Hamburg - Der Sportartikelhersteller Adidas
will hart durchgreifen, falls von ihm ausgerüstete Sportler oder Mannschaften in den
Fußball-Wettskandal verwickelt sind. "Wir haben in unseren Verträgen mit Sportlern und Vereinen ganz klar drin, dass wir bei kriminellen Vergehen die Zusammenarbeit fristlos kündigen können", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Dies habe man in der Vergangenheit etwa bei Doping-Fällen schon getan. Auch Puma
und Audi kündigten an, Ausrüster- oder Sponsoringverträge bei Verwicklungen in die Affäre sofort zu kündigen.
Angesichts des wohl größten Wettskandals in der europäischen Fußballhistorie gehen die Verantwortlichen in die Offensive. Auf einer Pressekonferenz am Montag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Reaktion auf die Ermittlungen bekanntgegeben, eine Task Force eingerichtet zu haben. Die Arbeitsgruppe werde von DFB-Chefjustiziar Jörg Englisch geleitet, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in Frankfurt.
"Ich bin froh, dass die Staatsanwaltschaft in Bochum ermittelt", sagte Zwanziger. Ein Sportverband wie der DFB sei "absolut überfordert, organisierte Kriminalität - auch noch mit internationalem Charakter - allein zu bekämpfen". Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat am Montag Akteneinsicht beantragt, da eine abschließende Bewertung der Vorgänge vor Einsichtnahme in die Akten nicht möglich sei.
Ebenfalls im Rahmen der Pressekonferenz hatte sich Zwanziger zu Mario Basler geäußert. Der Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier ist vom DFB für persönliche Fußballwetten gerügt worden. "Wir haben Mario Basler vor zwei Wochen darauf hingewiesen, dass sein Wettverhalten nicht ganz eindeutig statutengemäß ist", sagte Zwanziger.
Unregelmäßigkeiten bei Oddset
Vom Wettskandal soll laut "SZ" auch die staatliche Sportwette Oddset betroffen sein. Das gehe aus Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft Bochum hervor. In den Unterlagen heiße es, die mutmaßliche Wettmafia habe für das manipulierte Zweitligaspiel in der Schweiz zwischen Yverdon und Thun (5:1) im April 2009 von mehreren Wettanbietern aus Asien, Österreich und Deutschland insgesamt mehr als 60.000 Euro kassiert, darunter auch Oddset.
Oddset wies in einer Pressemitteilung am Dienstagmorgen darauf hin, dass die genannte Spielpaarung nicht auf dem eigenen Spielplan gestanden habe. "Deshalb kann aus dieser Partie bei Oddset auch kein Gewinn erzielt worden sein", sagte Erwin Horak. Der Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern ist bei den Lottogesellschaften der 16 Bundesländer für Oddset verantwortlich.
Festnahmen in Italien
Im Zuge des Wettskandals hatte die italienische Polizei am Montag den Präsidenten eines Drittligisten sowie acht weitere Personen festgenommen. Die Ermittlungen betreffen Partien der Serie B und der 3. Liga in den vergangenen zwei Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen nach Behördenangaben Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Wettbetrug vor.
Zudem sollen beim Fußballclub NK Travnik aus Bosnien-Herzegowina von der Wettmafia eigens für Testpartien zwei Spieler eingeschleust worden sein. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Drahtzieher haben demnach Reisekosten und Prämien der Mannschaft gezahlt, die Spiele wurden wie abgesprochen verloren. Der Wettgewinn soll 152.400 Euro betragen haben.
Am Mittwoch will der europäische Fußballverband Uefa ein Krisentreffen mit neun europäischen Verbänden abhalten. In der Uefa-Zentrale im schweizerischen Nyon sollen die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft mit den betroffenen Verbänden erläutert werden.
luk/AP/sid
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... und stelle es zur richtigen Zeitpunkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Tja, wäre die WM vorbei könnte es sein, dass sich wenige dafür interessieren. So lockt man wenigstens Fussballgegner und Fans verbal in die Arena. [...] mehr...
Und wieder eine kleine Verhaftungswelle wegen eines Wettskandals: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/998387 Naja, ist ja weit weg: Kroatien. Spielt ja keiner von da in der Bundesliga. Kann Zwanziger aufatmen. mehr...
Nein, das ist unglaubwürdig. Das Entscheidende für Theo Zwanziger wird sein, dass kein Spieler aus der Bundesliga betroffen ist. Aha, denke ich mir mal wieder. Also nur junge Spieler, Spieler die noch leicht zu manipulieren [...] mehr...
so lange sie in asien, jedes spiel für ordentliche beträge live wetten können - und nicht bwin pipifaxwetten- wird sich das nicht ändern..genial aus sicht der schieber. aktuell dürfen sie beim spiel u17 osnabrück-wolfsburg [...] mehr...
Jetzt hat der Fußball seine Glaubwürdigkeit endgültig verloren: 4 Junioren wurden für bis zu 14Monaten gesperrt. Langsam wird es tatsächlich der größte Wettskandal aller Zeiten, aber ganz laaangsaaam. mehr...
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