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12.11.2009
 

Bayern-Manager Hoeneß

"Lahm liegt zu 90 Prozent falsch"

Bayern-Funktionär Hoeneß: "Kaum zu glauben, was?"Zur Großansicht
Getty Images

Bayern-Funktionär Hoeneß: "Kaum zu glauben, was?"

Mit seiner öffentlichen Kritik an der Führung des FC Bayern rüttelte Philipp Lahm den Verein auf - und wurde abgestraft. Jetzt hat Manager Hoeneß in einem Interview ausführlich zu den Vorwürfen des Spielers Stellung genommen - und teilt seinerseits kräftig aus.

Hamburg - Zuletzt hatte ihn der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge noch als möglichen Kapitän ins Gespräch gebracht - nun geht das Präsidium des FC Bayern München mit Verteidiger Philipp Lahm hart ins Gericht. Manager Uli Hoeneß widersprach den vom Nationalspieler in einem Interview geäußerten Vorwürfen energisch. "Lahm hat in fast allen Punkten Unrecht", sagte Hoeneß der "Zeit".

Den Vorwurf, dem Verein fehle ein langfristiges Konzept, wollte der Funktionär nicht gelten lassen: "Lächerlich! Was glauben Sie, was passiert, wenn renommierte Trainer zu dir kommen und du sagst, da sind die Spieler, und du musst jetzt unser System spielen? Franz Beckenbauer hat die einzig richtige Antwort gegeben: Das System ist überhaupt nicht entscheidend, denn eine gute Fußballmannschaft muss verschiedene Systeme spielen können. Die Spielphilosophie bestimmt der Trainer."

Die von Lahm genannten Beispiele europäischer Spitzenclubs wie dem FC Barcelona will Hoeneß nicht nachvollziehen. "400 Millionen Schulden: super Philosophie!", sagte er über Barça. Auch am FC Arsenal und dessen Trainer Arsène Wenger ließ Hoeneß kein gutes Haar: "Können Sie mir sagen, wann die zuletzt einen internationalen Titel gewonnen haben? Arsène Wenger hat, soviel ich weiß, noch nie einen internationalen Titel gewonnen. Tolles Beispiel."

"Wir waren der Meinung, wenn wir den kaufen, wird er spielen"

Die Verantwortung für einen weiteren Kritikpunkt Lahms, das Überangebot an Mittelstürmern im Kader, schiebt Hoeneß Trainer Louis van Gaal zu. Konkret wurde er gegenüber der "Zeit" am Beispiel von Angreifer Mario Gomez, der im Sommer für über 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekommen war: "Kaum zu glauben, was? Wie kann man Gomez kaufen und ihn nicht aufstellen? Da sage ich, wir vom Verein haben noch nie einen Spieler gekauft und nachher selber aufgestellt. Wir waren der Meinung, wenn wir den kaufen, wird er spielen."

Uli Hoeneß über…

Klicken Sie auf die Stichworte, um die Aussagen des Bayern-Managers zum Interview von Philipp Lahm zu lesen.

Philipp Lahms Systemkritk

seine Vermutungen über Lahms Motiv

Lahms Kritik, dem FC Bayern fehle ein langfristiges Konzept

die vermeintlich falsche Stürmerpolitik um Angreifer Mario Gomez

Bayern-Ersatzkeeper Michael Rensing

die Stellung von Trainer Louis van Gaal

die Finanzpolitik des von Lahm gepriesenen FC Barcelona

den FC Arsenal unter Trainer Arsène Wenger

Die derzeitige Situation des Rekordmeisters widerspreche dem landläufigen Glauben, beim FC Bayern würde Druck auf den Trainer ausgeübt, Spieler auch zum Einsatz zu bringen, so Hoeneß. "Was glauben Sie, was ich Druck machen würde, wenn ich könnte, um Gomez für 30 Millionen spielen zu lassen!"

Spielerberater Grill als Strippenzieher hinter den Kulissen

Die Idee für das kontroverse Interview führt Hoeneß auf den Einfluss von Lahms Spielerberater Roman Grill zurück: "Lahm liegt zu 90 Prozent falsch, und jetzt sage ich Ihnen, wer dahinter steckt: Roman Grill, sein Berater, der ja auch mal hier gearbeitet hat, will seinen Mandanten positionieren - als Kapitän, als Führungsfigur." Grill war früher Spieler beim FC Bayern und arbeitete zudem in der Pressestelle des Vereins.

Harsche Kritik an Trochowski und Rensing

Auch bei zwei anderen Klienten von Grill sparte Hoeneß nicht mit Kritik. Über Piotr Trochowski vom Hamburger SV lästerte er: "Der kann normalerweise keine zwei Sätze geradeaus sprechen, und jetzt spricht er über Fußball-Politik." Zweites Opfer: Michael Rensing, Torhüter bei den Bayern. Seit Grill dessen Berater sei, gebe der Keeper plötzlich "jede Woche ein Interview - und was für ein Schmarren er erzählt hat! Die letzten Chancen, hier erster Torwart zu werden, hat er sich durch die Interviews genommen."

Über die Zukunft von Coach van Gaal äußerte sich Hoeneß verhalten: "Wir werden sehen, ob das am Ende funktioniert. Ich habe Hoffnung, dass sich alle Beteiligten der Situation anpassen. Wenn sie sich nicht anpassen, dann wird es ein Problem geben, keine Frage."

Lahm war für seine Aussagen in dem Interview vom Verein mit einer Geldstrafe belegt worden, wie sie laut Karl-Heinz Rummenigge "beim FC Bayern München bisher nicht gegeben hat". Nach Schätzungen der Nachrichtenagentur dpa müsste sie damit über 50.000 Euro liegen.

jok/sid

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insgesamt 717 Beiträge zum Forum...
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28.11.2009 von Schwabenpower:

Sie haben ja voll und ganz Recht, man darf das eine mit dem anderen nicht vergleichen. Es ging nur um den Hinweis, dass die Springerpresse großes Übel in die Welt treibt. Sehr großes Übel. Bezüglich Jürgen Klinsmann haben Sie [...] mehr...

28.11.2009 von sitiwati: ok, wenn

Sie einverstanden sind schliessen wir das Theam Krebs! über klinsmann mag man geteilter Meinung sein, aber als NT hat er der BILD dei Nägel geschnitten, leider haben sich die Jungs dann, als er Trainer beim FCB war, wieder [...] mehr...

28.11.2009 von Haio Forler:

Warum? Der, der vor BILD warnt, erkennt doch eindeutig das Leiden der Krebspatienten an. Alles andere wäre doch Verharmlosung der BILD. mehr...

28.11.2009 von Toulouse: Ein Alptraum!

Hoffentlich hat hat ihr Schutzengel recht mit seiner Prophezeiung, aber unterschätzen Sie bitte nicht Springer, Bertelsmann & Co. Mir wird schon bei dem Gedanken ihr Schutzengel hätte sich geirrt, ganz übel. :! mehr...

28.11.2009 von Haio Forler:

Beide bewegen sich rückwärts. mehr...

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Philipp Lahm über...

Klicken Sie auf die Stichworte, um die Aussagen des Bayern-Verteidigers in seinem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" zu lesen

das drohende Champions-League-Aus

die Transferpolitik generell

die Millionen-Transfers Gomez und Robben

die Stellen, an denen es besonders hakt

van Gaals Anteil an der Krise






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