Von Marco Plein, München
Genauso schnell wie er kam, ist er nun wieder verschwunden. Wobei: Vielleicht stimmt das gar nicht.
Denn möglicherweise bleibt Jupp Heynckes dem FC Bayern München in irgendeiner Form erhalten. So jemanden wird man doch kaum einfach ziehen lassen. Jedenfalls nicht, wenn man über ihn in solch hohen Tönen schwärmt wie die Bayern über ihren 64 Jahre alten Fußballtrainer. "Ich bin jemand, der nicht gerne sagt, 'das war's'. Aber ich habe meine Mission hier erst mal erfüllt. Was in der Zukunft passiert, weiß ich jetzt noch nicht. Eigentlich will ich meine Karriere aber beenden", sagte der Vierwochentrainer nach seinem letzten Auftritt. Dabei wirkte er so, als habe er gerade vier Wochen Urlaub hinter sich. Entspannt, fröhlich, scherzend.
"Wir haben Großartiges geleistet. In der Mannschaft steckt mehr drin, als viele gedacht haben", sagte Heynckes, der auf seine vier Siege und ein Unentschieden durchaus stolz sein darf. Auch wenn er das natürlich nicht ist, "ich mag das Wort nicht", erklärte er. "Ich bin zufrieden, so würde ich es beschreiben."
Natürlich haben sich die Bayern in dem Niederländer Louis van Gaal schon längst für einen neuen Trainer entschieden, aber so sehr sich ihre Verantwortlichen am Samstag nach dem 2:1 über den VfB Stuttgart bei Heynckes bedankten, müssten sie ihn eigentlich an der Säbener Straße festketten. Schließlich hat er für die direkte Champions-League-Qualifikation gesorgt und die Bayern mit einem "blauen Auge davonkommen" lassen, wie Manager Uli Hoeneß hinterher sagte.
"Aber glauben Sie mir, wenn wir in einer Saison nicht ein Mal auf Platz eins stehen, dann können wir nicht so viel richtig gemacht haben. Wir müssen dringend zusehen, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert", sagte Hoeneß. Wie dem auch sei, der Manager wirkte hochzufrieden mit dem Saisonabschluss - und auch mit sich selbst, schließlich hatte er mit der Traineranstellung seines alten Freundes Jupp Heynckes mit dafür gesorgt, dass die Klinsmann-Fehler noch korrigiert wurden. Und dass die Saison ein zufriedenstellendes Ende für die Münchner nahm. "Ich muss Jupp unendlich danken für seine Arbeit hier", sprach Hoeneß, der wohl liebend gerne die Zeit zurückdrehen und dem Kurzzeittrainer ein paar mehr Spiele in der Verantwortung schenken würde. "Taktisch und technisch", fügte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hinzu, "haben wir uns zum Positiven entwickelt. Die Mannschaft ist also doch nicht so schlecht, wie wir dachten", so Rummenigge. Das klang ein wenig nach einer Abrechnung mit Heynckes-Vorgänger Klinsmann.
"Das hat Jupp sehr gut hinbekommen. Und Platz zwei ist ja auch kein Beinbruch für uns. Wir müssen schließlich nicht jedes Jahr Erster werden", schob Rummenigge nach. Knapp sechs Wochen nachdem sich die Bayern in der Champions League vom FC Barcelona eine Anleitung europäischen Spitzenfußballs abholten, zeigen sie sich nun also hocherfreut, in jenem Wettbewerb auch kommende Saison wieder antreten zu dürfen. Das klingt schon etwas kurios.
"Wir haben aber nicht nur in der Bundesliga einiges gutzumachen, sondern auch in der Champions League. Auch wenn wir da im Viertelfinale waren. Deswegen bin ich total erleichtert, dass wir nächste Saison wieder dabei sind", sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. "Immerhin haben wir das geschafft. Denn es hätte weitaus schlimmer kommen können für uns."
Die Bayern hatten auf ein Wunder gehofft und heimlich davon geträumt, den Wolfsburgern die Meisterschaft noch abzuringen. Es wäre ja auch eine schöne Geschichte gewesen, schließlich spielten sie zum ersten Mal seit ihrem Champions-League-Sieg vor acht Jahren wieder am 23. Mai. "Es liegt etwas Großes in der Luft", rief dann auch der Stadionsprecher vor dem Anpfiff. Dass die Wolfsburger dabei aber nicht mitspielten, störte in München später gar nicht mehr so sehr. Denn auch Platz zwei erlaubt es den Bayern, die geplante Einkaufstour auf dem Transfermarkt üppig ausfallen zu lassen - man will ja schließlich "viel Geld in die Hand nehmen", wie Hoeneß schon vor ein paar Tagen versprochen hatte. Wenn der Rekordmeister tatsächlich Mario Gomez davon überzeugt, aus Stuttgart rund 200 Kilometer südöstlich nach München zu ziehen, dann werden sie sicher hoffen, dass er sich bei ihnen besser präsentiert, als er das am Samstag tat. Zwar erzielte der Nationalstürmer den 1:2-Anschlusstreffer (63. Minute), nachdem Khalid Boulahrouz (16.) ein Eigentor geschossen und Mark van Bommel auf 2:0 erhöht hatte (60.). Ansonsten aber war von ihm nichts zu sehen. Der 23-Jährige erklärte dies später wie folgt: "Wir hatten zwar von einem Wunder geträumt. Aber damit gerechnet haben wir nicht. Und so haben wir dann auch gespielt. Wir waren müde."
Hellwach hingegen zeigte sich sein Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski im letzten Spiel für den Rekordmeister. Nach drei Jahren im bayerischen Fußball-Glamour geht es für ihn zurück nach Köln. "Schade", sagte er hinterher, "dass es nicht immer so gut gelaufen ist für mich wie in den letzten paar Wochen." Dann hätte man ihn, wie nun auch Heynckes, wohl gar nicht erst gehen lassen wollen.
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Sehe ich nicht so. Görlitz hatte nur das Pech mit der schweren Verletzung. Sonst hätte ich ihm einen Stammplatz durchaus zugetraut. Aber man wird sehen. Trotzdem ist noch Verstärkung von nöten. mehr...
Görlitz war damals vor seiner schweren Verletzung beim FCB auf gutem Weg, Stammspieler zu werden. Und in der ersten BL-Saison hat er beim KSC stark gespielt. Diese Saison anscheinend weniger wie ein Großteil der Mannschaft. mehr...
als dei 1.Transfersumme bis 80 Mio DM lag, regte sich sogar der Papst auf, heute kostet so ein Spieler , wei Gomes, c 30 Mio DM ( im alten Geld , der andere Transfer von ??? bringt 80 Mio Euro ! tja, keine Wirtschaftskrise bei den [...] mehr...
Möglicherweise reicht einem Spieler seiner Güteklasse auch eine gute WM-Quali (noch 5 Spiele) und einige auffällige Matches in der CL, um bei den großen Vereinen im Gespräch zu bleiben. Einen Wechsel, ob Madrid oder [...] mehr...
Naja die Bayern müssen nicht aber Ribery macht auf mich den Eindruck einer Diva mit dem Schabernack eines Kindes. Wenn er bleibt muss er ja die Saison gut spielen um dann wieder für einen Top-Club interessant zu sein. Aber ich [...] mehr...
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