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09.03.2009
 

Zu viele Misserfolge

Schalke trennt sich von Manager Müller

Der Sieg gegen Köln konnte ihn nicht retten: Der FC Schalke 04 hat Manager Andreas Müller mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Das beschloss der Aufsichtsrat am Montagmittag - ohne einen Nachfolger zu benennen.

Hamburg - Der FC Schalke 04 hat Andreas Müller mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Am Montagmittag hatte es ein Krisengespräch von Müller mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und Gremiumsmitglied Jens Buchta auf der Schalker Geschäftsstelle gegeben.

Ex-Manager Müller: Aus auf Schalke
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DPA

Ex-Manager Müller: Aus auf Schalke

Müller, der als Spieler, Co-Manager und Manager insgesamt 21 Jahre dem Traditionsclub angehörte, war von Tönnies zum Rapport bestellt worden. Im Anschluss daran bestätigte der Verein die Trennung. "Müller ist beurlaubt. Das ist ein einstimmiger Aufsichtsratsbeschluss. Wir haben ihm den Rücktritt nahe gelegt. Aber das hat er nicht angenommen", sagte Tönnies.

Zudem habe "das sportliche Konzept, das er uns schon vor einigen Wochen vorgelegt hat, uns nur teilweise überzeugt", lautete eine weitere Begründung Tönnies' für die Beurlaubung. "In dem Konzept sind einige Dinge enthalten, denen alle vorbehaltlos zustimmen konnten, doch in diversen zentralen Punkten gibt es keine Übereinstimmung. Das hat unsere Zweifel geschürt, dass Andreas Müller auch in Zukunft noch die richtigen Entscheidungen für Schalke 04 treffen und auch umsetzen wird", so Tönnies.

Müller habe sich, so Tönnies, "zweifelsohne Verdienste" in den letzten Jahren erworben, deshalb sei es eine schwierige Entscheidung und "kein schöner Tag für mich gewesen". Da Müller, der einen Vertrag bis 2011 besitzt, Mitglied des Vorstandes ist und er sich nicht freiwillig zurückgezogen hat, kann er allerdings erst auf der nächsten Aufsichtsratssitzung endgültig entlassen werden. Denn formal leitete der Aufsichtsrat ein Abberufungsverfahren ein: "Mit einem Aufsichtsratsbeschluss, der der Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bedarf, kann ein Vorstandsmitglied auch vor Ablauf der Amtsperiode abberufen werden", heißt es in § 8.2 der Vereinssatzung. Der abzuberufende Vorstand ist von einem entsprechenden Tagesordnungspunkt des Aufsichtsrates rechtzeitig vorher, mindestens drei Kalendertage, zu informieren, heißt es in der Satzung weiter. Besagtes Treffen ist für den kommenden Samstag terminiert.

Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt, doch Bewerber für den Posten gibt es genug. "Es liegen bereits viele Bewerbungen auf dem Tisch", so Tönnies, "aber wir befinden uns noch nicht in der Entscheidungsfindung. Unser erstes Ziel ist es, bis zum Saisonende sportlich erfolgreich zu sein. Dann sehen wir weiter." Immer wieder wurden Schalke-Idol Olaf Thon, aber auch Schalkes dänischer Ex-Profi Ebbe Sand gehandelt.

Der 46-Jährige stand bereits seit November wegen seiner Einkaufspolitik massiv in der Kritik. Während Müller trotz des 1:0-Sieges am Freitag gegen den 1. FC Köln gehen muss, darf der ebenfalls heftig kritisierte Trainer Fred Rutten zunächst weiterarbeiten. Am Samstag hatten Vorstand und Aufsichtsrat getagt, um in einem "informellen Gespräch" die Lage zu erörtern.

Nach der Pokalniederlage am vergangenen Dienstag gegen Mainz hatte der Manager selbst eine rasche Entscheidung gefordert: "Entweder, wir machen weiter mit Trainer und Manager, oder wir ziehen die Reißleine. Es kann doch nicht sein, dass nach jeder Niederlage die gleiche Diskussion hoch kocht. Das ist albern, darauf habe ich auch keine Lust mehr." Einen Rücktritt hatte er jedoch ausgeschlossen.

In die Kritik war Müller vor allem wegen seiner Transferpolitik geraten. In den drei Spielzeiten 2006/07, 2007/08 und 2008/09 gab der Club insgesamt über 31 Millionen Euro für Spieler aus, nahm jedoch auch fast genau so viel durch Verkäufe ein. Zu den größten Flops in Müllers Amtszeit gehören Carlos Grossmüller, der zu den Amateuren abgeschoben wurde, sowie die im Januar 2008 für viel Geld nachverpflichteten Ze Roberto und Albert Streit.

Müller, der von 1993 bis 2000 in der Bundesliga unter anderem für den FC Schalke 04 und den VfB Stuttgart spielte, trat im Mai 2006 die Nachfolge von Rudi Assauer auf Schalke an. Schalke 04 ist in dieser Saison bislang hinter den Erwartungen geblieben und belegt in der Bundesliga nur Platz acht.

mig/bka/sid/dpa

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