Hamburg - Kolumbiens Hauptstadt Bogotá steht angesichts der in Mexiko grassierenden Schweinegrippe Mannschaften aus dem mittelamerikanischen Land nicht als Ausweichspielort zur Verfügung. Bogotá setzt sich damit gegen die Entscheidung des südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol zur Wehr, der die Heimspiele von San Luis Potosí und Chivas Guadalajara im Achtelfinale des Libertadores-Cup für den 6. Mai nach Bogotá vergeben hatte.
Die Stadt habe auf Anraten der Weltgesundheitsorganisation WHO gegen die Entscheidung votiert, sagte Juan Varela, ein Unterstaatssekretär in der Stadtregierung Bogotás. "Die WHO erlaubt keine Veranstaltungen mit mehr als 40 Personen, wenn ein Land daran teilnimmt, in dem der Virus ausgebrochen ist", ergänzte Varela. Die Schweinegrippe soll in Mexiko bereits über 170 Todesopfer gefordert haben. Aufgrund der Influenza-Epidemie werden am Wochenende in Mexiko 176 Spiele von der ersten bis zur vierten Liga ohne Zuschauer stattfinden. Ein Teil der Sportveranstaltungen wurde zudem abgesagt oder auf spätere Termine verschoben.
Die Europäische Union (EU) lehnt die sogenannte "6 plus 5"-Regelung des Weltverbandes Fifa als rechtswidrig ab. Das geht aus einem Interview des EU-Kommissars für Bildung und Kultur, Jan Figel, mit dem Internet-Portal epltalk.com hervor. "Die Kommission kann mit einem illegalen System nicht einverstanden sein. Es ist ganz einfach: Die '6 plus 5'-Regelung kann in der EU nicht angewendet werden", sagte Figel.
Fifa-Boss Joseph S. Blatter will mit "6 plus 5" den durch das Bosman-Urteil aus dem Ruder gelaufenen Transfermarkt neu ordnen und Nachwuchsspieler fördern. Die Regelung besagt, dass ein Club zu Spielbeginn mindestens sechs Spieler aufstellen muss, die für das Nationalteam des Landes des betreffenden Clubs spielberechtigt sind. "Solange die Fifa beabsichtigt, die '6 plus 5'-Regelung so umzusetzen, wie sie derzeit formuliert ist, kann die Kommission sie nicht befürworten", sagte Figel weiter. Die Fifa könne die Regel zwar trotzdem einführen, doch dann könne auch "jeder Proficlub oder auch jeder Profi, der sich unfair behandelt fühlt, vor Gericht gehen. Und er würde gewinnen."
Juventus Turin hat mit seinem Einspruch gegen die Bestrafung durch den nationalen Verband FIGC Erfolg gehabt. Nach einem Urteil des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (Coni) darf das Spiel der Serie A am kommenden Sonntag zwischen Juve und US Lecce nun doch vor Publikum stattfinden. Am 14. Mai will sich Italiens oberstes Sportgericht aber noch einmal mit dem Fall befassen.
Der FIGC hatte Juventus wegen rassistischer Sprechchöre seiner Fans gegen den dunkelhäutigen Stürmer Mario Balotelli von Inter Mailand mit einer Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestraft. Am Dienstag hatte der Verband, der sich irritiert über das Coni-Urteil zeigte, den ersten Einspruch abgewiesen, nach Angaben von Juventus Turin aber keine Gründe dafür angegeben. Deshalb hatte Juventus erneut Einspruch eingelegt.
Joachim Löw wird für die Asienreise der deutschen Nationalmannschaft (26. Mai bis 3. Juni) nur zwei Torhüter nominieren. Dies erklärte der Bundestrainer am Freitag. Löw geht fest davon aus, dass Robert Enke mit Hannover 96 den direkten Klassenerhalt in der Bundesliga schafft und somit für die beiden Länderspiele gegen China in Shanghai (29. Mai) und die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai (2. Juni) zur Verfügung steht.
Da die WM-Kandidaten René Adler (Bayer Leverkusen) und Tim Wiese (Werder Bremen) wegen ihrer Beteiligung am DFB-Pokalfinale am 30. Mai in Berlin nicht mitreisen können, will sich Löw in Absprache mit Bundestorwarttrainer Andreas Köpke noch auf einen Schlussmann festlegen, der ebenfalls noch Perspektive für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika haben soll. Jens Lehmann und Timo Hildebrand spielen in diesen Überlegungen deshalb offenbar keine Rolle.
Wegen rassistischen Verhaltens seiner Fans wird dem israelischen Erstligisten Beitar Jerusalem ein Punkt abgezogen. Der israelische Verband Ifa belegte den Club mit dieser Strafe, weil Anhänger des Vereins beim Spiel gegen Maccabi Petah Tikva anti-arabische Parolen gerufen hatten. Zudem muss der Verein das Heimspiel gegen den arabisch-israelischen Verein Hapoel Bnei Sakhnin unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
goe/sid/dpa
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