Hamburg - Bei den Drahtziehern des größten Manipulationsfalls im europäischen Fußball handelt es sich um eine fünfköpfige Gruppe, meldet die "Berliner Morgenpost". Zu der Gruppe sollen außer dem bereits einschlägig bekannten und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Ante Sapina vier weitere Berliner südosteuropäischer Herkunft gehören.
Wie die Zeitung aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll zu dieser Gruppe auch ein Berliner türkischer Herkunft gehören, der sich vornehmlich um Manipulationen von Spielen in seiner Heimat gekümmert haben soll. Eine Bestätigung seitens der Behörden gab es unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht.
Ein Insider berichtete der Zeitung, dass zur Manipulation eines Drittligaspiels in der Türkei 30.000 Euro an den Trainer und mehrere Spieler der Gastmannschaft geflossen sein sollen. Die Empfänger sollten im Gegenzug dafür sorgen, dass der Gegner in der ersten Halbzeit des Spiels drei Treffer erzielt. Auf diesen Verlauf sei von der Berliner Bande um Ante Sapina bei zwei Wettanbietern ein Betrag von insgesamt 60.000 Euro gesetzt worden.
Die bestochenen Spieler sollen dem Zeitungsbericht zufolge unter anderem mit einem Eigentor und einem wohl absichtlich verursachten Foulelfmeter dafür gesorgt haben, dass das gewünschte Ergebnis zustande kam. Die Wettmafia kassierte dadurch angeblich einen Gewinn von 48.000 Euro.
Wetten vornehmlich auf Tordifferenz abgeschlossen
Der "Süddeutschen Zeitung" liegt nach eigenen Angaben eine Liste mit verdächtigen Spielen vor. Dabei handelt es sich vornehmlich um Begegnungen kleinerer Clubs. Offenbar wurden hauptsächlich Wetten darauf abgeschlossen, dass Spiele mit einer bestimmten Tordifferenz zu Ende gehen.
Nach Informationen des SPIEGEL stehen zudem vier Regionalligaspiele des baden-württembergischen Traditionsvereins SSV Ulm aus der Endphase der vergangenen Saison unter Manipulationsverdacht. Außerdem sollen nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" noch ein Freundschaftsspiel zwischen Regionalligist SSV Ulm und dem türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul am 14. Juli 2009 (0:5) sowie zwei Begegnungen des damaligen Zweitligisten VfL Osnabrück ins Visier der Fahnder geraten sein. Dabei soll es sich um die Auswärtsspiele der Niedersachsen beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai handeln.
DFL-Chef Rauball kritisiert Staatsanwaltschaft
Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball hat Kritik an der Informationspolitik der Staatsanwaltschaft Bochum im neuen Wettskandal geübt. "Wir sind nicht ganz glücklich damit, dass die Betroffenen nicht eingeweiht wurden. Wir sind erst aus der Pressekonferenz heraus informiert worden", sagte Rauball im Interview beim Pay-TV-Sender Sky: "Wir hätten gerne bei der Aufklärung mitgewirkt."
Im Aktuellen Sportstudio des ZDF ergänzte der Präsident von Borussia Dortmund: "Ich hätte es gut gefunden, wenn verantwortliche Leute, die nicht im Verdacht stehen, Informationen an die Öffentlichkeit zu tragen, eingeweiht worden wären. Ich werde versuchen, Anfang der Woche begrenzte Einsicht in die Akten zu bekommen, um zu sehen, welche Spiele und Spieler eine Rolle spielen." Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, "wird der Fußball gigantisch belastet", so Rauball: "Jedes Spiel, das manipuliert wird, ist eines zuviel!"
Rauball verteidigte zudem das Frühwarnsystem Betradar, das nun verstärkt in der Kritik steht: "Es müssen 300 Millionen Einzelwettdaten verarbeitet werden. Die Bundesliga hat bereits 2005 als erste europäische erste Liga dieses Frühwarnsystem eingeführt. Die Uefa hat sich erst am 1. Juli dieses Jahres unter Hilfe der DFL dieses Systems bedient."
Gleichzeitig bot der Jurist der Staatsanwaltschaft Hilfe an. "Wir arbeiten gerne mit, aber wir wären gerne in bestimmte Sachverhalte eingeweiht." Zudem glaubt Rauball nicht, Betrug in Zukunft vollständig verhindern zu können. 'Wenn wir etwas Neues entwerfen, um das zu verhindern, sind diejenigen, die es umgehen werden, auch schon auf der Welt", sagte Rauball.
mig/sid/dpa
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... und stelle es zur richtigen Zeitpunkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Tja, wäre die WM vorbei könnte es sein, dass sich wenige dafür interessieren. So lockt man wenigstens Fussballgegner und Fans verbal in die Arena. [...] mehr...
Und wieder eine kleine Verhaftungswelle wegen eines Wettskandals: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/998387 Naja, ist ja weit weg: Kroatien. Spielt ja keiner von da in der Bundesliga. Kann Zwanziger aufatmen. mehr...
Nein, das ist unglaubwürdig. Das Entscheidende für Theo Zwanziger wird sein, dass kein Spieler aus der Bundesliga betroffen ist. Aha, denke ich mir mal wieder. Also nur junge Spieler, Spieler die noch leicht zu manipulieren [...] mehr...
so lange sie in asien, jedes spiel für ordentliche beträge live wetten können - und nicht bwin pipifaxwetten- wird sich das nicht ändern..genial aus sicht der schieber. aktuell dürfen sie beim spiel u17 osnabrück-wolfsburg [...] mehr...
Jetzt hat der Fußball seine Glaubwürdigkeit endgültig verloren: 4 Junioren wurden für bis zu 14Monaten gesperrt. Langsam wird es tatsächlich der größte Wettskandal aller Zeiten, aber ganz laaangsaaam. mehr...
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