Verstorbener Torwart
Enke hinterließ Abschiedsbrief
ddp
Torwart Enke: Lange Schlangen vor dem Kondolenzbuch
Die Polizei hat einen Abschiedsbrief von Robert Enke gefunden, in dem er sich bei seinen Angehörigen entschuldigte. Wo sich der Brief befand, wurde nicht bekanntgegeben. Im Laufe des Tages sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte der Familie.
Hamburg - Nationaltorwart Robert Enke hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Dies teilte die Polizei mit und wurde später auf einer
Pressekonferenz von Hannover 96 bestätigt. Der Sprecher der Hannoveraner Polizei, Stefan Wittke, hatte zuvor keine Angaben zum Inhalt des Abschiedsbriefs gemacht. Er wollte sich auch nicht dazu äußern, ob der 32-Jährige den Brief in seinem in der Nähe des Unfallorts geparkten Auto oder zu Hause hinterlassen hatte. Eine Polizeisprecherin sagte, dass damit gerechnet werde, "im Laufe des Tages die Ermittlungen abschließen zu können". Enke war am Dienstagabend im Ortsteil Eilvese von einem
Zug erfasst und getötet worden.
Der Tod von Nationaltorwart Robert Enke hat bei den Fans von Hannover 96 eine
große Anteilnahme ausgelöst. Hunderte Menschen standen am Mittwochmorgen Schlange, um sich vor der Arena in Hannover in ein Kondolenzbuch einzutragen. Der Bundesligaclub hatte die Kondolenzliste mit einem Enke-Trikot und drei Kerzen darauf bereits in der Nacht vor dem Haupteingang des Stadions ausgelegt. Viele Fans stellten Kerzen auf und legten zur Erinnerung an den beliebten Spieler Schals und Trikots nieder.
Brief von der Bundeskanzlerin
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf den Tod von Robert Enke reagiert. Die Kanzlerin habe ihre Bestürzung und ihr Mitgefühl in einem persönlichen Brief an die Witwe des Nationaltorwarts ausgedrückt, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch in Berlin. Zum Inhalt wollte er keine Angaben machen: "Das gebietet der Anstand, dass ein sehr persönlicher Brief auch persönlich bleibt."
In der 1. und 2. Fußball-Bundesliga werden die 36 Mannschaften am 13. Spieltag mit Trauerflor auflaufen. Dies gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch in Frankfurt am Main bekannt. Außerdem werde eine Gedenkminute für Enke abgehalten.
Auch in zahlreichen Internetforen dokumentierten Fußballanhänger ihre Bestürzung über den Freitod des achtfachen Nationalspielers. Hannover 96 änderte am Mittwoch die Homepage des Vereins. Auf einer schwarzen Seite erinnerte die Inschrift "Wir trauern um Robert Enke" an den Profi, der nur 32 Jahre alt wurde. Auch auf der
Internetseite von Robert Enke gibt es ein Kondolenzbuch, in dem sich Trauernde eintragen können. Auch der FC Carl Zeiss Jena hat in seiner Geschäftsstelle ein Kondolenzbuch ausgelegt, welches anschließend an Enkes Familie übergeben werden soll.
Fanforen brachen wegen Überlastung zusammen
Im sozialen Netzwerk Facebook wurden noch am Dienstagabend drei Trauerforen in Gedenken an den 32-Jährigen eingerichtet. Innerhalb weniger Stunden kondolierten über 10.000 Menschen, bis zum Morgen waren es bereits über 21.000 Menschen. Auch in den Foren anderer Bundesligisten sind Beileidsbekundungen der Fußball-Gemeinde zu finden. Nur kurz nach Bekanntwerden der Tragödie brachen zahlreiche Fanforen wegen Überlastung zusammen. Auch die Internetauftritte der ortsansässigen Zeitungen "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und "Neue Presse" waren zeitweise nicht mehr aufrufbar.
Doch es wird nicht nur auf nationaler Ebene getrauert. Der FC Barcelona gedenkt auf seiner Homepage Robert Enke ebenso wie Benfica Lissabon. Auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes Fifa drücken Fans aus allen Teilen der Welt ihre Trauer um den ehemaligen Nationaltorhüter aus.
jar/AFP/dpa/AP/sid
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Schockiert und fassungslos
DEPRESSIONEN
Depressionen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Nach epidemiologischen Studien erkranken etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Depression. Gemeint sind damit nicht leichte Verstimmungen, sondern Depressionen, die behandelt werden müssen.
Geschieht dies nicht, können die Folgen dramatisch sein: Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit und werden für die Mehrzahl der rund zehntausend jährlichen Suizide verantwortlich gemacht.
Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hineingetragen wird. Auch Medikamente können mitunter eine Depression auslösen: Sie wird als Nebenwirkung bei zahlreichen Arzneien genannt.
Eine endogene Depression entsteht, wenn Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sind. Sie tritt oft plötzlich und scheinbar ohne Ursache auf; Mediziner vermuten auch eine erbliche Komponente. Eine neurotische oder Erschöpfungsdepression kann durch langfristige Belastungen entstehen, eine reaktive Depression wird oft durch ein aktuelles Ereignis wie etwa einen Trauerfall verursacht. Seltener ist die bipolare Störung, die früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt wurde. Hier wechseln sich extrem gehobene Stimmung und tiefe Niedergeschlagenheit ab. Die Betroffenen erleben mehr und kürzere depressive Phasen, die immer häufiger auftreten, je länger die Störung anhält. Zusätzlich gibt es noch mehrere Spezialformen der Depression.
Der Depressive erlebt eine anhaltend gedrückte und traurige Stimmung, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit. Depressionen sind die Hauptursache für Selbstmorde in Deutschland.
Depressionen gelten allgemein als gut behandelbar. Oft hilft eine Kombination aus modernen Psychopharmaka und Psychotherapie. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Nach Abklingen der Symptome muss die Behandlung meist sechs bis zwölf Monate fortgesetzt werden, da ein hohes Rückfallrisiko besteht.
Mit Material von dpa
Um aus einer Depression herauszufinden, hilft es, seinen Tagesablauf zu strukturieren, sagt Angelika Schlarb vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen. "Es ist wichtig, morgens überhaupt aufzustehen und sich körperlich bzw. sportlich zu engagieren. 30 Minuten schneller Spaziergang helfen dabei so gut wie ein Antidepressivum." Zudem sollte man sich Aufgaben suchen, die zu
bewältigen sind und Negatives umgehen. Angehörige sollten negative
Äußerungen des Depressiven ignorieren und versuchen, auf mögliche positive Tagesereignisse zu sprechen zu kommen.
Das Kompetenznetz Depression bietet auf seiner
Internetseite weitere Informationen zur Krankheit. Um herauszufinden, ob man selbst depressiv ist, kann als erster Schritt der
Selbsttest des Kompetenznetzwerks helfen.
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