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21.11.2009
 

DFB-Präsident Zwanziger

"Ich verstehe die ganze Aufregung nicht"

DFB-Boss Zwanziger: "Kein Kavaliersdelikt"Zur Großansicht
REUTERS

DFB-Boss Zwanziger: "Kein Kavaliersdelikt"

Alles halb so wild? DFB-Präsident Theo Zwanziger lässt sich durch den neuen Fußball-Wettskandal nicht aus der Ruhe bringen. Beteiligten Spielern und Vereinen droht er trotzdem mit harten Konsequenzen - und wundert sich über die Defizite des DFB-Frühwarnsystems.

Frage: Herr Zwanziger, in Deutschland liegt offenbar das Zentrum des Wettskandals, Spieler und sogar ein DFB-Schiedsrichter sollen verwickelt sein. Wie bewerten Sie diese Informationen?

Zwanziger: Die Informationen zu dem Schiedsrichter kann ich nicht bewerten. Aber sollte sich das als wahr herausstellen, dann haben die Leute bei uns nichts mehr zu suchen. Wir werden sie dann auch bestrafen. Jeder, der an den Manipulationen beteiligt ist, ist einer zu viel. Da Schiedsrichter zur Objektivität verpflichtet sind, wäre eine Beteiligung besonders verwerflich.

Frage: Wie werden Sie gegen möglicherweise beteiligte Vereine, Spieler und Schiedsrichter vorgehen?

Zwanziger: Sobald wir wissen, welche Spiele betroffen sind, werden wir der Staatsanwaltschaft alles zur Verfügung stellen. Sobald wir Beweise haben, wird das DFB-Sportgericht schon vor den rechtmäßigen Urteilen Maßnahmen treffen. (...)

Frage: Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit neun Monaten. Mit der Uefa wurde seitens der Behörden seit Juni kooperiert, der DFB dagegen nicht informiert. Wie bewerten Sie diese Vorgehensweise?

Zwanziger: Der Fall Hoyzer war für uns viel schwieriger, weil es keine Staatsanwaltschaft gab, die wir im Rücken hatten. Wir wussten, dass sich die Staatsanwaltschaft Ergebnissen nähert. Und es ist in unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wir haben es mit Kriminellen zu tun, die gibt es überall, nicht nur im Sport. Das ist auch kein Kavaliersdelikt. Leute, die so etwas machen, müssen aus dem Sport entfernt werden. Das ist Schmarotzertum an der Gesellschaft.

Frage: Betroffen sind in Deutschland bislang Spiele von der 2. Bundesliga abwärts. Sind Sie sicher, dass der Profifußball in Deutschland von dem Skandal nur am Rande berührt ist?

Zwanziger: Die 1. und 2. Bundesliga ist durch das Gehaltssystem nicht so sehr bedroht. Da überlegt sich ein Spieler doppelt, ob er seine Existenz aufs Spiel setzen will. Die Ligen darunter sind viel eher gefährdet. Aber solche Situationen werden immer wieder vorkommen. Es müssen nur klare Konsequenzen daraus gezogen werden.

Frage: Eine Konsequenz ist, dass das Frühwarnsystem des DFB und der DFL offenbar nicht funktioniert hat...

Zwanziger: Wir müssen schauen, warum wir nicht gewarnt worden sind. Aber es ist zu früh zu sagen, dass es versagt hat.

Frage: Dass das Frühwarnsystem nicht angeschlagen hat, könnte aber auch damit in Verbindung stehen, dass ein Großteil der Wetten über illegale Agenten abgewickelt wurde...

Zwanziger: Bestimmte Sportwetten sind gefährlich für den Fußball. Sie werden im Internet über Asien und den Balkan platziert, wo es keine klaren Auflagen gibt. (...) Die Gefahr für den Fußball wird dann besonders groß, wenn Spitzenwettbewerbe wie die Champions League oder die Europa League betroffen sind. Das macht die Faszination des Fußballs kaputt. Da brauchen wir Hilfe von der EU.

