Hamburg - Im Poker um Wunschkandidat Louis van Gaal hat Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß eine Einigung mit dem 57-Jährigen bestätigt, wegen der vom AZ Alkmaar geforderten Millionen-Ablöse aber erstmals Bedenken geäußert. "Wenn das stimmt, was ich lese, kommt er nicht. Ich halte den Wechsel im Moment für sehr gefährdet", sagte Hoeneß im "Kicker", nachdem ihm van Gaal klar gesagt habe, "dass er keine Verträge bricht".
Alkmaar-Präsident Scheringa (l.), Coach van Gaal: Poker mit Bayern?
Die Münchner hoffen vielmehr auf eine angebliche Vereinbarung von van Gaal und Scheringa, wonach der Trainer im Falle eines ( bereits erreichten) Titels Alkmaar in Richtung eines ausländischen Club verlassen dürfe. Niederländische Medien spekulierten zudem, dass van Gaal sich selbst aus dem Vertrag freikaufen könnte.
Scheringa aber mauert weiter. "Bis zu diesem Moment weiß ich nichts von Bayern München, und ich habe auch von van Gaal selbst nichts gehört. Ich weiß aber wohl, dass ich mit einem Toptrainer in die Champions League will, und zwar mit Louis van Gaal. Deshalb bestehe ich darauf, dass er seinen Vertrag erfüllt", sagte er der Tageszeitung "de Volkskrant". Van Gaal habe den Kontrakt "bei vollem Verstand" unterschrieben.
Trotzdem hat sich der frühere Trainer des FC Barcelona mit den Bayern bereits auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. "Zwischen ihm und uns ist alles klar, mehr oder weniger", sagte Hoeneß. Falls das Engagement doch nicht zustande kommen würde, "können wir nicht viel machen, dann müssen wir die Sache neu überdenken". Van Gaal hatte allerdings schon am Wochenende betont, "dass ich gut dorthin passen würde. Bei Bayern kann man Meister werden und auch in der Champions League etwas leisten".
Vom neuen Trainer "und ob wir die Champions League erreichen" hängen beim FC Bayern auch die weiteren Personalentscheidungen ab, wie Hoeneß verdeutlichte. Allerdings sei in diesem Jahr in Bezug auf Transfers "alles möglich, es kann noch einige Überraschungen geben". Spekuliert wurde in den vergangenen Tagen immer wieder über einen Wechsel von Bremens Spielmacher Diego, zudem wurde Alexander Hleb vom FC Barcelona mit den Bayern in Verbindung gebracht. Der Weißrusse hatte allerdings erst vor wenigen Tagen erklärt, er wolle bei dem spanischen Topclub bleiben.
Selbst Stuttgarts Torjäger Mario Gomez, der am 31. Spieltag im Spitzenspiel gegen den Vfl Wolfsburg (4:1) alle vier Treffer seines Teams erzielte, soll trotz einer Ablöse von 35 Millionen Euro weiter auf der Wunschliste stehen. Gesucht wird auf jeden Fall noch ein Rechtsverteidiger, eventuell auch ein Torwart. Sicher kommen Ivica Olic vom Hamburger SV (ablösefrei), Anatolij Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg/elf Millionen Euro Ablöse) und Alexander Baumjohann (Mönchengladbach/ablösefrei).
goe/sid
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH