Hamburg - Der US-amerikanische Fußball-Verband (USSF) denkt über ein Freundschaftsspiel in Iran nach. Wie Präsident Sunil Gulati in Chicago mitteilte, solle die erste Partie seit mehr als neun Jahren zwischen den beiden politisch verfeindeten Staaten im November in der iranischen Hauptstadt Teheran ausgetragen werden. "Wir stehen in Gesprächen mit dem iranischen Verband", sagte Gulati.
Fans aus Iran und USA (WM 2006): Freundschaftliche Begegnung
Dass das geplante Match für enormes Aufsehen sorgen wird, steht außer Frage: Denn die iranischen Offiziellen haben angekündigt, sich an die für Freundschaftsspiele üblichen Regeln zu halten: "Wir werden die amerikanische Hymne spielen und die US-Flagge zeigen, so wie es die internationalen Regeln vorsehen", sagte Nabi SPIEGEL ONLINE. Das ist äußert pikant: Denn die USA sind seit der Revolution 1979 Erzfeind der Islamischen Republik Iran. "Tod den USA"-Sprechchöre gehören zu jedem Freitagsgebet, die Verachtung für Amerika zur Staatsdoktrin.
Im Gespräch soll ebenfalls ein Rückspiel in den USA nach der Weltmeisterschaft in Südafrika Ende 2010 oder im Jahr 2011 sein. Zuletzt trafen die USA und Iran im Januar 2000 im kalifornischen Pasadena aufeinander. Die Begegnung endete 1:1.
Iran, das vom ehemaligen DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller beraten wird, belegt vor dem letzten Spiel der WM-Qualifikation am kommenden Mittwoch bei den bereits qualifizierten Südkoreanern mit zehn Punkten nur den vierten Gruppenplatz. Da aber das zweitplatzierte Nordkorea beim Dritten Saudi-Arabien antreten muss, hätte der Iran mit einem Sieg zumindest den dritten Platz sicher. Dieser berechtigt zur Teilnahme am Play-off-Duell gegen den Dritten der Parallelgruppe, Bahrain oder Usbekistan.
Ulrike Putz/sid
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