Der Kollege aus England rief am Samstagmorgen zur Frühstückszeit an, denn er hatte eine äußerst brisante Information: Franck Ribéry wird bis zum Ende der Transferperiode am Montagabend um Mitternacht zu Real Madrid wechseln! Das sei absolut sicher, 60 Millionen würden die Bayern für ihn kassieren. Die Quellen aus dem Umfeld von Real Madrid und aus Frankreich seien in der Vergangenheit exzellent und absolut verlässlich gewesen, er habe keinen Zweifel. Und weil dieser Kollege früher schon nachgewiesen hatte, über bemerkenswerte Insider-Informationen aus der Top-Ebene des europäischen Fußballs zu verfügen, hatte der Anruf durchaus Gewicht.
Doch knapp zwölf Stunden später sah man ein Bild, das auch die letzten Zweifel daran beseitigte, dass zumindest in diesem Fall vermeintlich exklusives Wissen nur Gerede und Gerücht gewesen waren. Uli Hoeneß sprang wie ein großer rosa Flummiball überschwänglich auf der VIP-Tribüne der Münchner Arena herum. Alles an diesem Jubel war Triumphgeheul und sagte: Wir haben es mal wieder allen gezeigt! Bekanntlich hasst Hoeneß es, wenn in der Öffentlichkeit lautstark die Entscheidungen der Münchner Vereinsführung bezweifelt werden. Und wenig macht ihn froher, als wenn er alle Kritiker zum Schweigen bringen kann.
Investition in die französisch-holländische Flügelzange
Da hatte nach der Bayern-Pleite in Mainz alle Welt die Klasse der Innenverteidigung inklusive Torwart bezweifelt, und wie reagiert der Club darauf ? Er kauft einen Außenstürmer. Dieser Arjen Robben hatte zwölf Minuten nach seiner Einwechslung das erste Tor für den neuen Club erzielt, dabei sofort traumhaft mit Ribéry harmoniert und dann noch einmal getroffen. Das ist der Stoff, der Hoeneß glücklich macht. Und nichts war in diesem Moment absurder als die Vorstellung, die neue französisch-holländische Flügelzange gleich wieder auseinanderzureißen.
Mit ihr hat Louis van Gaal nun einen ganzen Schwung neuer Optionen. Er kann klassisch holländisch mit drei Stürmern spielen, mit zwei defensiven Mittelfeldspielern oder einer offensiven Dreierreihe und einer einzelnen Spitze. Er kann nun eine Offensivwucht herstellen, die noch manchen Bundesligisten das Fürchten lehren wird, und doch löst der Coup längst nicht alle Probleme.
Denn es gab am Samstag eben auch eine Phase, in der Wolfsburg sich drei Torchancen herausspielte, die sie in der Vorsaison sicher verwandelt hätten. Das passierte nach der Pause, als Robben schon auf dem Platz war und die Bayern den Deutschen Meister nicht mehr so kontrollierten wie in der ersten Halbzeit, als der Ball zwischen den stets punktgenau postierten Spielern so zirkulierte, wie es sich der Trainer vorstellt.
Vorne Hochfrequenz - hinten höchstens Mittelklasse
Für einen Moment wurde die größte Schwäche der Bayern erneut ausgeleuchtet, auch wenn mal Butt rettete und mal die Abschlussschwäche der Gäste. Vorne mögen die Münchner nun so bestückt sein, wie es ein Club sein muss, der in der Champions League höchste Ambitionen hat. Hinten sind sie es nicht, mag Hoeneß diesen Einwand auch als unfachmännisches Gequatsche abtun. Erstaunlich ist die neue bajuwarische Vorwärtsverteidigung auch deshalb, weil gerade beim FC Bayern in seinen besten Zeiten immer besonders auf die alte Fußballwahrheit gesetzt wurde: Mit der Offensive gewinnt man die Herzen, die Titel aber gewinnt man mit der Defensive.
An diesem Wochenende hat der FC Bayern durch die Sensationen von Robben und Ribéry viele Herzen gewonnen. Doch fast schon unerklärlich ist der feste Glaube daran, dass man mit den Torhütern Butt und Rensing sowie den Innenverteidigern Badstuber und van Buyten, Breno und Demichelis wirklich Großes schaffen kann. Vielleicht hat das einfach damit zu tun, das der Markt für gute Verteidiger gerade ziemlich leergefegt ist. Vielleicht spricht daraus auch nur der Trotz, schlauer zu sein als alle Klugscheißer. Doch dieser Trotz dürfte zumindest eines garantieren: Die Bayern-Fans können sich noch ein wenig länger an Franck Ribéry erfreuen.
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WENN ich nicht falsch informiert bin, ist die Stadiongesellschaft zu 100% ein Tocherdings der Stadt. mehr...
Viel kommt da aber auch nicht zusammen... Aber in Punkto Eintracht (Hallo Christian W.?!) mal eine Frage: hängt die Eintracht eigentlich als Gesellschafter in der Stadiongesellschaft mit drin oder ist das eine städtische GmbH? mehr...
Vielleicht hat man in Berlin das ganze Geld aus dem UEFA-Cup verpulvert, um nicht abzusteigen! Dies ist ja schon mal Geld, welches der Eintracht nicht zur Verfügung steht. mehr...
Ottl als Beispiel wäre vielleicht schlecht. Aber bei Gekas sieht es anders aus: Gekas und Skibbe kennen sich sehr gut, Frankfurt ist finanziell und sportlich stärker als Hertha, aber letzendlich ließ man den Abstiegskonkurrent [...] mehr...
Wenn du meinen Beitrag richtig liest, habe ich von Skepsis und Hoffnung geschrieben. Optmismus hört sich anders an. Worauf du diese Theorie gründest, ist mir ein Rätsel. Was soll an Hecking so negativ sein? Und welche [...] mehr...
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