Frage: Herr Zwanziger, in Deutschland liegt offenbar das Zentrum des Wettskandals, Spieler und sogar ein DFB-Schiedsrichter sollen verwickelt sein. Wie bewerten Sie diese Informationen?
Zwanziger: Die Informationen zu dem Schiedsrichter kann ich nicht bewerten. Aber sollte sich das als wahr herausstellen, dann haben die Leute bei uns nichts mehr zu suchen. Wir werden sie dann auch bestrafen. Jeder, der an den Manipulationen beteiligt ist, ist einer zu viel. Da Schiedsrichter zur Objektivität verpflichtet sind, wäre eine Beteiligung besonders verwerflich.
Frage: Wie werden Sie gegen möglicherweise beteiligte Vereine, Spieler und Schiedsrichter vorgehen?
Zwanziger: Sobald wir wissen, welche Spiele betroffen sind, werden wir der Staatsanwaltschaft alles zur Verfügung stellen. Sobald wir Beweise haben, wird das DFB-Sportgericht schon vor den rechtmäßigen Urteilen Maßnahmen treffen. (...)
Frage: Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit neun Monaten. Mit der Uefa wurde seitens der Behörden seit Juni kooperiert, der DFB dagegen nicht informiert. Wie bewerten Sie diese Vorgehensweise?
Zwanziger: Der Fall Hoyzer war für uns viel schwieriger, weil es keine Staatsanwaltschaft gab, die wir im Rücken hatten. Wir wussten, dass sich die Staatsanwaltschaft Ergebnissen nähert. Und es ist in unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wir haben es mit Kriminellen zu tun, die gibt es überall, nicht nur im Sport. Das ist auch kein Kavaliersdelikt. Leute, die so etwas machen, müssen aus dem Sport entfernt werden. Das ist Schmarotzertum an der Gesellschaft.
Frage: Betroffen sind in Deutschland bislang Spiele von der 2. Bundesliga abwärts. Sind Sie sicher, dass der Profifußball in Deutschland von dem Skandal nur am Rande berührt ist?
Zwanziger: Die 1. und 2. Bundesliga ist durch das Gehaltssystem nicht so sehr bedroht. Da überlegt sich ein Spieler doppelt, ob er seine Existenz aufs Spiel setzen will. Die Ligen darunter sind viel eher gefährdet. Aber solche Situationen werden immer wieder vorkommen. Es müssen nur klare Konsequenzen daraus gezogen werden.
Frage: Eine Konsequenz ist, dass das Frühwarnsystem des DFB und der DFL offenbar nicht funktioniert hat...
Zwanziger: Wir müssen schauen, warum wir nicht gewarnt worden sind. Aber es ist zu früh zu sagen, dass es versagt hat.
Frage: Dass das Frühwarnsystem nicht angeschlagen hat, könnte aber auch damit in Verbindung stehen, dass ein Großteil der Wetten über illegale Agenten abgewickelt wurde...
Zwanziger: Bestimmte Sportwetten sind gefährlich für den Fußball. Sie werden im Internet über Asien und den Balkan platziert, wo es keine klaren Auflagen gibt. (...) Die Gefahr für den Fußball wird dann besonders groß, wenn Spitzenwettbewerbe wie die Champions League oder die Europa League betroffen sind. Das macht die Faszination des Fußballs kaputt. Da brauchen wir Hilfe von der EU.
Frage: Sie wirken trotz der Dimension des Wettskandals recht gefasst. Haben Sie die Entwicklungen der letzten zwei Tage nicht erschreckt?
Zwanziger: Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, wenn von 1,4 Millionen Spielen im Jahr 32 untersucht werden. Ich möchte die ganze Sache nicht bagatellisieren, aber im europäischen Rahmen sieht das gleich ganz anders aus. Die Fans müssen wissen, dass der DFB den Fall offen, transparent und konsequent aufarbeiten wird. Schlimm wäre, wenn sie denken würde, dass gemauschelt wird.
aufgezeichnet von Dominik Kortus (sid)
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... und stelle es zur richtigen Zeitpunkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Tja, wäre die WM vorbei könnte es sein, dass sich wenige dafür interessieren. So lockt man wenigstens Fussballgegner und Fans verbal in die Arena. [...] mehr...
Und wieder eine kleine Verhaftungswelle wegen eines Wettskandals: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/998387 Naja, ist ja weit weg: Kroatien. Spielt ja keiner von da in der Bundesliga. Kann Zwanziger aufatmen. mehr...
Nein, das ist unglaubwürdig. Das Entscheidende für Theo Zwanziger wird sein, dass kein Spieler aus der Bundesliga betroffen ist. Aha, denke ich mir mal wieder. Also nur junge Spieler, Spieler die noch leicht zu manipulieren [...] mehr...
so lange sie in asien, jedes spiel für ordentliche beträge live wetten können - und nicht bwin pipifaxwetten- wird sich das nicht ändern..genial aus sicht der schieber. aktuell dürfen sie beim spiel u17 osnabrück-wolfsburg [...] mehr...
Jetzt hat der Fußball seine Glaubwürdigkeit endgültig verloren: 4 Junioren wurden für bis zu 14Monaten gesperrt. Langsam wird es tatsächlich der größte Wettskandal aller Zeiten, aber ganz laaangsaaam. mehr...
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