Mittwoch, 10. Februar 2010

Sport



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04.02.2000
 

Borussia Dortmund

Problemfall Skibbe

Mit schweren Beinen ist die Millionentruppe von Borussia Dortmund aus der Winterpause gestartet. Nach der Heimniederlage zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Kaiserlautern gerät nun der Trainer zunehmend unter Druck.

Dortmunds Reina versucht sich gegen Ratinho vom 1. FC Kaiserslautern durchzusetzen
DPA

Dortmunds Reina versucht sich gegen Ratinho vom 1. FC Kaiserslautern durchzusetzen

Dortmund - Michael Skibbe wird bei Borussia Dortmund zum Dauer-Problem und droht einen Machtkampf zwischen den wütenden Fans und der Klubführung zu entfachen. "Wenn eine Trennung objektiv gerechtfertigt wäre, müsste man mit dem Trainer sprechen. Ich habe jedoch nie verstanden, warum sich die Kritik nur an einen Kopf festmacht. Da gibt es noch elf Köpfe auf dem Platz", erklärte Manager Michael Meier nach der 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die lautstarken "Skibbe-raus"-Rufe der Kulisse waren aber auch ihm `unter die Haut gegangen".

Der Rückrundenstart als Anfang vom Ende der Ära Skibbe? Meier dementierte Gerüchte über Kontakte zum ehemalige Dortmunder Profi Bernd Krauss: "Wir sind für ungewöhnliche Maßnahmen bekannt und lagen damit oft richtig, wir werden nicht die Schablone ziehen." Fest steht: Die Stimmuung im Bannkreis des Westfalenstadions ist explosiver denn je, der Druck auf Trainer, Mannschaft und Präsidium wächst.

Der 34 Jahre alte Coach gibt sich derweil kämpferisch: "Sicher tut das weh, aber die Kritik meint den Trainer, nicht die Person. Ich kann damit umgehen, aber auch die Fans verstehen. Sie wollen Erfolge feiern." Mehr noch: Sie wollen auch ansprechenden Fußball sehen und Fortschritte beim Neuaufbau. Davon ist das Starensemble nach 18 Monaten unter Skibbe derzeit weit entfernt.

"Wir müssen aufpassen, dass Ansprüche und Möglichkeiten nicht auseinander driften. Unser Kombinationsspiel war eine Katastrophe", sagt Nationalspieler Lars Ricken und ergänzt mit Blick auf das nächste Heimspiel: "Wir brauchen keine Angst vor den Fans und Ulm zu haben. Wir selbst können in Wolfsburg wieder für positivere Stimmung sorgen." Routinier Jürgen Kohler hofft: "Oft schweißt der Druck auch eine Mannschaft zusammen."

Doch daran glaubt im Umfeld der Borussia kaum noch jemand. Meier: "Die Situation ist nicht einfach." Der Jubel nach dem Uefa-Cup-Kraftakt gegen die Glasgow Rangers und das 4:0 zum Jahresabschluss gegen Hertha BSC war nur von kurzer Dauer. Die blamablen Testspiele haben schon frühzeitig erneute Zweifel an Aufschwung und Skibbe entfacht. Gegen den FCK wurden die Kritiker und 62.000 Zuschauer im Stadion bestätigt.

Die Borussen präsentierten sich zwar mit tadellosem Kampfgeist, aber wieder einmal wie ein unorganisierter Haufen, der offenbar nach dem Zufallsprinzip arbeitet und zu allem Überfluss seine spärlichen Torchancen ungenutzt lässt. So ging die Lauer-Taktik der Pfälzer dank eines Blackouts der ansonsten stabilen BVB-Abwehr beim entscheidenden vierten Saisontreffer seines Manndeckers Harry Koch (52.) auf.

Dortmund fehlten Durchschlagkraft und zündende Ideen, kurzum: eine ordnende Hand. Viele der hochdotierten Stars erheben Ansprüche, erfüllen konnten sie bisher niemand. Skibbe wollte hingegen bei der zweiten Heimniederlage "eine geschlossene Mannschaft" gesehen haben.

Gemeint sein konnte allenfalls Kaiserslautern, das seine Negativserie von vier Pflichtspiel-Niederlagen in Serie mit dem ersten Erfolg im Westfalenstadion seit zehn Jahren - trotz seiner Verletztenmisere - beendete. Trainer Otto Rehhagel: "Die Jungs sind super drauf. Das zeichnete sich schon im Trainingslager ab. Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wenn wir auch noch am Dienstag gegen Rostock gewinnen, sind wir wieder dran."

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