Hamburg - Bayern München kann aus eigener Kraft nicht mehr das Achtelfinale der Champions League erreichen. Gegen Girondins Bordeaux unterlag das Team in eigener Arena 0:2 (0:1). Da Juventus Turin zeitgleich 1:0 (1:0) bei Maccabi Haifa siegte, müssen die Bayern nun auf einen Ausrutscher der Italiener bei Bordeaux hoffen und selbst Haifa bezwingen, um im letzten Spiel der Gruppe A in Turin überhaupt noch Chancen aufs europäische Überwintern zu besitzen.
Der VfL Wolfsburg dagegen hat seine Chancen auf eine Teilnahme an der K.o.-Runde gewahrt. Bei Besiktas Istanbul siegte der Deutsche Meister 3:0 (1:0) und liegt in der Gruppe B mit sieben Punkten auf Rang zwei, gefolgt von ZSKA Moskau (4), das bei Manchester United (11) ein 3:3 (2:1) erreichte.
In München dauerte es nur 21 Sekunden bis zum ersten Torschuss der Franzosen, nur zwei Minuten später lenkte Bordeaux-Keeper Cédric Carrasso eine Flanke von Edson Braafheid an die Latte. Ein vielversprechender Beginn, doch es folgte eine eher unspektakuläre Anfangsphase. Bayern zeigte sich leicht überlegen, mit mehr Ballbesitz aber auch einigen Unkonzentriertheiten. Der Gastgeber versuchte es vor 66.000 Zuschauern gelegentlich mit weiten Bällen in die Spitze, oft aber blieb es bei Kurzpassspiel im Mittelfeld ohne nennenswerten Raumgewinn. Wer auf Torchancen gehofft hatte, wurde in den ersten 25 Minuten enttäuscht.
Als die ersten Bayern-Fans unruhig wurden, bot die Partie ihren ersten Aufreger. Einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger, getreten aus rund 25 Metern in zentraler Position, konnte Carrasso gerade noch aus dem Winkel fischen. Braafheid brachte den Ball jedoch sofort zurück in den Strafraum, Miroslav Klose kam zwei Meter vor dem Tor zum Schuss und Mickael Ciani fiel kurz vor der Torlinie auf den Ball, stoppte ihn klar mit der Hand. Der Elfmeterpfiff vom Portugiesen Pedro Proenca aber blieb aus.
Pfeifkonzert der Bayern-Anhänger
Fünf Minuten später dann die Führung für die Gäste. Wendel trat einen Freistoß aus rund 45 Metern vor das Bayern-Tor. Lang war der Ball unterwegs, Mark van Bommel schlief und Yoann Gourcuff konnte unbedrängt aus fünf Metern einköpfen. Der fünfte Treffer für Bordeaux in der laufenden Champions-League-Saison, der fünfte, der aus einer Standardsituation resultierte. Wenig später erklang der Halbzeitpfiff, direkt anschließend ein Pfeifkonzert der Bayern-Anhänger.
Der zweite Abschnitt begann auf Bayern-Seite mit Flügelflitzer Arjen Robben für Klose und einer Großchance für Luca Toni. Steil geschickt von Schweinsteiger jagte der Italiener den Ball aus acht Metern allerdings deutlich über das Tor. Kurze Zeit später drang van Bommel nach Vorarbeit von Robben in den gegnerischen Strafraum ein, sein Schuss aber wurde zur Ecke abgeblockt.
Bordeaux entscheidet die Partie in der Nachspielzeit
In der Folgezeit wirkte Bayern etwas aggressiver und engagierter, trotzdem gelang es dem Team nur selten, die Girondins in Verlegenheit zu bringen. In der 61. Minute steckte Schweinsteiger einen Ball durch zu Robben, dessen Schuss aus linker Position strich nur knapp am langen Pfosten vorbei. Momente später lief der kurz zuvor eingewechselte Mario Gomez alleine auf Carrasso zu, der Torhüter jedoch vereitelte die Chance.
Es blieb die letzte für Bayern.
Für Bordeaux bot sich noch eine in der 90. Minute. Nach einer Ecke für die Münchner befreiten sich die Franzosen per weitem Schlag. Bayern-Torhüter Hans-Jörg Butt sprintete aus seinem Kasten, kam zu spät, Chamakh spitzelte den Ball an Butt und dem zurückgeeilten Holger Badstuber vorbei und brauchte ihn nur noch einzuschieben. Jubel bei den Franzosen, ein noch stärkeres Pfeifkonzert von den Rängen der Münchner Arena.
"Wir waren nicht glücklich, aber auch nicht gut genug"
"In einem Spitzenspiel ist es immer wichtig, ein Tor zu schießen. Wir hatten diesmal kein Glück. Im Strafraum gab es ein Handspiel von Bordeaux, das hätte einen Elfmeter geben müssen. Das sind Kleingkeiten, die ein Spiel entscheiden", sagte Bayern-Coach Louis van Gaal. "Wir waren nicht glücklich, aber auch nicht gut genug. Das war nicht unser bestes Spiel. Wir sind aber noch nicht raus, wir haben noch eine kleine Chance."
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