Um zu wissen, wie schlecht es wirklich um den FC Bayern München bestellt ist, reicht ein kurzer Blick auf die Tabelle. Zwei Punkte, eins zu neun Tore, letzter Platz. Vier Spiele hat es nur gebraucht, den Respekt der gegnerischen Teams schrumpfen zu lassen wie einen aufgeschlitzten Reifen. Dabei braucht ein neuer Trainer Zeit, seine Ideen umzusetzen. Und außerdem mussten die Bayern gleich nach Ingolstadt. Und dann nach Jena. Das Auftaktprogramm war nun wirklich nicht ohne.
Für Mehmet Scholl und Bayern II.
Weil man es von der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters anders gewohnt ist und von den Elite-Kickern der Münchner sowieso, entbehrt das Drama nicht einer gewissen Ironie, das sie beim FC Bayern gerade aufführen. Drittliga- und Erstligateam scheinen sich einen clubinternen Wettbewerb darin zu liefern, wer schlechter in die Saison startet. Die großen Bayern stehen noch ein wenig besser da mit zwei Punkten, drei zu vier Toren und Tabellenplatz 14, nur die Rote Laterne hat sich das Team von Trainer Louis van Gaal noch nicht abgeholt. Allerdings kommt am nächsten Spieltag der VfL Wolfsburg in die Münchner Arena.
So miserabel ist dieser Saisonstart, dass selbst die Superlative aus der Klinsmann-Ära nicht mehr auszureichen scheinen, das vermeintliche Elend in Worte zu fassen. Was soll man eigentlich nach einer Niederlage gegen Wolfsburg noch schreiben?
Wäre es der VfL Bochum oder Eintracht Frankfurt, ein Fehlstart wie dieser würde milde weggelächelt werden. Bochum muss schon in Rosa verlieren, damit überhaupt jemand drüber schreibt. Doch gewinnt der FC Bayern mal drei Spiele in Folge nicht, werden Strategien für Jahre innerhalb von Tagen geprüft und zerpflückt. Öffentlich. Sogar von den eigenen Leuten. Uli Hoeneß gibt dann der "Sportbild" ein Interview, Karl-Heinz Rummenigge der "AZ" - und Franz Beckenbauer schreibt in der "Bild". Ganz aktuell tritt er der Vermutung entgegen, der FC Bayern sei "untrainierbar". Seine Antwort ist so schlicht wie einleuchtend: "Felix Magath, Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes haben es doch auch geschafft."
Selten lagen die Gründe für einen Fehlstart so deutlich auf der Hand
Der Zusatz, Louis van Gaal habe noch einen Vertrag bis 2011, darf an der Stelle natürlich nicht fehlen. Und Mario Gomez muss in der "tz" die Frage beantworten, ob die Mannschaft gegen den Trainer spiele.
Ist es wirklich so einfach? Natürlich müsste man die Zurechnungsfähigkeit jedes Analysten in Frage stellen, der nicht auch die Arbeit des neuen Trainers hinterfragte. Aber selten lagen die Gründe für einen Fehlstart so deutlich auf der Hand, und noch seltener war die Verantwortlichkeit derer klarer, die jetzt Interviews geben.
All diese Probleme sind hausgemacht, und sie sind so offensichtlich, dass die Frage erlaubt sein muss, warum die Bayern sie immer noch nicht behoben haben.
Auf anderen Social Networks posten:
er könnte ein zweiter Karl May werden? ;-) mehr...
Aber es ist eben auch so, dass das beim FC Bayern nicht groß anders ist. Was für Euch der Aufstieg (oder auch die Meiserschaft), das ist für uns das CL-Finale. Und auch bis wir das jetzt mal endlich wieder erreichen konnten sind [...] mehr...
...mir doch nie in den Sinn kommen ;-). Im Ernst: Hat er hier mal in einem anderen Fred (als ich seine Posts noch gelesen habe) gepostet, möchte Dir jetzt aber nicht zumuten, den aus seinen Elaboraten rauszusuchen. Es hatte [...] mehr...
Aber wirklich, ich leide sehr darunter ;) mehr...
Erst dachte ich, Du willst mich veräppeln. Dann las ich Haio: Ist aber auch verständlich, bei mehr als 30T Beiträgen hier hat man natürlich keine Zeit ins Stadion zu gehen. Da muß man sich entscheiden, entweder sieht man [...] mehr...
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