Von Johannes Korge
René Adler riss beide Fäuste in die Luft. Soeben hatte der Schlussmann der Deutschen Nationalmannschaft seinem Team mit einer überragenden Leistung den knappen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Russland gesichert. Damit ist der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw die Teilnahme an der WM-Endrunde 2010 in Südafrika sicher - mit 25 Punkten ist die Mannschaft in der Qualifikationsgruppe vier von Russland (21) nicht mehr einzuholen. Den Treffer für Deutschland erzielte Miroslav Klose in der 35. Minute.
"Ich habe vor dem Spiel gespürt, dass jeder meiner Spieler das Sieger-Gen in sich hat. Selbstverständlich hatten wir in einigen Situationen auch Glück", sagte Löw nach der Partie.
Auch Kapitän Michael Ballack zeigte sich mit der Leistung des Teams zufrieden: "Wir waren nervenstark, wir haben an uns geglaubt heute. Wir haben uns nicht hinten rein gestellt. Deshalb haben wir verdient das Ergebnis erzielt, das wir wollten. Der Druck nimmt natürlich zu, wenn man führt. Da gerät man zwangsläufig unter Druck, speziell mit einem Mann weniger."
Im Vergleich zum 4:0 gegen Aserbaidschan hatte Trainer Löw seine Mannschaft auf drei Positionen verändert: Als rechter Verteidiger debütierte Jérôme Boateng, dazu liefen Simon Rolfes und Klose an Stelle von Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez auf.
Beide Teams begannen die Partie abwartend, der Schuss von Aleksandr Kerzhakow in der sechsten Minute beendete die Phase des gegenseitigen Belauerns. Der Angreifer von Dynamo Moskau hatte Bewacher Heiko Westermann mit einer eleganten Ballannahme abgeschüttelt, im deutschen Tor war Adler jedoch auf dem Posten.
In der Anfangsviertelstunde entwickelte sich ein munteres Spiel mit Vorteilen für die Gastgeber, die aber vorerst nicht mehr gefährlich in den gegnerischen Strafraum vordringen konnten. Die kompakt stehende DFB-Hintermannschaft zeigte sich gegen die schnellen russischen Offensivkräfte konzentriert, profitierte aber auch von der teils mangelnden Präzision in den Angriffsbemühungen des Teams von Trainer Guus Hiddink.
Russland drängte nach 30 Minuten
Erste nennenswerte Torgefahr für die deutsche Mannschaft brachte Verteidiger Heiko Westermann mit einem Distanzschuss in der 20. Minute - dem Team war die defensive Ausrichtung deutlich anzumerken. Drei Minuten später landete der Ball eher zufällig bei Lukas Podolski, den Schuss des Kölners blockte Sergej Ignaschewitsch ab. In dieser Situation zog sich Ballack eine Blessur am Knöchel zu, er konnte die Partie nach kurzer Behandlung aber fortsetzen.
Nach einer guten halben Stunde erarbeiteten sich die Gäste zwar immer mehr Spielanteile, die besseren Chancen hatte jedoch die Auswahl Russlands. Bei Jurij Schirkows Freistoß (28.), der knapp über die Latte strich, musste Adler noch nicht eingreifen, kurz darauf verlangte Wladimir Bjstrow dem DFB-Schlussmann sein ganzes Können ab. Den Schuss des Mittelfeldspielers parierte der Leverkusener Keeper mit einem guten Reflex.
Deutsche Führung nach Traumkombination
Mitten hinein in die russische Drangphase fiel der Führungstreffer der Deutschen nach sehenswerter Kombination. Auf der linken Seite leitete Podolski die Chance mit einem präzisen Pass auf Mesut Özil ein, das Zuspiel des Bremer Mittelfeldmanns verwandelte Klose in der Mitte aus etwa sechs Metern souverän. Für den nominell einzigen Stürmer war es der 48. Treffer im DFB-Dress.
Acht Minuten nach Wiederanpfiff zwang Kerschakow Torwart Adler zu seiner zweiten spektakulären Parade des Spiels. Den Schuss des Stürmers entschärfte der 24-Jährige und zeigte sich auch wenig später beim Versuch von Andrej Arschawin (55.) hellwach. In dieser Phase machte die deutsche Hintermannschaft einen höchst unorganisierten Eindruck, an der Außenlinie war Coach Löw kaum zu beruhigen. Fast im Minutentakt brachte Russland den Ball nun gefährlich vor das deutsche Tor, für Entlastung sorgte nur ein Schuss von Özil. Der Ball landete aus über 30 Metern auf der Latte.
Zehn deutsche Spieler verteidigten den Vorsprung
Strukturierte Angriffe gab es auf deutscher Seite kaum noch zu sehen, Ballack und Co. beschränkten sich darauf, die knappe Führung zu verteidigen. Diese Aufgabe geriet umso schwerer, da das Team ab der 69. Minute in Unterzahl spielen musste. Boateng sah in seinem ersten Länderspiel die Gelb-Rote Karte, zuvor hatte der 21-Jährige seinen Gegenspieler Bjstrow auf dem Weg zum Tor ruppig von den Beinen geholt.
Trotz dieses Nachteils rettete das DFB-Team den Vorsprung über die Zeit und hatte Glück, als Schiedsrichter Massimo Busacca ein Foulspiel von Arne Friedrich im Strafraum nicht mit einem Elfmeter ahndete (88.).
Russland - Deutschland 0:1 (0:1)
0:1 Klose (35.)
Deutschland: Adler - Boateng, Mertesacker, Westermann, Lahm - Ballack, Rolfes - Schweinsteiger, Özil (ab 72. Friedrich), Podolski (ab 86. Trochowski) - Klose (ab 89. Gomez)
Russland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, Beresuzki, Schirkow - Bystrow, Denissow (ab 46. Torbinskij), Syrjanow, Semschow (ab 76. Pogrebnjak) - Arschawin, Kerschakow (ab 54. Pawljutschenko)
Schiedrichter: Massimo Busacca (Schweiz)
Zuschauer (in Moskau): 75.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Boateng wegen wiederholten Foulspiels (69.)
Gelbe Karten: Schirkow, Semschow
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Wobei ich bei Poldi das Gefühl habe, der weiß dass er nicht der hellste ist. Und immerhin spult er ab und zu gegenüber bescheuerten Reporterfragen nicht eine Standard-Floskel ab, weil er nicht versteht was sein Gegenüber [...] mehr...
Na - den CR mit Poldi zu vergleichen ist ja auch unfair. Sie wissen schon: "Der Einäugige unter den Blinden". Aber über die Intelligenz von CR mag ich mir kein Urteil erlauben, da ich die Interviews nicht direkt [...] mehr...
gute Analyse, Dylan! Ich schätze CR als ein mittelintelligenter Mensch, zwar kein Genie (nur im Fussball natürlich!), aber auch kein "Doofi"... was er sagt, ist gut überlegt und macht Sinn, eine gewisse Intelligenz hat [...] mehr...
Ach, das mit dem Alibi glaube ich nicht. In zwei Wochen spricht außer JBK niemand mehr über das Thema Enke. Hätte, wäre, wenn ... So ist das nun mal im Fußball. Ich glaube schon, dass sich Schiedsrichter-Fehlentscheidungen auf [...] mehr...
Lasst doch den Enke einfach beiseite, wenn Ihr es nicht rafft, dass es seinen Teamkollegen in der NA auch um die Geste an sich ging. Leuchtet ja auch ein, dass man nach dem Selbstmord eines Teamkollegen nicht einfach zur [...] mehr...
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