Frage: Herr Hoeneß, stellt Sie und den FC Bayern das 0:0 beim VfB Stuttgart zufrieden?
Hoeneß: Über weite Strecken hatte das Spiel keinen Sieger verdient, weil zu wenige Torchancen herausgespielt wurden. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass es laufen würde wie in Frankfurt, wenn wir nur das erste Tor machen würden, weil Stuttgart zwar aufopferungsvoll gespielt hat, aber überhaupt kein Selbstvertrauen hatte.
Frage: Müssen Sie Ihrer Mannschaft dann nicht vorwerfen, zu wenig für einen Sieg getan zu haben?
Hoeneß: Der Gegner stand mit dem Rücken zur Wand, aber wir sollten nicht so überheblich sein zu glauben, dass man einfach so im Vorbeigehen in Stuttgart gewinnt, nur weil die keinen Lauf haben. Normalerweise ist ein Unentschieden in Stuttgart nicht so schlecht.
Frage: Normalerweise schon, aber die Konkurrenz hat gepatzt und der FC Bayern somit die Chance vertan, Boden gutzumachen.
Hoeneß: Wir da oben auf der Tribüne haben die anderen Ergebnisse immer gesehen und damit die Riesenchance, die heute da war. Wir haben sie nicht genutzt. Es wäre ein Hammer gewesen, wenn wir kurz vor Schluss noch das Tor gemacht hätten, dann wäre der Kampf um die Tabellenspitze viel früher interessant geworden, als ich es gedacht habe.
Frage: Warum wurde diese Chance gegen angeschlagene Stuttgarter vertan?
Hoeneß: Ich bin keiner, der nach den Verletzten ruft. Aber der FC Bayern ohne Franck Ribéry und Arjen Robben ist nicht derselbe Verein. Wir halten uns ganz gut ohne die Beiden. Wenn sie wieder dabei sind, stehen wir bald ganz oben.
Frage: Wann genau?
Hoeneß: Ich denke, dass wir vor Weihnachten auf Platz eins stehen werden.
Frage: Dazu soll auch Mario Gomez beitragen. Wie haben Sie ihn gegen seinen früheren Club gesehen?
Hoeneß: Mario hat eine Stunde lang hervorragend gespielt. Danach wurde es etwas schwieriger für ihn, aber insgesamt war es doch ein ganz gutes Spiel von ihm.
Frage: Am Dienstag tritt der FC Bayern in der Champions League gegen Girondins Bordeaux an. Was erwarten Sie da von der Mannschaft?
Hoeneß: Gegen Bordeaux müssen wir gewinnen, weil es ansonsten extrem schwierig wird, noch weiterzukommen. Deswegen bin ich da ziemlich nervös.
Aufgezeichnet von Marco Mader (SID)
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