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10.08.2009
 

Fußball-Fernsehüberdruss

Luftschnappen nach Spieltag eins

Neun Partien, fünf Anstoßzeiten: Die Bundesliga kommt ab dieser Saison in kleinen Häppchen. Ballversorgung total für Hardcore-Fans? Nein, einfach nur anstrengend, findet Christoph Biermann - und hat den größten Verlierer der Immer-auf-Sendung-Manie schon ausgemacht.

Ach, es war herrlich! Der deutsche Meister VfL Wolfsburg startete wie ein Champion, und Bochum spielte mit Gladbach ein großartiges Sechs-Tore-Remis heraus. Schalke verblüffte positiv und Werder Bremen negativ, Dortmund drehte auf und Hertha hat das Glück nicht verlassen.

Wolfsburg-Stürmer Grafite: Luft schnappen, Sorgen machen
DPA

Wolfsburg-Stürmer Grafite: Luft schnappen, Sorgen machen

Dazu durften wir nach dem nicht anerkannten Tor für Hoffenheim gegen Bayern die ewige Debatte über Torkameras erneut führen und wieder mal Rudi Völler bestaunen, der die laxe Pfeiferei der Referees bei Freistößen beklagte. Es ging also richtig schwungvoll los mit der neuen Saison, was aber nicht der Grund dafür ist, weshalb man schon jetzt nach Luft schnappen und sich einige Sorgen machen muss.

Mit Beginn dieser Spielzeit gibt es bekanntlich mehr Fußball als je zuvor, und nach einem Wochenende vor dem Fernseher schleicht sich schon jetzt das Gefühl ein, es könne vielleicht doch zu viel sein. In der vergangenen Saison spielte die erste und zweite Bundesliga zwischen Freitag und Montag zu sechs unterschiedlichen Zeiten, inzwischen sind es neun. Das ist verdammt viel. Weil die Bundesliga am Samstagabend und Sonntagnachmittag zwei zusätzliche Anstoßzeiten bekommen hat und die Zweite Liga am Samstagmittag eine, kann man viereinhalb Stunden Live-Fußball mehr schauen. Nach dem ersten Spieltag bleibt dadurch der Eindruck, dass am Wochenende immer irgendwo gekickt wird. Vielleicht gibt es deshalb im Kleingedruckten der Verträge mit den Anbietern Sky und Liga Total bislang überlesene Hinweise auf die Gefahren von übermäßigem Genuss von Fernsehfußball. Dort könnte es etwa heißen: "Das Anschauen von zu vielen Fußballspielen kann zu Störungen des Familienfriedens, sozialer Vereinsamung und körperlichen Schäden durch mangelnde Bewegung führen."

Eine weitere Warnung mit Blick auf alle Fußballjunkies und sonstige Menschen, die eine Neigung zu Suchtproblemen haben, könnte auf den Dekodern stehen: "Bitte schauen Sie nicht weg und sprechen Sie Personen an, die das Fußballangebot komplett sehen."

Nun gibt es natürlich die Fans, die sowieso nur die Auftritte ihrer Lieblingsmannschaft anschauen. Und selbstverständlich finden sich beim Fußball auch souveräne Konsumenten, die ganz gezielt nur interessante Spiele auswählen und anschließend einfach abschalten. Das Problem beim Fußball ist aber: Man weiß vorher nicht nur nicht, wie es ausgeht. Man weiß auch nicht, ob das Spiel interessant wird. Wer hätte schon erwartet, dass es den Kracher zum Saisonstart gerade in Bochum geben würde? Nun sind die leckeren Häppchen des Bundesligaspielplans aber vor allem deshalb über das Wochenende ausgewalzt worden, um damit mehr Menschen in Versuchung zu führen, für Fußball zusätzlich zu bezahlen. Das bedient eine All-you-can-eat-Mentalität und ist vielleicht der richtige Weg um ein Publikum zu erreichen, das Flatrates und Essen vom Büffet liebt. Doch ob in einer größeren Betrachtung dieses Mehr wirklich besser ist, kann man durchaus bezweifeln. Die Konferenz am Samstagnachmittag ist mit fünf statt sechs Partien auch deshalb weniger attraktiv als vorher, weil das nominell interessanteste Spiel am Samstagabend ausgetragen wird. Die kleine Konferenz am Sonntag gibt es gar nicht mehr, was für weniger Gelegenheitsseher sorgen wird. Andererseits wird sich die ARD fragen, ob der Zugewinn der Bundesliga-Zusammenfassung am Sonntagabend wirklich den Verlust bei der Samstag-Sportschau wettmacht, die dramatisch entwertet ist. Der größte Verlierer kommt aber aus dem Fußball selbst. Es ist die Zweite Liga, die mit drei Spielen am Freitag und Sonntag, zweien am Samstag keinen Ankerplatz mehr hat. Sie ist nur noch Füllstoff, um das Fußballwochenende zu verspachteln. So muss man sich fast für die vielen traditionsreichen Clubs freuen, dass es den bei den Fans meistgehassten Spieltermin noch gibt: das Montagsspiel. Wer nach insgesamt zwölf Stunden Live-Fußball seit Freitag noch Kraft hat, kann sich dort heute übrigens Arminia Bielefeld gegen Hansa Rostock anschauen.

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28.08.2009 von Mollero: Was halten sie von den neuen Anstoßzeiten?

Die interessieren mich nicht. Ich beginne erst nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Saufen. Da bin ich seit Jahrzehnten konsequent. mehr...

25.08.2009 von BillBrook:

Es war so. Da kann ich nur gratulieren. Vor allem die Torfolge. O:2 2:2, da denkt man ja jetzt gibts auf die Mütze. Und dann selbst noch zweimal einlochen, das hatte wirklich Stil. mehr...

21.08.2009 von Dylan1941:

Danke, wenn es doch nur gegen Wolfsburg so einfach wäre ! Aber wer weiß, vielleicht erleben wir eine Überraschung und das Spektakel findet vorm Wolfsburger Tor statt. mehr...

21.08.2009 von lofi:

Daran sieht man, dass die Geschmäcker verschieden sind. Sollten wir jemals wieder in die 2.Liga aufsteigen, wäre Freitag 18:00 meine Lieblingsspielzeit. Pünktlich Feierabend machen, und ab ins Stadion (nur 1 km entfernt) Für [...] mehr...

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