Frage: Sie wirken trotz der Dimension des Wettskandals recht gefasst. Haben Sie die Entwicklungen der letzten zwei Tage nicht erschreckt?

Zwanziger: Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, wenn von 1,4 Millionen Spielen im Jahr 32 untersucht werden. Ich möchte die ganze Sache nicht bagatellisieren, aber im europäischen Rahmen sieht das gleich ganz anders aus. Die Fans müssen wissen, dass der DFB den Fall offen, transparent und konsequent aufarbeiten wird. Schlimm wäre, wenn sie denken würde, dass gemauschelt wird.

aufgezeichnet von Dominik Kortus (sid)

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insgesamt 417 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
12.06.2010 von clausde: Aktualisiere ein Thema...

... und stelle es zur richtigen Zeitpunkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Tja, wäre die WM vorbei könnte es sein, dass sich wenige dafür interessieren. So lockt man wenigstens Fussballgegner und Fans verbal in die Arena. [...] mehr...

09.06.2010 von R.Ballutschinski: Wieder einer ...

Und wieder eine kleine Verhaftungswelle wegen eines Wettskandals: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/998387 Naja, ist ja weit weg: Kroatien. Spielt ja keiner von da in der Bundesliga. Kann Zwanziger aufatmen. mehr...

29.05.2010 von R.Ballutschinski: Vollomen unwirklich ...

Nein, das ist unglaubwürdig. Das Entscheidende für Theo Zwanziger wird sein, dass kein Spieler aus der Bundesliga betroffen ist. Aha, denke ich mir mal wieder. Also nur junge Spieler, Spieler die noch leicht zu manipulieren [...] mehr...

25.05.2010 von Mitschka:

so lange sie in asien, jedes spiel für ordentliche beträge live wetten können - und nicht bwin pipifaxwetten- wird sich das nicht ändern..genial aus sicht der schieber. aktuell dürfen sie beim spiel u17 osnabrück-wolfsburg [...] mehr...

25.05.2010 von Voll Mann:

Jetzt hat der Fußball seine Glaubwürdigkeit endgültig verloren: 4 Junioren wurden für bis zu 14Monaten gesperrt. Langsam wird es tatsächlich der größte Wettskandal aller Zeiten, aber ganz laaangsaaam. mehr...

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Partien sollen manipuliert worden sein...

in Deutschland

- 4 in der Zweiten Liga
- 3 in der Dritten Liga
- 18 in den Regionalligen
- 5 in den Oberligen
- 2 der U19-Mannschaft

auf internationaler Ebene

in Österreich

in Belgien

in der Schweiz

in Kroatien

in Slowenien

in der Türkei

in Bosnien-Herzegowina

in Ungarn


Die Chronologie des Hoyzer-Skandals

Zur Person

Robert Hoyzer, geboren 1979 in Berlin, war als ehemaliger Schiedsrichter eine der Hauptpersonen im Fußball-Wettskandal 2005. Wegen Manipulation von Fußballspielen wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt und vom DFB lebenslänglich gesperrt.

Januar 05

Februar 05

März bis August 05

Prozessverlauf

Manipulationsskandale im Fußball

2010

Vor dem Landgericht Bochum beginnt im August der erste Prozess im Zusammenhang mit den Spielmanipulationen. Den vier Angeklagten wird vorgeworfen, 370.000 Euro aufgewendet zu haben, um Spieler, Trainer, Schiedsrichter oder Funktionäre zu bestechen und anschließend Wetten auf vereinbarte Spielausgänge zu platzieren. Zwei der Angeklagten zeigten sich teilgeständig. Der Prozess ist nur der Auftakt der juristischen Aufarbeitung des Wettskandals. Es geht in Bochum lediglich um 32 Partien in Deutschland, Belgien, Slowenien, Ungarn, Kroatien und der Schweiz.

Vor einer anderen Institution gibt es bereits eine Entscheidung: Der ehemalige Osnabrücker Zweitligaspieler Marcel Schuon wurde vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von zwei Jahren und neun Monaten belegt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schuon sich bereit erklärt hat, Spiele zu manipulieren.

2009

2006

2005

2005

1971





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