
Rostocks Breitkreutz (r.) entkommt Herthas Schmidt
Rostock - Herthas Rekord-Einkauf Alex Alves konnte die 15-Millionen-Mark-Investition bei seinem Bundesliga-Einstand zwar noch nicht mit Toren zurück zahlen, hat seiner vereinsinternen Konkurrenz aber schon einmal Beine gemacht. Sturmpartner Michael Preetz fühlte sich in die Pflicht genommen und sorgte am Freitagabend mit seinem fünften Saisontor zum 1:0 (0:0) bei Hansa Rostock für einen Rückrundenstart nach Maß beim zum Erfolg verdammten Champions-League-Teilnehmer. "Dieser Sieg war ganz wichtig. Wir müssen jetzt punkten, um Anschluss nach oben zu finden. Wenn die Champions League im März wieder beginnt, wird es ganz, ganz schwer", konstatierte Hertha- Trainer Jürgen Röber leidend und doch zufrieden. Bei dem 46-Jährigen war während der Partie eine Rückenverletzung aufgebrochen.
Der 222. Sieg in Herthas Bundesliga-Geschichte linderte Röbers Schmerz ebenso wie die Hoffnung, mit Alves und Preetz oder Ali Daei die Angriffsmisere der Hinrunde überwinden zu können. "Was Alex drauf hat, war vor allem in der ersten Halbzeit zu sehen. Wenn man bedenkt, was für eine Riesenumstellung er zu bewältigen hatte. Bei diesem Schweinewetter zu spielen, war gerade für einen Brasilianer überaus schwer", schätzte Herthas Chefcoach ein. Alves war auch zufrieden. "Ich habe zwar kein Tor geschossen. Aber das ist egal. Wir haben gewonnen. In dieser Mannschaft steckt sehr viel", beschrieb der Brasilianer seine Eindrücke nach der für ihn nach 84 Minuten beendeten Bundesliga-Premiere.
Nationalspieler Preetz besänftigte mit seinem Siegtor nach 61 Minuten wenigstens vorübergehend die erhitzten Gemüter angesichts der Querelen um Aufsichtsrats-Chef Robert Schwan und -Mitglied Klaus Fehrmann. Schwan kündigte für kommenden Mittwoch seinen Rücktritt an. Fehrmann legte seine Funktion im obersten Hertha-Gremium am Freitag nieder. Auslöser der Affäre war, dass Schwan die Millionen-Transfers von Alex Alves und Stefan Beinlich ohne Absprache mit dem Aufsichtsrat bestätigt haben soll. Vier der neun Aufsichtsrat-Mitglieder sollen dem Millionen-Transfer des Brasilianers nicht zugestimmt haben.
Derartige Sorgen haben die Hanseaten nicht. Daran änderte auch die unglückliche achte Saison-Niederlage nichts. "Jetzt schon von einem Fehlstart zu sprechen, wäre völlig verfrüht. Wir sollten nach fünf oder sechs Partien eine Zwischenbilanz ziehen", meinte Hansa-Trainer Andreas Zachhuber. Auch sein Abwehrchef sah angesichts der engagierten Vorstellung keinen Grund zur Panik. "Diese Niederlage wirft uns nicht um", befand Olaf Holetschek, der seinen Vertrag in Rostock gerade erst bis 2002 verlängert hatte.
Zachhuber haderte vor allem mit den ausgelassenen Möglichkeiten in der ersten Hälfte. "Zu diesem Zeitpunkt hätten wir durchaus in Führung gehen könne. Und dann wäre es aus einer leichten Konterstellung heraus einfacher gewesen", analysierte der 37-Jährige. Die Chance dazu bot die Hertha aber nicht. Hansas nächste folgt am Dienstag beim 1. FC Kaiserslautern. "Da wollen wir die heute verlorenen Punkte zurückgewinnen", kündigte Zachhuber an. Das wird schwer - sagt auch die Statistik: Magere zwei Punkte nahmen die Rostocker aus den bisherigen acht Auswärtsspielen mit.
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