Die Anti-Doping-Kommission des DFB hat sofortige personelle Konsequenzen aus dem Fall Hoffenheim und die Einführung eines "Chaperon"-Systems beschlossen. Dies teilte der DFB am Freitag nach einer Sondersitzung der Kommission unter Leitung von DFB-Vizepräsident Koch mit.
So wird der beim Spiel zwischen Mönchengladbach und Hoffenheim eingesetzte Doping-Kontrollarztes und sein Assistent bis zur vollständigen Klärung des Vorfalles vor dem DFB-Sportgericht suspendiert.
Zudem beschloss die Kommission einen Antrag an das DFB-Präsidium auf baldmöglichste Einführung eines "Chaperon"-Systems. Dabei unterstützen -wie im Radsport - neutrale Hilfspersonen die Doping-Kontrollärzte bei Wettkampfkontrollen und sorgen dafür, dass ein Spieler sofort nach dem Schlusspfiff zur Dopingkontrolle geht.
Gleichzeitig wurde die Einberufung einer Sondersitzung mit den Managern und Dopingbeauftragten der Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie der DFB-Doping-Kontrollärzte beschlossen.
Die Anti-Doping-Kommission stellte laut DFB fest, dass "die beiden Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker entgegen den eindeutigen Bestimmungen der Anti-Doping- Richtlinien nach Spielende unbeobachtet in ihre Umkleidekabine gelangen und sich dort einige Minuten ohne Aufsicht aufhalten konnten", hieß es in einer Erklärung.
Diese mangelnde Kontrolle sei ein "schwerer Pflichtenverstoß" von 1899 Hoffenheim. Dem Doping-Kontrollarzt warf die Kommission ebenfalls eine "schwere Pflichtverletzung" vor, "weil er gegen die Vorschrift handelte, als er den Weg der Profis vom Spielfeld in den Kontrollraum nicht überwachte, sondern im Kontrollraum auf diese wartete". Der Kommissions-Vorsitzende Koch sagte: "Solche Fehler dürfen sich aus Sicht von DFB und DFL nicht mehr wiederholen."
goe/all/dpa
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