Hamburg - Ivan Klasnic, ehemaliger Spieler des SV Werder Bremen, hat in seinem Rechtsstreit mit den Mannschaftsärzten des Fußball-Bundesligisten 64 Profis und Trainer als Zeugen benannt. Darunter sind auch die Nationalspieler Torsten Frings, Tim Borowski und Miroslav Klose (letzten beiden jetzt Bayern München). Wie der SPIEGEL berichtet, will Klasnic, der mittlerweile beim französischen Erstligisten FC Nantes spielt, unter Beweis stellen, dass bei Werder Bremen routinemäßig Schmerzmittel verteilt wurden.
Wegen einer schweren Erkrankung mussten Klasnic im Jahr 2007 zwei Nieren transplantiert werden. Er wirft den betreuenden Ärzten vor, sich verschlechternde Nierenwerte nicht erkannt und nicht gehandelt zu haben. Die ständige Gabe von Schmerzmitteln hätte seinen Zustand noch verschlimmert.
Klasnic verlangt von den Ärzten 1,1 Millionen Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld. In einem Verfahren vor dem Bremer Landgericht hatten die Richter einen Vergleich vorgeschlagen. Klasnic sollte 350.000 Euro bekommen. Der Profi hatte dies abgelehnt.
Bremens Mannschaftsarzt Götz Dimanski hatte behauptet, Klasnic habe nur geringe Dosen Schmerzmittel bekommen, sein Krankheitsverlauf sei "schicksalhaft" gewesen. Dem widerspricht Klasnics Anwalt Matthias Teichner: "Wer sich meldete, dem wurden ein oder zwei Tabletten ausgehändigt, um diese vor dem Spiel einzunehmen." Zudem hätten die Spieler sogenannte Vitaminspritzen bekommen, in denen offenbar ebenfalls Schmerzmittel gewesen seien.
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