ThemaGewalt im FußballRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Sachsen vs. Lok Randale am Rande des Leipziger Derbys

Leipziger Derby: Tritte, Schläge, Pfefferspray
Fotos
Alasdair Thompson

Alle Appelle haben nichts genützt: Rund um das Leipziger Oberliga-Derby zwischen dem FC Sachsen und dem 1. FC Lok ist es zu Ausschreitungen gekommen. Das Spiel musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, nach der Partie setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Leipzig - Bereits am Morgen des Spieltages griffen etwa 50 Anhänger des 1. FC Lok ein gemeinsames Frühstück von Sachsenfans im Leutzscher Rathaus an. In der zweiten Halbzeit flogen aus beiden Fanlagern Böller. Ein Fan von Sachsen Leipzig wurde dabei verletzt und musste aus dem Block ins Krankenhaus abtransportiert werden. In der 75. Minute unterbrach der Schiedsrichter die Partie und schickte die Spieler in die Kabine.

Nach einer knapp zehnminütigen Pause wurde das Spiel fortgesetzt (Endstand 0:0), doch der Ärger auf den Rängen ging weiter. Immer wieder versuchten Fans, die Pufferzone zu überwinden und in den Block des Gegners zu gelangen. Erst eine Hundertschaft der Polizei konnte die Situation im Stadion beruhigen.

Nach der Begegnung trafen die beiden verfeindeten Gruppen aufgrund mangelnder Fantrennung vor dem Sportforum aufeinander. Dabei kam es zu Schlägereien. Die teilweise berittene Polizei setzte Pfefferspray ein, es gab mehrere Verletzte und einige Ingewahrsamnahmen.

"Normalerweise findet dort eine Fantrennung statt, aber einigen gewaltbereiten Lok-Anhängern ist es gelungen, diese zu umgehen. Diese Gruppe hat dann versucht, die Anhänger des FC Sachsen zu provozieren", sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. "Wir können einfach nicht überall sein." Der Polizei sei es aber gelungen, Schlimmeres zu verhindern. Die Gewalttäter zogen laut Polizeiangabe dann weiter in die Innenstadt "und zündeten Mülltonnen an".

Im Vorfeld des brisanten Derbys hatten beide Vereine mit einer Video- und Plakatkampagne an die Vernunft der Fans appelliert und für ein friedliches Derby geworben. Dabei wünschten sich die Spieler beider Mannschaften gemeinsam Respekt und Fairplay - "auf dem Rasen" wie "auf den Rängen".

Trotz der Randale zog die Leipziger Polizei eine positive Bilanz: "Dafür, dass es sich um ein Stadtderby gehandelt hat, war die Lage verhältnismäßig ruhig", so die Polizeisprecherin: "Unsere Taktik ist aufgegangen."

Hooligans attackieren Ausländer

Nach dem Besuch eines Stadtfestes im sächsischen Taucha haben Hooligans am Sonntag auf dem Heimweg drei Ausländer attackiert. Die Gruppe von 15 Männern aus der Leipziger Hooligan-Szene habe ihre Opfer zunächst mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Daraufhin seien die drei Ausländer geflüchtet. Ein 23-jähriger Libanese sei jedoch von den Hooligans zu Fall gebracht worden. Als der Mann am Boden lag, sei er geschlagen, getreten und mit einer Bierflasche beworfen worden.

Auch die Polizeibeamten wurden bei ihrem Eintreffen von den Hooligans angegriffen und beleidigt. Der Libanese und ein Beamter wurden laut Polizei leicht verletzt. Ein Streifenwagen wurde beschädigt.

Zehn Tatverdächtige im Alter zwischen 17 und 22 Jahren wurden festgenommen. Ein weiterer 20 Jahre alter Tatverdächtiger wurde ermittelt. Die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung dauern an.

Mit Material von dpa und ddp

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles aus der Rubrik Fußball
alles zum Thema Gewalt im Fußball

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen






TOP



TOP