Hamburg - Michael Ballack erwägt eine neuerliche Vertragsverlängerung beim FC Chelsea. Die Tendenz sei "so, dass wir uns bald zusammensetzen werden", sagte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im SPIEGEL-Interview.
Der Vertrag des 33-Jährigen beim englischen Premier-League-Club läuft im kommenden Sommer aus. 2008 hatte Ballack schon einmal um eine weitere Saison beim FC Chelsea verlängert.
Ballack war 2006 ablösefrei vom FC Bayern München zu Chelsea gewechselt und hatte damals einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Zuvor kickte der Mittelfeldspieler beim Chemnitzer FC (1995 bis 1997), dem 1. FC Kaiserslautern (1997 bis 1999) und Bayer 04 Leverkusen (1999 bis 2002).
Für den FC Chelsea wäre Ballacks Vertragsverlängerung wichtig. Anfang September hatte der Weltverband Fifa ein Transferverbot für ein Jahr verhängt, weil der Club 2007 den jungen Franzosen Gael Kakuta (damals RC Lens) zu einem Vertragsbruch angestiftet haben soll.
Damit darf Chelsea, das Einspruch gegen die Fifa-Strafe eingelegt hat, erst wieder ab Januar 2011 Spieler verpflichten. Jüngst hatten etliche Chelsea-Profis ihre Verträge verlängert: Kapitän John Terry, Ashley Cole, John Obi Mikel, Didier Drogba, Michael Essien, Salomon Kalou und der brasilianische Innenverteidiger Alex.
"Hier geht's lang - und Feierabend!"
Ballack, einziger deutscher Profi auf der offiziellen Fifa-Vorschlagsliste für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2009, sieht sich inzwischen beim FC Chelsea gut integriert. Natürlich müsse man in eine Mannschaft hineinwachsen, sagt er, "das fängt bei der Sprache an. Anfangs war ich ruhig in der Kabine. Das wurde aber schnell besser, ich fühlte mich wohler, konnte mich auf Englisch so artikulieren, wie ich sonst auch reden würde. Ich bin dadurch besser einzuschätzen für die Mitspieler."
Der DFB-Kapitän äußert sich auch zu Vorwürfen aus der Nationalmannschaft, er habe in der Vergangenheit Mitspieler zu hart kritisiert: Er müsse "auf dieses Feedback" hören, sagt Ballack. "Man muss die Mannschaft hinter sich haben. Wenn sich die Kritik nicht positiv auswirkt, dann frage ich mich natürlich: Gibt es einen besseren Weg? Aber ich will mich in meiner Persönlichkeit nicht verbiegen. Irgendwann muss man sagen: Hier geht's lang - und Feierabend!"
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