Hamburg - Bayern München drohen nach einem Aus in der Gruppenphase der Champions League Verluste von bis zu 20 Millionen Euro. In der vergangenen Saison erreichten die Bayern das Viertelfinale der "Königsklasse" und kamen so durch Prämien der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und den sogenannten Marketingpool, aus dem Gelder je nach den Fernseherlösen eines Landes verteilt werden, auf Einnahmen in Höhe von 34,566 Millionen Euro.
Im Vergleich dazu hatte Werder Bremen, das in der Gruppenphase gescheitert war, "'nur" 22,272 Millionen eingenommen. Zudem würden die Zuschauereinnahmen aus den K.o.-Spielen wegfallen. In dieser Saison haben die Bayern bereits 7,1 Millionen Euro an Antrittsgeld sicher. Dazu kommen für einen Sieg (800.000) und ein Remis (400.000) weitere 1,2 Millionen Euro.
Nach der lukrativen Gruppenphase können die Clubs in den K.o.-Runden noch einmal bis zu 19,3 Millionen Euro an Prämien verdienen. Für das Erreichen des Achtelfinales werden von der Uefa drei Millionen Euro ausgelobt. Für das Viertelfinale gibt es zusätzlich 3,3 Millionen, 4 Millionen für das Halbfinale und 5,2 Millionen für die Final-Teilnahme. Der Champions-League-Sieger erhält sogar weitere neun Millionen Euro.
Von diesen Einnahmen ist Bayern aktuell jedoch weit entfernt. Für die Münchner wäre es bei der 13. Teilnahme an der Champions League erst das zweite Aus bereits nach den Gruppenspielen. Erstmals scheiterte der Club in der Saison 2002/03 ungewohnt früh. Damals verabschiedete das Team sich nach nur zwei Punkten aus sechs Partien gegen den AC Mailand, Deportivo La Coruna und den RC Lens als Tabellenletzter.
"Wenn der FC Bayern verliert, herrscht immer Unruhe"
In der laufenden Saison können die Bayern das Achtelfinale der Champions League nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Das Team von Trainer Louis van Gaal ist auf Schützenhilfe von Bordeaux angewiesen, um Juventus Turin in der Gruppe A noch vom zweiten Platz zu verdrängen. Gewinnt Juve, das derzeit acht Punkte aufweist, am 25. November in Bordeaux, hat der FC Bayern angesichts von derzeit vier Punkten Rückstand auf die Italiener keine Chance mehr. Nur bei einem Unentschieden oder einer Niederlage Turins in Frankreich dürfen die Münchner noch hoffen.
Zwei Spitzenspiele, dann ein leichtes Restprogramm
Die nächsten Gelegenheiten, um davon noch mehr zu stiften, bieten sich zwei Teams aus der Bundesliga-Spitze. Am kommenden Samstag gastiert der FC Schalke 04 in München (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), nach der Länderspielpause stellt sich dann der aktuelle Tabellenführer Bayer Leverkusen vor. Und auch van Gaal weiß, dass die optimale Vorbereitung auf solche Spitzenspiele anders aussieht, als die 90 Minuten gegen Bordeaux: "Natürlich hat so eine Niederlage auch immer Einfluss auf das nächste Spiel."
Sollten diese Begegnungen allerdings erfolgreich bestritten werden, steht in der Bundesliga ein vermeintlich leichtes Restprogramm bis zur Winterpause an. Hannover 96 (A), Borussia Mönchengladbach (H), der VfL Bochum (A) und Hertha BSC Berlin (H) sind durchaus zu bezwingen. So könnte dann doch Uli Hoeneß' Prophezeiung wahr werden, dass der FC Bayern den Jahreswechsel als Bundesliga-Spitzenreiter begehen wird.
Nationaler Erfolg wird jedoch nur schwerlich über ein potentielles internationales Scheitern hinwegtrösten.
fsc/sid
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