Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Polizei untersuchen einen Manipulationsversuch im Vorfeld des Regionalligaspiels zwischen dem Goslarer SC und dem SV Wilhelmshaven. Das bestätigten am Sonntag der für die vierte Liga zuständige Nordostdeutsche Fußballverband und Jörg Schwarz, Pressesprecher des SV Wilhelmshaven. Ein bisher unbekannter Mann soll Goslars Torwart Lars Möhlenbrock am Mittwochabend nach dem Training 1500 Euro geboten haben.
"Der DFB hat uns angesprochen", sagte Schwarz. Nach seinen Angaben ist der SVW vom Verband informiert worden, "über den Versuch einer dritten Person, die Partie durch Bestechung des Goslarer Torhüters sowie eines weiteren Feldspielers zu manipulieren".
"Er hat mich mit Lars angesprochen und gefragt, ob ich schnell etwas Geld verdienen will", wird der Tormann in der "Goslarschen Zeitung" zitiert. "Ich habe ihm gesagt, er soll abhauen." Möhlenbrock informierte über seinen Trainer Goran Barjaktarervic den Verein. Die Polizei und der DFB wurden eingeschaltet.
"Das ist an die Polizei übergeben worden", bestätigte Hans-Rainer Hansen, Spielleiter der Regionalliga Nord. Weitere Erkenntnisse gebe es noch nicht, "die Ermittlungen sind noch im Fluss", sagte der Funktionär des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Auch die Wilhelmshavener waren vom Goslarer Club informiert worden. "Unser Geschäftsführer und der Trainer haben mit den Spielern geredet, aber es ergaben sich keine Verdachtsmomente", berichtete SVW-Sprecher Schwarz. Die Partie wurde am Samstag durchgeführt, sie endete 2:2 (1:1).
Schweizer Zweitligist FC Thun suspendiert Angreifer
Ob der Bestechungsversuch in Zusammenhang mit dem größten Manipulationsskandal im europäischen Fußball steht, ist noch unklar. Bei dessen Drahtziehern handelt es sich um eine fünfköpfige Gruppe, meldete die "Berliner Morgenpost". Zu der Gruppe sollen außer dem bereits einschlägig bekannten und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Ante Sapina vier weitere Berliner südosteuropäischer Herkunft gehören.
Der "Süddeutschen Zeitung" liegt nach eigenen Angaben eine Liste mit verdächtigen Spielen vor. Dabei handelt es sich vornehmlich um Begegnungen kleinerer Clubs. Offenbar wurden hauptsächlich Wetten darauf abgeschlossen, dass Spiele mit einer bestimmten Tordifferenz enden. Auf der Liste steht demnach unter anderem die Partie Yverdon gegen Thun vom 26. April 2009 in der zweiten Schweizer Liga.
Der FC Thun suspendierte im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Wettskandal einen Stürmer für das Pokalspiel am Sonntag gegen den FC Winterthur. Wie die "Basler Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, hat Thuns Präsident Markus Stähli dies dem Sender Radio 1 bestätigt. Der Angreifer habe zugegeben, dass er von der Polizei vernommen wurde. Näheres sei ihm nicht bekannt, sagte Stähli. Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft Bochum werden im Zusammenhang mit Spielmanipulationen durch Sportwetten in der Schweiz 22 Partien der zweiten Liga und sechs Vorbereitungsspiele untersucht.
Kritik an DFB-Anstrengungen gegen die Wettmafia
Der Wett-Experte Declan Hill hat die Anstrengungen des DFB im Kampf gegen die Wettmafia gerügt. "Im vergangenen Monat habe ich mich mit Henk Kessler, dem niederländischen Verbandspräsidenten, in London getroffen. Dort kann man sehen, dass das Problem mit großer Ernsthaftigkeit angegangen wird", sagte Hill der "Rheinischen Post". "Ich glaube, dass es auch in Deutschland viele Leute gibt, die Anzeichen für die Einflussnahme der Wettmafia erkennen. Diesen Leuten müssen die Verbände mehr Gehör schenken."
Der Kampf gegen die Wettmafia müsse schon auf den Amateur-Sportplätzen beginnen. "Ein wichtiger Schritt wäre es, die Informanten aus den Stadien zu vertreiben. Sogar bei Jugendspielen sieht man solche Menschen, die den Spielverlauf an ihre Auftraggeber durchtelefonieren und somit Live-Wetten ermöglichen", erklärte der Buchautor, der im vergangenen Jahr sein Werk "Sichere Siege" veröffentlicht hatte. In dem Buch hatte er den Einfluss der Wettmafia auf den europäischen Fußball untersucht.
"Vergleichbar gefährlich wie das Doping"
Für Wolfgang Feldner, Leiter des Frühwarnsystems des Weltverbandes Fifa, bedeutet der Wettskandal eine große Gefährdung für den Fußball. "Spielmanipulationen aufgrund von Sportwetten sind eine der größten Bedrohungen für den Fußball - vergleichbar gefährlich wie das Doping", sagt Feldner der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Feldner sieht, dass die internationalen Wett-Frühwarnsysteme an ihre Grenzen stoßen. "So gut die Warnsysteme sind, den Schwarzmarkt werden sie schwer überprüfen können. Von Wettunternehmen, die es offiziell gar nicht gibt, lassen sich schwierig Informationen bekommen", sagt er.
In neun von zehn Betrugsfällen soll die Spur zu obskuren Buchmachern nach Asien führen. Dort werden die größten Umsätze generiert. "Der Markt in Asien ist unser ganz großes Problem", so Feldner. Dem Bericht zufolge werden mehrere hundert Milliarden Euro jedes Jahr in der ganzen Welt auf Sportwetten gesetzt.
wit/dpa/sid
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... und stelle es zur richtigen Zeitpunkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Tja, wäre die WM vorbei könnte es sein, dass sich wenige dafür interessieren. So lockt man wenigstens Fussballgegner und Fans verbal in die Arena. [...] mehr...
Und wieder eine kleine Verhaftungswelle wegen eines Wettskandals: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/998387 Naja, ist ja weit weg: Kroatien. Spielt ja keiner von da in der Bundesliga. Kann Zwanziger aufatmen. mehr...
Nein, das ist unglaubwürdig. Das Entscheidende für Theo Zwanziger wird sein, dass kein Spieler aus der Bundesliga betroffen ist. Aha, denke ich mir mal wieder. Also nur junge Spieler, Spieler die noch leicht zu manipulieren [...] mehr...
so lange sie in asien, jedes spiel für ordentliche beträge live wetten können - und nicht bwin pipifaxwetten- wird sich das nicht ändern..genial aus sicht der schieber. aktuell dürfen sie beim spiel u17 osnabrück-wolfsburg [...] mehr...
Jetzt hat der Fußball seine Glaubwürdigkeit endgültig verloren: 4 Junioren wurden für bis zu 14Monaten gesperrt. Langsam wird es tatsächlich der größte Wettskandal aller Zeiten, aber ganz laaangsaaam. mehr...
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