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26.02.2009
 

1899 Hoffenheim

Kein Wort zu Dopingtests, Salihovic greift Gomez an

Lieber gar nichts sagen: Die Verantwortlichen in Hoffenheim haben sich vor dem Spiel in Dortmund einen Maulkorb verpasst. Die beiden Profis, die zu spät zur Kontrolle kamen, dürfen auflaufen. Mittelfeldspieler Salihovic rät einem Nationalspieler, "die Klappe zu halten".

Hamburg - Trotz der ungeklärten Dopingtest-Affäre bei 1899 Hoffenheim will der Club die betroffenen Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker weiter einsetzen. "Solange sie spielberechtigt sind, und das sind sie, werden sie im Kader stehen", erklärte Trainer Ralf Rangnick am Donnerstag mit Blick auf das Punktspiel bei Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Hoffenheimer Salihovic: "Da ist viel Neid dabei"
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Getty Images

Hoffenheimer Salihovic: "Da ist viel Neid dabei"

Weitere Angaben zum verspäteten Erscheinen der beiden Spieler bei einer Dopingkontrolle wollten die Verantwortlichen des Clubs allerdings nicht machen. "Es macht keinen Sinn, dass sie Fragen durch die Hintertür stellen", antworte Rangnick zu dem Thema.

Die Hoffenheimer bestätigten nur, dass sie die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geforderten schriftlichen Stellungnahmen von Ibertsberger, Janker und Rangnick abgegeben haben.

Rangnick erklärte, dass er nicht wisse, wann es zu den persönlichen Gesprächen der drei Betroffenen mit dem Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner, kommen wird. Auch der DFB hatte zuletzt betont, dass der Verband bis zum Abschluss der Ermittlungen durch den Kontrollausschuss keine weiteren Kommentare abgeben möchte.

Der Berliner Sportrechtsexperte Fabian Reinholz erklärte am Donnerstag, dass Ibertsberger und Janker gemäß Paragraf 8 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB eine Sperre von zwei Wochen bis zu sechs Monaten zu erwarten hätten.

Denn eine bloße Verspätung werde demzufolge nicht so hart sanktioniert wie eine Verweigerung des Tests, die eine Zweijahressperre nach sich ziehen könne.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat sich gegen eine Sperre von Ibertsberger und Janker ausgesprochen. "Ich hoffe, dass die beiden Jungs nicht gesperrt werden für einen Fehler, den nicht sie begangen haben", sagte Klopp am Donnerstag: "Ich kann jeden Spieler von mir von einer Dopingprobe abhalten, wenn ich sage, ich mache eine Sitzung. Schon weil sie meine Sanktionen mehr fürchten als die der anderen."

Kampf gegen Doping

Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)

Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOK auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.

Welt-Anti-Doping-Programm

Welt-Anti-Doping-Code (WADC)

Internationale Standards

Verbotene Substanzen

Verbotene Methoden

Kontrollregularien

Laut Rangnick ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft trotz des Wirbels um die Dopingtests gut. "Die Spieler haben sich am Dienstag zu einem Bowlingabend getroffen und dann Champions League geschaut. Auch Andreas und Christoph haben eine gute Trainingswoche hinter sich", sagte der Trainer. Mittelfeldspieler Sejad Salihovic hält die Affäre für kein bestimmendes Thema innerhalb der Mannschaft: "Wir haben nicht viel darüber geredet."

Eher schon ärgerte sich Salihovic über die jüngsten Aussagen von Nationalstürmer Mario Gomez (VfB Stuttgart) der nach dem 3:3 im Punktspiel zwischen den beiden Vereinen erklärt hatte, dass ihm einige Hoffenheimer Profis durch ihr Auftreten "auf die Eier gegangen sind". Salihovic konterte am Donnerstag: "'Gomez soll weiter seine Tore machen und die Klappe halten. Da ist viel Neid dabei."

Wenig Neid dürfte die Konkurrenz dagegen auf die mangelnde Reiselust der Hoffenheimer Anhänger verspüren. Der Club hat laut Angaben von Borussia Dortmund 3000 Eintrittskarten und somit 70 Prozent seines Ticketkontingents für das Spiel in Dortmund zurückgegeben.

all/sid/dpa

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