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Schalke-Trainer Magath "Erfolgreich sein, viel Geld verdienen, gelobt werden"

Felix Magath: Meister der Medizinbälle
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DPA

2. Teil: Wieso Stürmer Jefferson Farfans Krankmeldung nach dem Biertrinken keine Folgen hatte und Magath kein Freund von Vieraugengesprächen ist

SPIEGEL ONLINE: Nach dem Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals erzählten Sie, Jefferson Farfan habe sich beim Biertrinken am Abend vor dem Spiel, das bei all Ihren Mannschaften zu den Ritualen gehört, krankgemeldet. Einige Zeitungen interpretierten die Aussage als Affront gegen den Stürmer, ihr Verhältnis sei zerrüttet, Farfan werde wahrscheinlich verkauft, hieß es. Und jetzt ist er Schalkes bester Spieler.

Magath: Diese Sache hat mich völlig überrascht. Es war überhaupt keine Absicht, ihn in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Wenn hier jeder kleine Nebensatz sofort genutzt wird, um jemanden an die Wand zu nageln, dann müsste ich mir künftig überlegen, was ich von mir gebe. Und das würde dazu führen, dass man nur noch das sagt, was sowieso jeder hören will.

SPIEGEL ONLINE: Ihre Vorgänger haben genau diesen Weg gewählt und die offene Kontroverse mit dem schwierigen Umfeld auf Schalke gescheut. Verfolgen Sie bewusst eine andere Strategie?

Magath: Mir war schon klar, dass Schalke nach Bayern München der Verein mit der größten Bedeutung in Deutschland ist. Einige sich daraus ergebende Mechanismen erkennt man erst, wenn man selbst für den Club tätig ist. Da muss ich mich aber auch erst reinarbeiten, das geht nicht von heute auf morgen. Da bin ich gerade in einem Prozess.

SPIEGEL ONLINE: Farfan blüht nun auf, dabei war er doch bestimmt verärgert, oder?

Magath: Er hat sich über seinen Berater bei mir beschwert. Daraufhin habe ich mich vor versammelter Mannschaft mit ihm ausgesprochen und erklärt, dass es mir leidtut, dass eine Aussage von mir solche Auswirkungen hatte. Ich denke, das hat ihm gut getan.

SPIEGEL ONLINE: Sie klären solche Dinge oft vor dem gesamten Team. Auch von Ihren früheren Stationen ist zu hören, dass Sie nur selten mit Spielern unter vier Augen sprechen. Die Mehrheit der Trainer agiert da anders.

Magath: Ich finde, gerade im Fußball waren wir auf einem völlig verkehrten Weg. Wir haben den Spielern alles vorgeschrieben und abgenommen. Bei einem Eckball sagen die Trainer: "Geh du dahin und du dahin." Dadurch verlernt der Spieler, mitzudenken und die Dinge zu verantworten, die passieren. Ich finde, die Spieler müssen auch aus dem Bauch entscheiden. Das funktioniert, wenn sie sich nur mit einigen wenigen gut ausgewählten Informationen auseinandersetzen müssen.

SPIEGEL ONLINE: Ist das ein zentraler Punkt ihres Erfolges?

Magath: Ja, ich glaube schon.

SPIEGEL ONLINE: Wussten Sie vor Ihrem ersten Arbeitstag auf Schalke darüber Bescheid, wie leer die Kassen hier wirklich sind? Oder hat Ihnen die finanzielle Situation erst einmal einen Schrecken eingejagt?

Magath: Erschrecken kann man mich nicht so leicht, aber ich war vorher sicher nicht über den genauen Stand informiert. Im Großen und Ganzen wusste ich allerdings schon, welche Herausforderungen mich hier erwarten. Ich glaube, ich habe die gleiche Mentalität wie Ernst Happel, er war Spieler durch und durch und ich sehe mich auch als Spieler. Als professionellen Spieler.

SPIEGEL ONLINE: Hat diese Neigung zum Zocken eine Rolle gespielt, als Sie den völlig unbekannten Christoph Moritz nach einer Woche im Training direkt in die Stammformation aufnahmen?

Magath: Ja, klar. Wobei ich mich dann doch ein bisschen von Ernst Happel unterscheide. Happel hat auch viel bei der Spielbank gespielt - und sicher eher gewonnen als verloren. Das ist für mich dann jedoch zu sehr Glücksspiel. Ich versuche ein Spiel zu durchschauen und die ungeschriebenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten einzubeziehen. Und dann passiert es auch mal, dass ich einen Christoph Moritz aufs Feld schicke.

