Hamburg - Zwei späte Treffer haben Schalke 04 beim 2:2 (0:2) gegen Bayer Leverkusen in der Schlussphase vor einer Niederlage bewahrt. Der Gast aus Leverkusen war durch Tore von Toni Kroos (29. Minute) und Stefan Kießling (44.) in Führung gegangen, Kevin Kuranyi und Vicente Sanchez (88.) sicherten das Unentschieden für Schalke, das mit 21 Punkten auf Platz vier der Tabelle liegt. Der eine Punkt genügte Leverkusen, um mit 23 Punkten die Tabellenführung von Werder Bremen (22) zurückzuerobern.
"Wir sind hintenraus eingebrochen, waren kaputt. Sicherlich haben wir am Ende zwei Punkte verschenkt", sagte Leverkusens Nationaltorwart René Adler nach dem Schlusspfiff. Auch Torschütze Kroos war enttäuscht: "Es überwiegt die Enttäuschung, dass wir so ein Spiel noch aus der Hand geben. Für das Tor kann ich mir nichts kaufen."
Trainer Felix Magath von Schalke 04 setzte auf die Erfolgsmannschaft aus dem DFB-Pokal. Gegenüber dem 3:0 am vergangenen Mittwoch bei 1860 München gab es nur eine Veränderung. Für Halil Altintop stürmte wieder Jefferson Farfan neben Kuranyi. Bayer Leverkusens Coach Jupp Heynckes musste weiter auf Kapitän Simon Rolfes und Mittelfeldspieler Renato Augusto verzichten.
Beide Teams boten den 61.000 Zuschauern in der Schalker Arena von Beginn an viel Einsatz und Tempo. Die erste Torchance hatten die Gastgeber durch Kuranyi, der einen Kopfball über das Tor (4.) setzte. Danach bekam Leverkusen das Spiel besser in den Griff, gewann viele Zweikämpfe im Mittelfeld, klare Chancen sprangen zunächst aber nicht heraus.
Auf der Gegenseite vergab Farfan nach einem Alleingang die Möglichkeit zur Schalker Führung (20.). Erstmals gefährlich wurde es für Schalkes Torhüter Manuel Neuer, als Eren Derdiyok nach einer Ecke von Kroos den Ball knapp über das Tor köpfte. René Adler im Leverkusener Tor musste nach einem Kuranyi-Schuss nach Hereingabe von Lewis Holtby eingreifen (24.).
Kroos aus der Drehung, Kießling mit dem Kopf
Die Führung für die mit zunehmender Spielzeit überlegenen Gäste erzielte dann Kroos. Der 19-Jährige traf mit einem Volleyschuss aus der Drehung aus 20 Metern (29.), nachdem zuvor eine Ecke zu kurz abgewehrt worden war. Kurz vor der Pause erhöhte Bayer nochmals den Druck. Dabei hatte Derdiyok die große Chance zum 2:0, er traf nach Vorlage von Kießling aber nur den Außenpfosten.
Zwei Minuten später war es dann doch passiert. Nach Freistoß von Barnetta war Kießling per Kopf zur Stelle (44.). Für den Stürmer war es der siebte Saisontreffer. Wenige Sekunden später parierte Neuer einen erneuten Kießling-Kopfball glänzend.
Nach der Pause bemühten sich die Schalker um mehr Druck, doch die Bayer-Abwehr stand zunächst sicher. Ein Tor von Farfan erkannte Schiedsrichter Michael Weiner zu Recht nicht an, weil der Peruaner zuvor Adler gefoult hatte (60.).
In der 74. Minute ersetzte Lukas Sinkiewicz den angeschlagenen Sami Hyypiä in der Leverkusener Innenverteidigung. Der Finne hatte bis zu seiner Auswechslung ein starkes Spiel gemacht, danach kehrte zunehmend Unruhe in Bayers Hintermannschaft ein. Kuranyi erzielte dann aus dem Gewühl heraus den Anschlusstreffer (83.), beim Kopftreffer von Sanchez kam Bayer-Keeper Adler zu spät aus dem Tor.
"Leverkusen ist die bisher beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. Nach dem 0:2 hatte ich wenig Hoffnung, dass wir nochmal so einen Kraftakt wie letzte Woche schaffen und das Ding noch drehen", sagte Magath nach der Partie. "Das hat die Mannschaft fantastisch gemacht, sie hat mit hoher Moral gefightet. Spielerisch waren wir aber nicht ebenbürtig."
luk/sid/dpa
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