Von Ben Redelings
Weihnachtszeit gleich unbeschwerte Glückseligkeit allüberall? Mitnichten, wie der Präsident der Frankfurter Eintracht, Peter Fischer, einmal verkatert feststellte: "Dass es bei der Eintracht immer an Weihnachten kriselt, scheint mir historisch oder genetisch bedingt. Jeder, der bei uns in Amt und Würden steht, würde in der Kabine sogar einen Tabledance machen, wenn er damit etwas Positives bewirken könnte."
Von einer positiven Wirkung seines königsblauen Clubs ging einst Schalkes Manager Rudi Assauer aus, der 2000 als frisch gebackener Bundesliga-Wintermeister verkündete: "Ich habe erfahren, es wurden mehr Blautannen als sonst vor Weihnachten verkauft."
In München sagte Mario Basler hellseherisch-philosophisch: "Eines steht fest: Bis Weihnachten ist die Meisterschaft noch nicht entschieden." Diesen Gedanken führte Manager Uli Hoeneß zur ganzen Blüte: "Der Nikolaus war noch nie ein Osterhase. Am Ende wird der FC Bayern wie immer vorne sein."
Doch Fußball kann auch richtig schön sein. Als VfL-Bochum-Trainer Peter Neururer am 14. Dezember 2002 den Amateurspieler Luciano Velardi in den Kader berief, freute dieser sich wie ein kleines Kind: "Herr Trainer, für mich ist schon an diesem Samstag Weihnachten."
Etwas Positives erhoffte sich auch der abstiegsbedrohte FC St. Pauli in Person des Trainers Dietmar Demuth vom heiligen Fest, am Ende allerdings vergeblich: "Unsere Tabellensituation hat sich über Weihnachten leider nicht gebessert." Eine Erkenntnis, die Martin Driller schon länger hat. Der wusste nämlich schon sehr früh die Parallele zwischen dem rollenden Leder und einem hübsch verpackten Geschenk zu ziehen: "Fußball ist wie eine Frikadelle. Man weiß nie, was drin ist."
Wenn allerdings die Punkte am Weihnachtsbaum fehlen, dann bleibt einem an der festlich gedeckten Tafel nur noch die Flucht ins Philosophische, wie Friedel Rausch beweist. "Was nützt einem der schönste Teller, wenn nichts zum Essen drauf ist", so der ehemalige Bundesligatrainer.
Auch anderen erging es da nicht besser. Schalkes Stürmer Volker Abramczik beschwerte sich der Legende nach beim geselligen Weihnachtsschmaus: "Ich will keine Karotten, ich will Möhren." Mit diesem besonders Vitamin-A-haltigen Gemüse kennt sich auch Berti Vogts gut aus. Wie sagte der frühere Bundestrainer doch 1999 bei seinem Gast-Auftritt im "Habgier"-Tatort: "Gebt dem Kaninchen eine Möhre extra, es hat uns das Leben gerettet, Tschüß."
Na, dann bleiben wir doch lieber gleich bei den von Kultreporter Werner Hansch verkündeten Gaben der Dynamo-Spieler: "Dresdner Stollen als Gastgeschenk."
Und was macht Hans Meyer an Heiligabend? Einfach nur Geschenke auspacken? Vermutlich nicht. Der heutige Gladbacher Coach antwortete einst auf die Frage nach dem schönsten Präsent. "Das kann ich jetzt nicht sagen. Sonst kriege ich Probleme, wenn meine Frau an Heiligabend mit dem Päckchen mit der Feinripp-Unterwäsche ankommt."
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