Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Louis van Gaal sprachen laut Bayerns Pressesprecher "vor dem heutigen Training sowohl mit den beiden Spielern als auch vor der gesamten Mannschaft". Luca Toni solle mit einer "empfindlichen Geldstrafe" für seine "unakzeptable Disziplinlosigkeit" belegt werden; er habe sich schon entschuldigt.
Bei Lahm ist von Letzterem keine Rede, im Gegenteil: Er soll laut Rummenigge eine Geldbuße zahlen, wie es sie "beim FC Bayern München bisher nicht gegeben hat". Denn er habe in "eklatanter und unverzeihlicher Art" gegen interne Regeln verstoßen und das "absolute Tabu" verletzt, öffentlich den Verein, den Trainer und Mitspieler zu kritisieren. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die komplette Erklärung des FC Bayern:
Wohl lange nicht mehr dürfte sich Lahm auf eine Länderspielpause so gefreut haben wie auf jene rund um die Partien gegen Chile am kommenden Samstag (20.30 Uhr) und am 18. November gegen die Elfenbeinküste (20.45 Uhr, beide Liveticker SPIEGEL ONLINE)."Er ist über das Ziel hinausgeschossen. Sie können sich sicher sein, dass er das Interview noch bedauern wird", hatte Hoeneß schon verärgert nach dem 1:1-Remis gegen Schalke gesagt. "Er hat eindeutig gegen die Regeln verstoßen." Mit seiner Wortwahl hatte Lahm den Funktionär zwar nicht direkt angegriffen, letztlich aber doch das Gesamtkonzept der Bayern-Führung in Frage gestellt - die wichtigsten Passagen des Interviews im Wortlaut:
"Bruno Labbadia hat auch mal vor einem wichtigen Spiel ein sehr unglückliches Interview gegeben. Und ich glaube, das hätte er besser nicht getan", sagte Hoeneß. Gemeint war Labbadias Interview am Tag des letztjährigen Pokalendspiels - nach der Niederlage gegen Bremen war für den heutigen HSV-Coach Schluss in Leverkusen.
Und Hoeneß setzte noch einen drauf: "Die Meinung, dass er ein guter rechter Verteidiger ist, hat Philipp Lahm ziemlich exklusiv." Der Verteidiger will in der Abwehr rechts spielen, obwohl ihn viele links für besser halten. Die wichtigsten Zitate des Bayern-Managers über Lahm und die anderen Vorkommnisse vom Samstag im Wortlaut:
Hoeneß dürfte der ganze Krach doppelt sauer aufgestoßen sein, denn für seinen Abschied vom Managerposten des Vereins hätte er sich sicher glamourösere Begleitumstände gewünscht. Eigentlich war die Hauptversammlung des FCB am 27. November als feierlicher Stabwechsel von Franz Beckenbauer zu Hoeneß im Präsidentenamt des Rekordmeisters geplant - nun dürfte die Agenda um einige Programmpunkte erweitert werden. Immerhin umging Lahms brisantes Interview alle Autorisierungsinstanzen des Clubs und landete ohne Wissen der Bayern-Verantwortlichen in der Zeitung.
Unterstützung bekommt Lahm dagegen von einem ehemaligen Kollegen. Oliver Kahn galt während seiner Profilaufbahn kaum als Leisetreter - und zeigt Verständnis für die klaren Worte des Verteidigers: "Es ist wichtig, dass es Spieler gibt, die Verantwortung übernehmen. Das gehört auch zum Entwicklungsprozess eines Spielers, dass er mal aneckt", sagte Kahn dem DSF am Rande des Deutschen Sportpresseballs.
Nicht zuletzt sieht Kahn die chaotischen Umstände rund um das Schalke-Spiel als Gradmesser für die Stimmungslage im Verein: "Man merkt, dass bei Bayern Unzufriedenheit herrscht, die unten auf dem Platz stehen, tragen aber die Hauptschuld", so der ehemalige Nationaltorwart.
Unterstützung von "Flüchtling" Kuranyi
Auch der zweite Störenfried des Nachmittags, Stadionflüchtling Luca Toni, bekommt moralischen Beistand. "Es ist immer schwer, wenn man als Spieler in der Halbzeit ausgewechselt wird. Es gibt immer Situationen im Leben, die man nicht ändern kann", sagte Schalke Angreifer Kevin Kuranyi am Samstag in München. Toni war beim 1:1 des FC Bayern im Heimspiel gegen Schalke nach seiner Auswechslung zur Pause in seinen Wagen gestiegen und davongefahren.
Kuranyi selbst war vor etwa einem Jahr in der Halbzeitpause des Länderspiels Deutschland gegen Russland (2:1) in Dortmund vorzeitig und frustriert aus der Arena geflohen. Am Tag danach warf Bundestrainer Joachim Löw den Angreifer für die Dauer seiner Amtszeit aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Eine Begnadigung lehnte Löw mehrfach ab.
Zuvor hatte Löw Kuranyi in den 18-Mann-Kader für das WM-Qualifikationsspiel gegen die Russen nominiert, dieser musste sich das Spiel von der Tribüne aus anschauen. Nach 45 Minuten hatte er genug - und floh. Kuranyi hofft, dass Toni eine zu harte Bestrafung durch die Bayern-Bosse und Vereinstrainer Louis van Gaal erspart bleibt: "Ich wünsche ihm, dass er noch viele Tore für Bayern München schießt - aber nicht gegen uns."
Auch bei Robben liegen die Nerven blank
In dem Getöse nach dem Spiel ging im Übrigen ein weiteres Indiz für die Dünnhäutigkeit des Bayern-Personals beinahe unter. Nach 56 Minuten hatte Offensivmann Arjen Robben seinen Gegenspieler Lukas Schmitz mit einem rüden Rempler zu Boden geschickt - und dafür nur die Gelbe Karte gesehen.
Zwar hatte Schmitz den Niederländer zuvor, ebenfalls wenig zimperlich, von den Beinen geholt, Robbens Reaktion sprach jedoch Bände. "Das war dumm", sagte der Angreifer dann auch kleinlaut in der "Bild am Sonntag".
jok/sid/dpa
Sie haben ja voll und ganz Recht, man darf das eine mit dem anderen nicht vergleichen. Es ging nur um den Hinweis, dass die Springerpresse großes Übel in die Welt treibt. Sehr großes Übel. Bezüglich Jürgen Klinsmann haben Sie [...] mehr...
Sie einverstanden sind schliessen wir das Theam Krebs! über klinsmann mag man geteilter Meinung sein, aber als NT hat er der BILD dei Nägel geschnitten, leider haben sich die Jungs dann, als er Trainer beim FCB war, wieder [...] mehr...
Warum? Der, der vor BILD warnt, erkennt doch eindeutig das Leiden der Krebspatienten an. Alles andere wäre doch Verharmlosung der BILD. mehr...
Hoffentlich hat hat ihr Schutzengel recht mit seiner Prophezeiung, aber unterschätzen Sie bitte nicht Springer, Bertelsmann & Co. Mir wird schon bei dem Gedanken ihr Schutzengel hätte sich geirrt, ganz übel. :! mehr...
Beide bewegen sich rückwärts. mehr...
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