetzte Training der Profis, die am Mittwoch im letzten Vorrundenspiel in der Champions League gegen Uefa-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg antreten, soll Ramos leiten. Real ist bereits für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert.
In der spanischen Liga mussten die erfolgsverwöhnten Madrilenen zuletzt zwei Niederlagen in Folge hinnehmen. Ende November unterlagen die "Königlichen" 1:3 bei Schusters Ex-Club FC Getafe, am vergangenen Sonntag hatte Real gegen den FC Sevilla 3:4 verloren, was das Fass offenbar zum Überlaufen brachte. In der Primera División liegt der Titelverteidiger als Tabellenfünfter bereits neun Punkte hinter Tabellenführer FC Barcelona. Bereits am Samstag kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen in Barcelona.
Schuster hatte seinen Rauswurf auch damit provoziert, dass er die Partie bei den seit 20 Spielen ungeschlagenen Katalanen bereits im Vorfeld abgehakt hatte. "Es ist unmöglich, in Nou Camp zu gewinnen. Ich denke, es ist ihr Jahr. Wir werden versuchen, eine gute Show zu bieten, mehr können wir nicht tun", hatte Schuster einen Tag vor seiner Entlassung gesagt.
Der ehemalige Profi von Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln gilt allerdings auch als Opfer von Clubchef Ramon Calderon. Zuletzt hatte sich die Wut der Real-Fans weniger auf Schuster und sein Team als vielmehr auf den Präsidenten konzentriert. Am Sonntag forderten die Fans beim Halbzeitstand von 1:3 Calderons Rücktritt.
Schon auf der Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag, als Calderon seinen Etat für die kommende Saison nur mit Mühe durchdrückte, hatte es "Calderon-raus"-Rufe gegeben. Calderon hatte Schuster noch vor wenigen Tagen mit einer Jobgarantie bis zum Saisonende ausgestattet: 'Wir werden mit ihm ganz sicher bis zum Ende der Spielzeit gehen. Es müsste schon eine Katastrophe geschehen, um diese Situation zu verändern."
Schuster, Spaniens Trainer des Jahres 2007, war am 9. Juli vergangenen Jahres offiziell als Nachfolger des Italieners Fabio Capello vorgestellt worden. Er holte mit Real 2008 den Meistertitel und den Supercup, insbesondere in der Champions League blieb der Club jedoch hinter den Erwartungen zurück. Als Spieler war der 48-Jährige mit Real zweimal Meister (1989, 1990) geworden.
In Spanien hatte der 21-malige deutsche Nationalspieler vor dem Engagement bei Real bereits Deportivo Xerez (2001 bis 2003), UD Levante (2004 bis 2005) und den FC Getafe (2005 bis 2007) betreut.
mig/sid/dpa
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