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07.03.2009
 

Transfer-Unregelmäßigkeiten

Werder-Clubchef Born lässt Ämter ruhen

Aufregung beim SV Werder Bremen: Jürgen L. Born, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bundesligisten, lässt seine Ämter vorerst ruhen. Der Vereinschef reagiert damit auf einen SPIEGEL-Artikel, der dubiose Zahlungen beim Transfer eines Spielers aus Peru beschreibt.

Hamburg - Jürgen L. Born, Vorsitzender der Geschäftsführung, lässt von sofort an seine Ämter bei Werder Bremen ruhen. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Samstagabend mit. Born reagierte damit auf die öffentliche Diskussion um die Vorgänge rund um den Transfer des Spielers Roberto Silva.

Werder-Präsident Born: Unregelmäßigkeiten um Spielertransfer
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AP

Werder-Präsident Born: Unregelmäßigkeiten um Spielertransfer

"Die Vertreter des Aufsichtsrates begrüßen und akzeptieren ausdrücklich diesen Schritt von Jürgen Born", erklärte der Werder- Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke. "Wir werden alles daran setzen, damit es zu einer schnellen Aufklärung der Angelegenheit kommt."

Nach peruanischen Medienberichten soll Born bei dem Transfer des peruanischen Spielers Roberto Silva, der im Sommer 2001 von Sporting Cristal Lima zu Werder Bremen kam, Geld erhalten haben. Das hatte Born am vergangenen Sonntag entschieden dementiert. "Ich habe kein Geld erhalten. Es ist alles ordnungsgemäß gelaufen", sagte er.

Dagegen liegt dem SPIEGEL eine Zahlungsanweisung von Silvas Berater Carlos Delgado vom 29. August 2001 über 50 000 US-Dollar auf Borns Konto bei der Banco de Montevideo vor. Das Dokument stammt aus den Unterlagen, die Delgados Noch-Ehefrau Fiorella Foré aus Wut auf ihren Gatten aus dessen Haus mitgehen ließ. Born, der acht Jahre lang in leitender Funktion bei der Deutschen Bank in Montevideo war, gibt nun doch zu, mehrmals Geld von Delgado empfangen zu haben. Er könne sich aber nicht erinnern, ob diese Überweisung im Zusammenhang mit dem Transfer Silvas stand.

Born, der seit 2000 Honorarkonsul Uruguays ist, sagt, er habe Delgado im Sommer 2001 Geld für eine Weltreise geliehen. Vielleicht handele es sich bei den 50.000 Dollar um eine Rückzahlung. Sicher sei er sich aber auch da nicht.

"Werder Bremen ist für seine solide Geschäftspolitik bekannt, solche Vorwürfe gefährden unser Image. Deshalb werden wir zur Aufklärung einen unabhängigen und renommierten Wirtschaftsprüfer einsetzen", sagte Lemke laut Pressemitteilung.

In der Werder-Presseerklärung wird Born mit den Worten zitiert: "Auf Basis einer uns im Original vorliegenden Vollmacht des Vereins Sporting Cristal wurde die gesamte Transfersumme von Werder Bremen wie in der Vollmacht verfügt an die vermittelnde Agentur Image überwiesen. Ich selbst habe im Rahmen des Roberto-Silva-Transfers keine Zahlungen erhalten. Da diese Vorwürfe dennoch im Raum stehen, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich meine Funktionen bei Werder bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes nicht mehr ausüben werde."

jok/dpa

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