Das Interview führte Daniel Theweleit

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insgesamt 277 Beiträge
arber-shputa 06.05.2009
Ja !
Zitat von sysopKann Felix Magath Schalke 04 national und international zurück in die Spitze führen?
Ja !
rhawik 06.05.2009
Ein absoluter Glücksgriff ! Felix Magath ist einer der besten Trainer. Trainer, Team-Manager und Manager in einer Funktion ! Nun kann Schalke wieder angreifen, um nach 1958 endlich mal wieder Deutscher Meister werden. Die [...]
Ein absoluter Glücksgriff ! Felix Magath ist einer der besten Trainer. Trainer, Team-Manager und Manager in einer Funktion ! Nun kann Schalke wieder angreifen, um nach 1958 endlich mal wieder Deutscher Meister werden. Die Spieler haben dann keinen Manager mehr (Rudi Aussauer oder Andreas Möller), bei demsie sich "Ausweinen" können. Mit Büskens und Mulder hätte man doch nur eh weiter rumgewurschtelt. Das hätte auf Dauer nie funktioniert. Man kann der Schalkern nur beglückwünschen, dass sie sich die Dienste von Felix Magath haben sichern können. Bei Wolfsburg forderte er angeblich eine Verdoppelung seiner Bezüge. Die haben abgewunken. In der nächsten Saison werden sie dann wieder im Mittelfeld herrumdümpeln. Glück auf Schalke !!!
krafts 06.05.2009
Da bin ich skeptisch, ob sie Magath in Schalke in Ruhe arbeiten lassen. Aber, wenn Magath den lahmen Karren Schalke auch wieder flott kriegt, dann hat er höchsten Respekt, dann hätte er den Titel "bester deutscher [...]
Zitat von sysopKann Felix Magath Schalke 04 national und international zurück in die Spitze führen?
Da bin ich skeptisch, ob sie Magath in Schalke in Ruhe arbeiten lassen. Aber, wenn Magath den lahmen Karren Schalke auch wieder flott kriegt, dann hat er höchsten Respekt, dann hätte er den Titel "bester deutscher Trainer" verdient. Ich bin mir sicher, dass die Aufgabe in Schalke ungleich schwieriger werden wird als beim biederen VW-Club. Das sieht man allein schon daran, dass bei der Verpflichtung einer das Maul nicht halten konnte.
hofnarrflorian 06.05.2009
„Wir haben die uns gesteckten sportlichen Ziele wesentlich schneller erreicht, als wir es gemeinschaftlich im Sommer 2007 bei meinem Amtsantritt formuliert haben“, wird der Trainer in der offiziellen Pressemitteilung zum Wechsel [...]
„Wir haben die uns gesteckten sportlichen Ziele wesentlich schneller erreicht, als wir es gemeinschaftlich im Sommer 2007 bei meinem Amtsantritt formuliert haben“, wird der Trainer in der offiziellen Pressemitteilung zum Wechsel vom Verein zitiert. Was spricht also gegen ein Bleiben? Der Erfolg ist da, Magath hat alleinige Entscheidungskraft im sportlichen Bereich, die Stimmung ist enthusiastisch und Geld sollte durch VW im Rücken doch auch da sein. Aber halt, angeblich liegt gerade da der Hund begraben. Medienberichten zufolge forderte Magath vom VfL für eine vorzeitige Vertragsverlängerung eine Verdopplung (!) seiner derzeitigen Bezüge, die auf etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr geschätzt werden. Anscheinend ist Schalke - mit Investor Gazprom - eher dazu bereit, diese Summe zu stemmen. Weiterführender Artikel zum Magath-Wechsel (http://www.hingesehen.net/?p=1320)
Christian W. 06.05.2009
Er wird keine komplette Saison durchhalten, darauf wette ich. Mein Wetteinsatz: Verliere ich, schreibe ich einen Aufsatz (3.500 Zeichen, so viel lässt das Forum pro Beitrag ja zu) was ich an Schalke geil finde und zwar komplett [...]
Er wird keine komplette Saison durchhalten, darauf wette ich. Mein Wetteinsatz: Verliere ich, schreibe ich einen Aufsatz (3.500 Zeichen, so viel lässt das Forum pro Beitrag ja zu) was ich an Schalke geil finde und zwar komplett ohne Ironie. Wer dagegen hält, schreibt, bei verlorener Wette, einen Aufsatz (3.500 Zeichen), was er an der SGE geil findet. Na, wer traut sich?
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